Projekt für Ostsee: Deutschland rüstet sich gegen Putins Störsender | Politik

03.08.2025 - Pazar 03:48

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Berlin – Signalstörungen auf und über der Ostsee gehören mittlerweile zur Tagesordnung. Die Anrainerstaaten machen mittlerweile explizit Russland und Kreml-Tyrann Wladimir Putin verantwortlich.

Doch die sogenannten GNSS-Störungen betreffen nicht nur Flugzeuge, die die Orientierung verlieren könnten. Laut Litauens Verkehrsminister Eugenijus Sabutis betreffen die „gleichen Störungen auch Schiffsnavigatoren“.

Und genau dagegen wollen deutsche Forscher etwas tun und die Schifffahrt in der Ostsee wieder sicherer machen.

Die Karte zeigt Meldungen von GPS-Störungen in der Ostsee-Region (29. Juli 2025). Rot: hohe Frequenz an Störungen (mehr als 10 %), gelb: mittel (2–10 %) und grün: geringe Störungen (0–2 %)

Die Karte zeigt Meldungen von GPS-Störungen in der Ostsee-Region (30. Juli 2025). Rot: hohe Frequenz an Störungen (mehr als 10 %), gelb: mittel (2–10 %) und grün: geringe Störungen (0–2 %)

Foto: GPSJAM.org

Seit mehr als 10 Jahren gibt es weltweit immer mehr Signalstörungen auf Schifffahrtswegen. Die Forderungen nach elektronischen Alternativen zur Satellitennavigation auch auf der Ostsee wurden immer lauter.

Deshalb wurde in den vergangenen Jahren das sogenannte Ranging-Mode-System (kurz: R-Mode-System; etwa: System zur Reichweitenbestimmung) entwickelt, das in Deutschland federführend vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) erprobt wird.

So funktioniert das R-Mode-System

In Zusammenarbeit mit Behörden, Forschungseinrichtungen und privaten Firmen aus Dänemark, Estland, Finnland, Polen und Schweden soll eine alternative Navigationsmöglichkeit geschaffen werden.

▶︎ Das DLR beschreibt das R-Mode-System als ein bodengebundenes Ersatzsystem zur herkömmlichen Satellitennavigation. Es nutzt bestehende Funkstationen im Mittel- und Ultrakurzwellenbereich; dabei wird die Entfernung eines Schiffs zu den verschiedenen R-Mode-Stationen gemessen und so seine geografische Position berechnet.

„Ein Effekt von starken GNSS-Störungen kann eine Positionsverfälschung von mehreren Hundert Metern bis hin zu Kilometern sein“, erklärt das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) in BILD.

▶︎ Diese Auswirkungen der Signalstörungen können laut BSH mit dem neuen System durch „die konstante Bestimmung einer GNSS-unabhängigen Position oder nur durch die Bestimmung eines Abstandes zu einer einzigen R-Mode-Sendeantenne“ automatisiert festgestellt werden.

Auch in Deutschland sind schon Sender im Einsatz

So sehen die R-Mode-Sender aus, die aktuell getestet werden; hier in Deutschland

So sehen die R-Mode-Sender aus, die aktuell getestet werden; hier in Deutschland

Foto: DLR

Der Aufbau der Infrastruktur von R-Mode-Sendern in der Ostsee soll bis Ende 2026 abgeschlossen sein. Erste Prototypen-Empfänger für R-Mode, in Kombination mit Satellitennavigation, werden derzeit im Projekt getestet.

Die Weiterentwicklung der R-Mode-Technologie zielt laut BSH „im Besonderen auf die Verbesserung der Positionsbestimmung im Hinblick auf Genauigkeit, Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit ab.“

Die Nutzung der Geräte und Dienste des R-Mode-Systems für die zivile Schifffahrt in der Ostsee soll laut BSH in 3 bis 5 Jahren möglich sein.

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