Sachsen-Anhalt plant Schnellabschüsse von Wölfen: Erlass im Dezember | Politik

02.12.2024 - Pazartesi 20:59

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Sachsen-Anhalt zielt auf den Wolf …

Umweltminister Armin Willingmann macht Ernst und will noch im Dezember einen Erlass für Schnellabschüsse vorlegen. Das Bundesland wäre damit das zweite nach Niedersachsen mit einer solchen Regelung. Allerdings wurde das Nachbarland vom Oberverwaltungsgericht gestoppt.

Neue Regeln für den Abschuss

Der Erlass aus Sachsen-Anhalt schreibt vor, dass Wölfe wiederholt Nutztiere getötet haben müssen, ehe ein Schnellabschuss genehmigt wird. In mindestens einem Fall trotz spezieller Schutzzäune. Der Abschuss soll unbürokratisch sein: Kein genetischer Nachweis nötig. Mit der Genehmigung darf im Umkreis von 1000 Metern und drei Wochen nach dem Übergriff jeder Wolf erlegt werden, der dort auftaucht. Wer schießt, ist noch offen. Willingmann möchte neben dem örtlichen Jagdpächter auch die Landesjägerschaft verpflichten.

22 tote Wölfe gab es vergangenes Jahr in Sachsen-Anhalt, 17 wurden wie dieses bei Niemberg (Saalekreis) gefundene Tier überfahren

22 tote Wölfe gab es vergangenes Jahr in Sachsen-Anhalt, 17 wurden wie dieses bei Niemberg (Saalekreis) gefundene Tier überfahren

Foto: Alfons-Josef Wolff

Wolfspopulation wächst

Die Wolfspopulation in Sachsen-Anhalt erhöhte sich innerhalb eines Jahres um 54 auf 258 Tiere, dazu kommen 34 weitere in grenzübergreifenden Gebieten. Die Zahl der Rudel stieg von 27 auf 32. Deutschlandweit leben die meisten Wölfe in Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt.

Umweltminister Armin Willingmann (61, SPD) sieht die Wiederansiedlung vor allem als Erfolg

Umweltminister Armin Willingmann (61, SPD) sieht die Wiederansiedlung vor allem als Erfolg

Foto: Peter Gercke

Konfliktarmes Zusammenleben gefordert

Minister Willingmann sieht die Wiederansiedlung weiter als Erfolg. Er hält es allerdings für notwendig, „noch mehr für ein konfliktarmes Leben mit dem Wolf zu tun“. Der Minister hofft auf die 51 Mitgliedstaaten der Berner Konvention. Die beraten seit Montag, den Schutzstatus für Wölfe herabzustufen.

Olaf Feuerborn (63), Wolfsexperte der CDU-Landtagsfraktion, fordert „dringend etwas für die Regulierung zu tun“. Für ihn leben in Sachsen-Anhalt zu viele Wölfe. „Wir müssen dafür sorgen, dass unseren Schäfer nicht die Lust vergeht. Das hätte schwerwiegende Folgen für unsere Kulturlandschaft und viele Biotope.“

Auch Kathrin Tarricone (59, FDP) findet: „Es ist an der Zeit, ein Populationsmanagement durch Bejagung wie auch bei anderen heimischen Wildtierarten auf den Weg zu bringen.“ Für sie „gehört der Wolf generell ins Jagdrecht“.

Schon gewusst? In Kanada und der russischen Taiga leben auf einer Fläche von 1.000 Quadratkilometern 5,6 Wölfe. In Sachsen-Anhalt sind es schon mehr als doppelt so viele.

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