Polizei warnt vor häuslicher Gewalt und gibt wichtigen Ratschlag | Politik

23.12.2025 - Salı 11:21

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Berlin – Weihnachten ist das Fest der Liebe. Eigentlich. Doch für viele Menschen, besonders für Frauen und Kinder, sieht die Realität oft anders aus. Denn Berichte von Polizei-Experten zeigen: In vielen Familien sind die Feiertage absolut kein Fest der Liebe.

Zahlen aus Berlin scheinen das zu stützen: An den Tagen zwischen dem 23. und 27. Dezember (Zeitraum: 2019 bis 2023) wurden laut „Tagesspiegel“ im Schnitt jedes Jahr rund 180 Frauen als Opfer häuslicher Gewalt registriert – das sind mehr als an vergleichbaren Tagen im Vormonat.

Jetzt warnen Politik und Polizei in BILD vor einem Anstieg häuslicher Gewalt zu Weihnachten – und sie sagen, was Betroffene und Nachbarn von Opfern unbedingt tun sollten.

Hohe Dunkelziffer an Taten im engsten Umfeld

► Rainer Wendt (69), Bundesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), warnt vor einem hohen Risiko häuslicher Gewalt zu Weihnachten. Wendt zu BILD: „Wenn Familien über mehrere Tage zusammen sind, schlägt die Feierlaune manchmal ruckzuck um und die Nerven liegen blank. Nach jahrzehntelanger Polizeierfahrung weiß ich, dass das Risiko häuslicher Gewalt dann rapide ansteigt. Enger Wohnraum, Alkohol und gegensätzliche Erwartungen an ‚ruhige Feiertage‘ tragen nicht zur Entspannung bei.“

▶︎ BKA-Chef Holger Münch (64) sieht generell ein hohes Dunkelfeld an häuslichen Gewalttaten – besonders aber zu den Feiertagen zwischen Weihnachten und Silvester. Münch zu BILD: „Leider steigen die Zahlen bei häuslicher Gewalt in den letzten Jahren stark an. Und ich kann jetzt schon sagen, es wird auch 2025 keine Entspannung geben. An den Feiertagen bricht manchmal etwas auf, und dann passieren Gewalttaten – so schlimm das ist. Fest steht: Wir sehen nur die Spitze des Eisbergs. Das zeigt auch eine Dunkelfeldbefragung, die das BKA gerade gemacht hat. Deshalb muss das Thema häusliche Gewalt einer unserer Schwerpunkte bleiben.“

▶︎ Hessens Innenminister Roman Poseck (55, CDU) ist besorgt über den Anstieg häuslicher Gewalt. Poseck zu BILD: „Häusliche Gewalt ist kein privates Problem. Wer Frauen in den eigenen vier Wänden bedroht und angreift, begeht ein schweres Verbrechen. Er greift Leben, Gesundheit, Freiheit und Würde der Frauen an. Genau deshalb ist der Kampf gegen häusliche Gewalt so wichtig.“ Das gelte besonders auch in der Weihnachtszeit.

„Rufen Sie unbedingt die Polizei!“

Die Experten sind sich einig – die wichtigste Maßnahme ist: „Rufen Sie unbedingt die Polizei!“

DPolG-Chef Wendt bestätigt, dass die Polizei in Deutschland ihre Einsatzkonzepte schon seit den 1990er-Jahren umgestellt und stets verbessert habe. „Grundsätzlich gilt: Der Schläger verlässt die Wohnung, darf erst einmal nicht zurück, die Polizei erteilt ein mehrtägiges Betretungsverbot, das ein Gericht später erweitern kann. Die Opfer werden engmaschig beraten und betreut.“

Für Nachbarn hat Wendt ebenfalls eine Botschaft: „Wichtig ist, dass Nachbarn nicht weghören: Häusliche Gewalt ist eine schreckliche Situation für die Opfer, die meistens Frauen und Kinder sind. Deshalb unbedingt die Polizei informieren!“

BKA-Chef Münch zu BILD: „Wenn es wirklich brennt, ist die Polizei immer der richtige Ansprechpartner.“ Denn die Polizei könne im Ernstfall „jemanden aus der Wohnung verweisen und mit entsprechenden Maßnahmen reagieren, wenn sich die Person nicht an die Auflagen hält – auch mit polizeilichem Gewahrsam.“

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