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Polit-Nostalgie: Alte CSU-Wahlplakate sorgen für Heiterkeit | Regional
01.07.2024 - Pazartesi 01:46
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München – Ja, ist denn schon wieder eine Politwahl?
Im Münchner Stadtteil Haidhausen sorgt derzeit ein unerwarteter Fund für Verwirrung und Heiterkeit zugleich: An der in Sanierung befindlichen Bahnunterführung an der Balanstraße sind plötzlich Wahlplakate der CSU mit dem Slogan „Erfolgreich für Bayern“ aufgetaucht.
Doch von den Plakaten lächelt nicht etwa der bayerische Ministerpräsident Markus Söder. Auch handelt es sich nicht um Überbleibsel von der Landtagswahl oder der Europawahl am 9. Juni.
Als die große Plakat-Wand entfernt wurde, klebten dahinter auf dem nackten Beton noch die CSU-Wahlplakate aus dem Jahr 1974 (vermutlich)
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Von den Plakaten auf den Stützpfeilern der Bahnbrücke blickt CSU-Politiker Hans Drachsler (1916 bis 1996). Drachsler war von 1957 bis 1965 Mitglied des Deutschen Bundestages.
Vor der Bundestagswahl 1965 wurde er jedoch nicht wieder aufgestellt, nachdem ein katholischer Geistlicher verbreitet hatte, Drachsler besitze in München Freudenhäuser. Der Geistliche kassierte vom Amtsgericht Amberg in der Folge einen Strafbefehl über 150 DM.
Löwen-Legende Radi Radenković unterstützte den Politiker
CSU-Politiker Drachsler kandidierte daraufhin, mit medienwirksamer Unterstützung des legendären 1860-Fußballtorwarts Petar „Radi“ Radenković (heute 89), im Bundestagswahlkreis München-Ost, unterlag jedoch dem SPD-Kandidaten Franz Marx und schied aus dem Bundestag aus.
Von 1970 bis 1978 war er Mitglied des Bayerischen Landtages. Die Wahlplakate an der Bahnunterführung dürften also vom Landtagswahlkampf 1974 stammen. Damals kandidierte Hans Drachsler für den Stimmkreis München-Ramersdorf.
[-->Was hat es mit den Plakaten auf sich?
Schon vor 50 Jahren waren Wahlplakate auch Ziel der konkurrierenden Parteien. Über das Gesicht des Kandidaten Drachsler sind kleinere Plakate geklebt mit der Überschrift „Schluss mit CSU-Skandalen“ und einer Aufzählung wie Spiegel-Affäre, Baron-Finck-Skandal oder FIBAG-Affäre. Die Aufforderung „Schluss damit. Jetzt SPD“ verrät, wer wohl hinter der Störaktion stand.
Dass die Plakate nach 50 Jahren plötzlich wieder aufgetaucht sind, hat einen kuriosen Grund. Im Zuge der (übrigens schon unzumutbar lang dauernden) Erneuerung der Bahnbrücke wurden wohl zwei XXL-Werbeplakatwände entfernt. Dahinter verbarg sich die alte Polit-Werbung.
Als kürzlich die Plakat-Wand von dem Betonpfeiler entfernt wurde, kam die alte Wahlwerbung zum Vorschein
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Ein Stück Münchner Politgeschichte, das plötzlich wieder ans Tageslicht kommt und uns daran erinnert, dass Wahlkampf schon immer ein heißes Pflaster war ...
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