Russland-Experte Gurkov: So tief steckt Putins Wirtschaft in der Krise | Politik

18.10.2025 - Cumartesi 09:19

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Russlands Wirtschaft wankt! Kein Zusammenbruch – aber eine Krise, die sich in immer mehr Bereichen zeigt – und die auch Machthaber Wladimir Putin gefährlich werden kann. Der russische Journalist und Wirtschaftsexperte Andrey Gurkov (66) sagt: „Diese Krise hat begonnen in verschiedenen Formen, in verschiedenen Bereichen und mit verschiedenen Konsequenzen.“

Ein zentrales Problem: Die Regierung greife den Bürgern direkt in die Tasche. „Ein Punkt ist die bevorstehende Mehrwertsteuererhöhung – zwei Prozentpunkte von 20 auf 22“, sagt Gurkov im Podcast von BILD-Reporter Paul Ronzheimer. Während in Deutschland 19 Prozent gelten, soll die Erhöhung in Russland ab Januar kommen – also mitten in der Flaute. Die Folge: „Das wird die Krise verschärfen.“

Der Krieg verschlinge Milliarden, also müssen jetzt die Verbraucher zahlen. „Denn Mehrwertsteuererhöhung bedeutet ja, dass jeder Endverbraucher diese Steuer bezahlt – bei jedem Besuch im Supermarkt“, erklärt Gurkov. Das treibe die Preise und „würde die Inflation anheizen“. Die liegt ohnehin bei rund neun Prozent – bei einem Leitzins von 17 Prozent. „Bei solch einem Leitzins können Sie keine Kredite aufnehmen“, sagt Gurkov. Die Folge: Investitionen bleiben aus, die Wirtschaft stagniert.

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Russland muss Benzin importieren

Besonders absurd: „Russland erweitert den Import von Treibstoff – in erster Linie von Benzin“, so Gurkov. Russland importiere Benzin aus Belarus und Asien, vor allem aus China. „Wenn Russland anfängt, Benzin zu importieren, da muss irgendwas falsch laufen.“

Grund dafür seien die massiven ukrainischen Drohnen-Angriffe auf Raffinerien. „Offensichtlich hat Russland ein Problem mit der Flugabwehr – nämlich nicht genügend Kapazitäten“, sagt Gurkov. Erstmals in der russischen Geschichte, ist das riesige russische Territorium kein Vorteil, sondern ein Nachteil. Seit August wurden laut Gurkov mindestens zehn Raffinerien getroffen, es gab insgesamt 28 Angriffe in zweieinhalb Monaten. In 57 Regionen mangele es an Benzin, auf der annektierten Krim gebe es Rationierungen.

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