Regierung kritisiert Verspätungen: Bahn wegen Fußball-EM komplett blamiert | Politik

30.06.2024 - Pazar 12:09

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„Die Welt zu Gast bei Freunden“ war der Slogan der tollen Heim-WM 2006. „Europa gestrandet in unseren Zügen und Bahnhöfen“ müsste es zur aktuellen Europameisterschaft 2024 eigentlich heißen!

Denn: Immer wieder verpassen Fans EM-Spiele wegen verspäteter oder ausgefallener Bahnen!

Nur ein Beispiel: Hunderte Ösi-Fans verpassten wegen Schienen-Chaos den Auftakt ihrer Mannschaft in Düsseldorf gegen Frankreich.

Hat die Nase voll: Michael Theurer (57, FDP), Schienenverkehrsbeauftragter der Bundesregierung

Hat die Nase voll: Michael Theurer (57, FDP), Schienenverkehrsbeauftragter der Bundesregierung

Foto: Bernd Weißbrod/dpa

Michael Theurer (57, FDP), Schienenverkehrsbeauftragter der Bundesregierung, legt den Finger in die Wunde: „Die EM zeigt mit dem Brennglas, was Bahn-Pendler jeden Tag zu bewältigen haben – Verspätungen, Ausfälle, mangelnde Informationen. Das Resultat über Jahre aufgestauter Probleme.“

Der Politiker poltert darum auch Richtung Bahn-CEO Richard Lutz (60)!

„Es ist vor allem der Wahnsinns-Leistung der Bahnbelegschaft zu verdanken, dass dieser Tage die meisten Fans dennoch rechtzeitig ins Stadion kommen. Der Bahnvorstand ist gut beraten, kurzfristige Probleme pragmatisch zu lösen und den eingeschlagenen Weg umzusetzen, statt Angebotskürzungen in den Raum zu stellen“, so Theurer.

Will Bahn Verbindungen kappen?

Jüngst wurde bekannt, dass die Bahn angeblich künftig zahlreiche Verbindungen kappen wird.

► Im Osten soll es sich unter anderem um IC-Verbindungen zwischen Gera und Köln und zwischen Norddeich Mole und Leipzig handeln. Der Konzern dementierte umgehend.

► In Schleswig Holstein kündigte Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen (51, CDU) wegen knapper Mittel die Streichung von Verbindungen an: „Um aber die Sparziele vollständig zu erreichen, ist neben der Einsparung von Verwaltungs­kosten ab 2025 die Abbestellung von Verkehrsleistungen in Höhe von rund sechs Millionen Euro jährlich unumgänglich. Das entspricht 1,5 Prozent der von uns in diesem Jahr bestellten Leistungen.“

Im Norden sind vor allem Regionalzüge betroffen (z. B. Hamburg – Lübeck).

Die Bahn-Blamage – immerhin hat der Vorstand die bestehenden Mängel bereits eingeräumt,

Ausgerechnet der Trainer von Fußball-Erzfeind Holland hat sich bereits über unser lückenhaftes Verbindungsnetz ausgelassen.

Coach Ronald Koeman (61): „Deutschland wirbt damit, eine nachhaltige Europameisterschaft auszurichten. Aber sie schaffen es nicht.“

Grund: Die Niederlande wollten zu ihrem Gruppenspiel gegen Frankreich in Berlin An- und Abreise aus ihrem Quartier in Wolfsburg eigentlich mit der Bahn erledigen. Doch der letzte ICE gen Westen ging um 21.26 Uhr. Folge: drei Stunden Bustour statt 90 Minuten Zug.

Ein Bahn-Sprecher kontert: „Die Kritik können wir nicht nachvollziehen.“ Das Fußball-Team habe bis Anfang eine Option für die Hin- und Rückfahrt gehabt. „Diese Option hat das Team leider nicht mehr nutzen wollen.“

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