SC Freiburg: Die emotionalsten Anekdoten von Christian Streich! | Sport

11.05.2024 - Cumartesi 09:49

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Zapfenstreich! Zum letzten Heimspiel als Freiburg-Trainer am Samstag (15.30 Uhr gegen Heidenheim) verraten in SPORT BILD seine engsten Wegbegleiter einen besonderen Moment mit Christian Streich (58).

„Er kam mit zerrissenen Jeans zum Training“

Lutz Hangartner (80), Streichs erster Profitrainer beim FC Freiburg und jahrelanger Wegbegleiter: „Beim Freiburger FC habe ich ihn 1983 aus der A-Jugend in die erste Mannschaft geholt. Dass er zum ersten Training mit langen Haaren und zerrissenen Jeans kam, zeigte schon damals, wie unangepasst er war und dass er auf Äußerlichkeiten nicht viel Wert gelegt hat. Später hat er erzählt, dass er mir dankbar ist, dass ich ihn damals als Fußballer genommen habe und mich nicht hingestellt habe, um ihn als Erstes zum Friseur und Klamottenkauf zu schicken.“

„Er erwischte mich so, dass meine Zunge genäht werden musste“

Klemens Hartenbach (59), SC-Sportdirektor: „Christian und ich kennen uns seit über 35 Jahren. Nach so langer Zeit als Mit- und Gegenspieler, Mitbewohner und Kollegen den einen Moment rauszugreifen, fällt mir schwer. Ein Höhepunkt war der U19-Pokalsieg, den wir 2006 als Trainer feierten. Der Bau der Freiburger Fußballschule war für den Verein eine der wichtigsten Entscheidungen. Die ganzen Jahre waren wir aber nicht immer im gleichen Verein. In der Saison 1988/89 trafen wir als Gegner aufeinander. Ich stand im Tor für den SC Freiburg und Christian lief im Trikot des FC Homburg auf. Er erwischte mich in dem Spiel bei einem Eckball so mit dem Ellenbogen am Kinn, dass meine Zunge genäht werden musste. Während der 90 Minuten gab es für Christian halt selten Freundschaften. Abseits davon dafür umso mehr.“

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Quelle: BILD09.05.2024

„Nach dem Training ging's auf E-Bike“

Rudi Summer, Platzwart FC Schruns/Österreich: „Trotz des straffen Plans im Trainingslager unternahmen wir immer wieder gemeinsame Wanderungen und E-Bike-Touren auf die höchsten Gipfel. Christian nahm sich während seiner Bike-Touren immer wieder Zeit für ein ‚Schwätzle‘ mit den Einheimischen. In den 29 Jahren als Platzwart hatte ich die Ehre, über 60 Profiteams mit ihren Trainern zu begleiten. Dazu zählten große Namen wie Vicente del Bosque, Sven-Göran Eriksson oder Giovanni Trapattoni. Doch kein Team stand über dem SC Freiburg und seinem Trainer-Team!“

„Christian schimpfte: Du erpresst mich!“

Fritz Keller (67), Ex-Freiburg-Präsident: „Nach der Entlassung von Marcus Sorg Ende 2011 war unsere Devise, dass die Nähe zu unserer Fußball-Schule größer werden muss, um mehr Talente für die Profi-Mannschaft zu gewinnen. Ich habe Christian gefragt, ob er Cheftrainer werden will. Er war mit unserer A-Jugend Deutscher Meister und Pokalsieger geworden. Christian hat das total abgelehnt, weil für ihn die Arbeit mit dem Nachwuchs viel reizvoller war. Und er hat gesagt, dass er weiter in Freiburg leben möchte, als Profi-Trainer bestünde immer die Gefahr, schnell entlassen zu werden. Ich habe ihn trotzdem überredet und deshalb eine Vorstandssitzung einberufen. Eine halbe Stunde vor der Sitzung hat er mir gesagt, dass er es sich noch mal anders überlegt habe, er wolle doch nicht. Daraufhin habe ich ihm ein paar Trainer-Namen genannt, von denen ich wusste, dass er weder sie noch ihre Art, Fußball spielen zu lassen, mag. Und gesagt: ‚Jetzt gehe runter in die Kabine und sage den Co-Trainern und allen anderen, dass du es nicht machst und der neue Trainer seinen eigenen Mitarbeiter-Stab mitbringen wird.‘ Christian hat geschimpft: ‚Du erpresst mich!‘ Und hat doch zugesagt aus dem Hauptgrund, weil er nicht verantwortlich für die Entlassung seiner Kollegen sein wollte. So ist Christian am Ende zu seinem Glück gezwungen worden, das auch das Glück für den SC Freiburg war.“

Fritz Keller (l.) und Christian Streich durchlebten sogar einen Abstieg

Fritz Keller (l.) und Christian Streich durchlebten sogar einen Abstieg

Foto: picture alliance / Sven Simon

„Er lehrte mich, unberechenbar zu sein“

Lars Voßler (48), Streichs Co-Trainer seit 2006: „Ich war gerade das erste Jahr als Co-Trainer mit ihm in der U19 zusammen, und wir hatten einen Sonntagmorgen um 11 Uhr ein Heimspiel gegen Nürnberg. Für meine Begriffe hatten die Jungs eine gute erste Halbzeit gespielt, und wir hatten zahlreiche Chancen – zur Pause stand es dennoch 0:0. Für mich als junger Co-Trainer war alles in Ordnung, ich hätte die Jungs gelobt. Christian Streich aber hat mit einer enorm emotionalen Kabinenansprache reagiert, bei der alle zusammengezuckt sind. Die Jungs sind wieder raus, und wir haben die zweite Hälfte klar für uns entschieden. Diese Erfahrung, nicht immer berechenbar zu reagieren, war für mich und meine weitere Trainerlaufbahn prägend.“

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