Reiner Haseloff bereitet Sven Schulze auf CDU-Generationswechsel vor | Politik

07.08.2025 - Perşembe 21:40

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Magdeburg – Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (71, CDU) macht den Weg frei für einen Nachfolger. Spitzenkandidat für die Landtagswahl im September 2026 wird CDU-Landeschef und Wirtschaftsminister Sven Schulze (46).

Reiner Haseloff ist dienstältester Ministerpräsident Deutschlands und seit über 14 Jahren das Gesicht Sachsen-Anhalts. Die Wahl 2021 gewann er überraschend stark mit 37,1 Prozent. Er regiert das Land seitdem mit einer Koalition aus CDU, SPD und FDP und gilt vielen als sicheres Bollwerk gegen die AfD..

Am Donnerstagnachmittag erinerte der Landesvater daran: „Ich habe bereits vor fünf Jahren zugesagt, einen Generationswechsel so vorzubereiten, dass ein potenzieller Nachfolger aufgebaut werden kann.“ Tatsächlich wurde aber bis zuletzt ein Geheimnis daraus gemacht, ob Haseloff von dieser Zusage erneut zurücktritt. Doch der MP versicherte nun: Sven Schulze habe für ihn „die Erfahrung und das Format, diese Staffelübergabe hinzubekommen.“

Vor allem gehe es um eine klare Position zu extremistischen Kräften und eine klare Abgrenzung zur AfD. „Deren angestrebte Regierungsverantwortung wäre eine Katastrophe für das Land“, mahnte Haseloff.

Der MP ist überzeugt: „Auf die CDU kommt es an. Der Spitzenkandidat muss die Reihen hinter sich schließen.“ Haseloff fürchtet: „Wenn die CDU politisch keinen Erfolg hat, dann wird es ganz schwierig für die demokratische Zukunft in unserem Land.“

► Der aus dem Harz stammende Sven Schulze (verheiratet, drei Kinder, Diplom-Wirtschaftsingenieur) gilt seit Jahren als neuer Hoffnungsträger. Seit 2021 ist er CDU-Landeschef und Wirtschaftsminister.

Sven Schulze (46) wurde als Nachfolger von Reiner Haseloff verkündet

Sven Schulze (46, l.) wurde als Nachfolger von Reiner Haseloff vorgestellt. Beide arbeiten seit vielen Jahren gut zusammen

Foto: IMAGO/pictureteam

Schulzes Credo für seinen Wahlkampf: „Stabilität. Keine Experimente.“ Bei ihm vor allem im Fokus: „Der ländliche Raum spielt die zentrale Rolle in unserem Wahlkampf und in unserer Arbeit.“

Kann der Neue die AfD verhindern?

Dass so viele Medienvertreter nach Magdeburg gekommen oder online zugeschaltet waren, wertete der Nachfolger als Hinweis darauf, „wie wichtig diese Wahl für Deutschland ist“.

Kann Schulze wirklich die AfD verhindern? Er muss, ist Reiner Haseloff überzeugt. „Wenn die CDU politisch keinen Erfolg hat, wird es ganz schwierig für dieses Land“, prophezeit der MP. Bezogen auf Schulze sagte er: „Wenn er es nicht wird, dann wird es einer, der noch nie eine Verwaltung von innen gesehen hat.“ Gemeint ist AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund (34). Der ätzte prompt: „Für die AfD ist diese Entscheidung nahezu irrelevant.“

Dabei wurde der Sachsen-Anhalt-CDU immer wieder eine große Nähe zur AfD nachgesagt. Sowohl als Generalsekretär als auch als Parteichef musste Schulze seinen Landesverband wiederholt gegen den Verdacht einer mangelnden Abgrenzung nach rechts in Schutz nehmen.

Haseloff zieht bis 2026 durch

Eine endgültige Absage gab es während der Pressekonferenz an Pläne, dass Haseloff sein Amt vorzeitig übergibt. Der machte klar, dass er bis zum Ende der Legislaturperiode durchziehen wird. Die Staatskanzlei muss Sven Schulze also ohne Amtsinhaberbonus erobern.

Sven Schulze betonte am Donnerstag immer wieder, dass er sich keine Gedanken über andere Parteien macht, sondern sich ausschließlich auf die CDU konzentriere.

AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund (34) gab sich nach der Pressekonferenz siegessicher und nannte die Entscheidung der CDU „irrelevant“

AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund (34) gab sich nach der Pressekonferenz siegessicher und nannte die Entscheidung der CDU „irrelevant“

Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Doch Fakt ist: Die AfD ist in Sachsen-Anhalt stark und träumt von einer Alleinregierung. Rund 1,5 Millionen Euro sollen in deren Landtagswahlkampf fließen. Bei der Bundestagswahl Anfang 2025 und der Kommunalwahl 2024 wurde die Rechtsaußenpartei stets stärkste Kraft. Bei einem Treffen mit den Fraktionschefs der anderen Ost-Länder wurde vor einigen Wochen bereits über Spitzenpersonal für Staatskanzlei, Ministerien und Landesbehörden geredet. Die Rechtspartei schreibt an ihrem 100-Tage-Programm, das ein Parteitag Anfang 2026 verabschieden soll.

Jüngste Umfragen sahen im Juni die CDU zwar mit 34 Prozent wieder ganz klar vor der AfD (30 Prozent). Doch auch als Wahlsieger hätte die Partei ein Problem. Da eine Koalition mit der AfD (laut Umfrage 59 von 83 Sitzen) immer wieder ausgeschlossen wird, bliebe nur eine Regierungsbildung mit Linke und BSW (48 von 83 Sitzen).

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