Polen verteidigt Bohr-Pläne vor Usedom: Öl-Zoff ums Urlauber-Paradies! | Politik

22.07.2025 - Salı 16:19

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Schwerin – Der Fund gigantischer Rohöl- und Gasvorkommen vor der Küste Mecklenburg-Vorpommerns sorgt für einen Mega-Streit zwischen Deutschland und Polen.

Auf polnischer Seite bohrte seit November eine kanadische Firma tief in der Ostsee, insgesamt wurden 33 Millionen Tonnen förderbares Rohöl und 27 Milliarden Kubikmeter Gas gefunden. Jetzt will Polen die Vorkommen fördern. Auf deutscher Seite sorgt das aber für große Sorge. „Wir haben wegen der geplanten Ölförderung Angst um unser Paradies“, klagt Laura Isabell Marisken (parteilos), Bürgermeisterin von Heringsdorf auf Usedom zu BILD. „Eine industrielle Gas- und Erdölförderung vor unserer Haustür wäre ein massiver Eingriff in unsere Heimat.“

▶︎Auch die Landesregierung ist beunruhigt! Umweltminister Till Backhaus (66, SPD) poltert aus Schwerin gegen die Polen: „Das Projekt steht für eine klimapolitisch rückwärtsgewandte Industriepolitik, die den Umwelt- und Tourismusinteressen auf deutscher Seite entgegensteht. Tourismus ist der Hauptwirtschaftsfaktor auf der Insel.“

SPD-Minister befürchtet „wirtschaftliches Desaster“

Backhaus weiter: „Eine potenziell gefährdende Industrie wäre ein nicht wiedergutzumachender Imageschaden für die Insel und damit auch ein wirtschaftliches Desaster.“

Außerdem sei Mecklenburg-Vorpommern über die Probebohrungen nicht informiert worden – anders als vorgesehen! „Ich erwarte eine klare Aussage der Bundesregierung gegenüber der polnischen Seite. Es kann nicht sein, dass wir als Nachbarland nicht einmal über Bohrungen mit potenziell grenzüberschreitenden Umweltauswirkungen informiert werden.“

Meck-Pomm-Umweltminister Till Backhaus (SPD) ist sauer auf die Polen

Meck-Pomm-Umweltminister Till Backhaus (SPD) ist sauer auf die Polen

Foto: Jens Büttner/dpa

Und was sagen die Polen? BILD konfrontierte das Ministerium für Klima und Umwelt in Warschau. Das Vorhaben befinde sich derzeit noch in der Phase der Erkundung, so ein Sprecher. Der Übergang zur Förderphase werde erst nach einer geologischen Untersuchung und genauen Daten über erforderliche Investitionen erfolgen.

Polen will in Sichtweite der Küste bohren

„Sobald das Unternehmen diese Dokumentation einreicht, wird sie vom Minister für Klima und Umwelt analysiert, bewertet und genehmigt.“ Erst dann könne auch gesagt werden, wo genau gebohrt wird. Sicher scheint jedoch, dass es in Sichtweite von Usedoms Küste geschehen soll!

Usedom ist eine der beliebtesten Inseln der Deutschen, jährlich 6 Mio. Übernachtungen von Touristen

Die Bohr-Plattform der kanadischen Förder-Firma vor der Küste Usedoms – auf polnischer Seite

Foto: picture alliance/dpa

Und die Vorwürfe aus Schwerin? Im Rahmen einer Umweltverträglichkeitsprüfung würden mögliche Auswirkungen auf Meer und Küste untersucht. Das geschehe „in Abstimmung mit den zuständigen Behörden, auch in Deutschland“.

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