Jährlich grüßt bei RB Leipzig das Murmeltier...
Wenn es kalt wird, lässt Leipzig in der Tabelle abreißen. Nur 0:0 gegen Gladbach. Die Bayern schon fünf Punkte weg. So wird das nichts mit dem Angriff auf den Titel, den die Klub-Bosse mit Maßnahmen im Sommer (u.a. Xavi-Weiterverpflichtung, neuer Sesko-Vertrag) angeschoben hatten. Meisterlich sind die Sachsen nur bei Ausreden.
„Insgesamt war das ein ordentlicher Auftritt“, betont Yussuf Poulsen (30). Und Kevin Kampl (34): „Du bist nicht zufrieden, wenn du Zuhause unentschieden spielst. Trotzdem muss man auch die positiven Sachen in der zweiten Halbzeit sehen.“
Was positiv sein soll: RB (Kaderwert laut Transfermarkt: 518 Mio. Euro) dominierte ab der 60. Minute gegen einen Mittelklasse-Bundesligisten (140 Mio.), hatte nach dem Seitenwechsel mehr Ballbesitz (62 Prozent) und Torschüsse (9:3).
Gladbach-Torwart Nicolas pariert Leipzigs beste Chance durch Baumgartner
Foto: Jan Woitas/dpa
Aber: Topchancen entstanden daraus kaum (xGoals-Wert 0,88). Die eine klare Gelegenheit vergab Baumgartner kläglich (64.). Von der spielerisch schwachen Vorstellung vor der Pause ganz zu schweigen. Eines Top-Klubs war das nicht würdig.
„Wir haben jetzt 21 Punkte, stehen auf Tabellenplatz zwei, da kann man erst einmal nicht meckern“, sagt Trainer Marco Rose (48) zwar. Und erklärt ebenfalls: „Die zweite Halbzeit war bärenstark. Das Vertrauen, die Energie und die Intensität, die wir da gezeigt haben, damit haben wir neue Maßstäbe gesetzt.“
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Quelle: Bild09.11.2024
Nach den schwachen Leistungen in Dortmund (1:2) und in Glasgow (1:3) kann das maximal für die abgelaufene Woche gegolten haben...
Ja, bei RB Leipzig fehlen wichtige Spieler verletzt. Aber das spielerische Siechtum zieht sich nun aber schon über Wochen hin. Leipzigs Glück ist nur, dass die Konkurrenz (Dortmund, Leverkusen) im Kampf um die Champions-League-Plätze ebenso patzt...
Schäfer mit Klartext-Ansage
Immerhin: Gut 14 Stunden nach Abpfiff sprach zumindest Sport-Boss Marcel Schäfer (40) im Sport1-Doppelpass Klartext. „Für unsere Ansprüche war es eine schlechte Woche – ohne Wenn und Aber. Weil wir zum einen die Ergebnisse nicht erzielt haben und zum anderen die Art und Weise wie wir auftreten, nicht das ist, wie wir auf dem Platz auftreten wollen.“
Er betont: „Wir haben hohe Ambitionen an uns selbst. Dann kann man mit so einer Woche in keinster Weise zufrieden sein.“
Leipzigs Sport-Boss Marcel Schäfer ist mit den aktuellen RB-Leistungen unzufrieden
Foto: Jan Woitas/dpa
Rums! Auch wenn Leipzigs Geschäftsführer Sport die lange Verletztenliste seines Teams (Xavi, Raum, Lukeba, Geertruida, Schlager) bewusst ist – „bekommen wir nicht 1:1 kompensiert“ – erwartet er ein ganz anderes Auftreten.
„Wir müssen aktiv verteidigen und zielstrebig nach vorn spielen. Das was man von RB kennt. Wir haben eine klare RB-DNA, bekommen das aber aktuell nicht auf den Platz, spielen quer statt nach vorne und haben den einen oder anderen Ballverlust“, sagt der Ex-Profi.
Nach der Länderspielpause fordert Schäfer die Trendwende: „Wir sind überzeugt von unserem Kader und unserem Trainerteam, aber wir müssen natürlich auch liefern.“