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Schalke 04: Star-Torwart: Loris Karius fordert mehr Offensiv-Power! | Sport
25.07.2025 - Cuma 03:22
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Loris Karius ist mit seinen 32 Jahren der älteste Spieler im Kader und soll nächste Saison eines der Schalke-Gesichter werden!
Im zweiteiligen Interview gibt der Star-Keeper ganz private Einblicke, spricht zunächst in Teil 1 über die sportliche Situation.
Wie geht's – wieder komplett fit nach der Waden-Verletzung?
Karius: „Jedes Training hilft mir, um weiter nach vorne zu kommen. Ich werde schnell wieder bei 100 Prozent sein. Mein Ziel: Bestform zum Saisonstart gegen Hertha. Was aber nicht heißt, dass ich dann am Ende der Leistungsfähigkeit bin. Ich bin 32 Jahre alt, für einen Torwart ist das kein Alter. Ich kann immer noch etwas lernen, mich weiterentwickeln und in meiner Leistung steigern.“
Wie zufrieden sind Sie mit ihren Vorderleuten?
Karius: „Wir kassieren in den Vorbereitungsspielen bislang fast keine Tore – das ist super. Aber: Wir schießen auch wenige. Da haben wir Optimierungsbedarf und müssen uns als Mannschaft steigern. Es muss flüssiger werden, noch kreativer nach vorne. Da wartet noch Arbeit. Sorgen mache ich mir allerdings nicht, weil ich sehe, wie gut wir defensiv aufgestellt sind – auch wenn wir es sicher in allen Bereichen noch besser machen können, besser machen müssen. Es würde uns helfen, hinten die Kiste sauber zu halten, dann müssen wir nicht jedes Spiel zwei oder drei Tore machen.“
Dazu kommt: Moussa Sylla soll noch verkauft werden. Macht ihnen DAS Sorgen, dass der Top-Torjäger der letzten Saison in ein paar Wochen weg sein könnte?
Karius: „Ich möchte immer mit den Besten zusammenspielen. Wenn der Klub die Entscheidung treffen sollte, Moussa für eine angemessene Ablöse zu verkaufen und er hat gleichzeitig jemanden in der Hinterhand, der dem Team weiterhilft, könnte das funktionieren. Offensiv brauchen wir natürlich Qualität. Ich vertraue da unseren Verantwortlichen.”
Schalke war vorletztes und letztes Jahr mit 60, bzw. 62 Gegentreffern die Schießbude der Liga – warum wird das nächste Saison besser?
Karius: Weil ich 34 Spiele auf dem Platz stehen will und versuche, so viele Tore wie möglich zu vermeiden! Dafür gebe ich ab Spieltag 1 alles. Außerdem hat sich schon herauskristallisiert, dass Nikola Katic und Timo Becker vor mir auflaufen werden, sie inzwischen eingespielt sind und viel Erfahrung mitbringen. Das tut gut, wenn man in der Abwehr einen klaren Plan hat. Diese Achse hilft uns. Letzte Saison gab es durch zu viele Ausfälle auch zu viele Formationen. Die Viererkette musste zu oft verändert werden – das hilft keiner Mannschaft.“
Karius setzt auch auf ekelige Siege
Was ist möglich nächstes Jahr?
Karius: Wir haben uns intern noch kein Ziel gesetzt. Das Auftaktprogramm ist nicht einfach. Wenn wir in den ersten vier Partien unsere Punkte sammeln, wären wir auf einem sehr guten Weg und in ruhigem Fahrwasser. Das ist mein erstes Ziel. Alles darüber hinaus ist Bonus. Wenn wir am Ende noch erfolgreicher sind, wird sich keiner dagegen wehren. Nach letzter Saison ist ein guter Start enorm wichtig. Wichtig auch: Wenn es mal spielerisch nicht so läuft, müssen wir über den Willen und den Charakter kommen – Spiele einfach auch ekelig gewinnen.“
Muslic hat Timo Becker und Nikola Katic zu Vize-Kapitänen hinter Karaman gemacht. Sie gehen leer aus – sauer?
Karius: „Miron Muslic fragt mich oft nach meiner Meinung, sucht oft den Kontakt zu mir. Ich weiß, wie wichtig ich für den Trainer und die Mannschaft bin. Wenn er lieber einen Kapitän auf dem Platz hat, der auf dem Platz näher am Schiedsrichter dran ist, um mit ihm zu reden, ist das ein Grund, den ich akzeptieren und nachvollziehen kann. Ich bringe mich auch ohne Binde ein!“
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Loblied auf Muslic
Was macht Muslic besser als Ex-Trainer van Wonderen?
Karius: „Beide sind zwei komplett unterschiedliche Charaktere. Kees ist eher der ruhige Zeitgenosse und Miron ist sehr aktiv, lautstark und fordernd. Er ist eher der Typ Menschenfänger und empathisch, null nachtragend. Er ist sehr nah an der Mannschaft, hat auf alles ein Auge. Das ist genau das, was Schalke nach zwei so schlechten Jahren braucht. Miron tut uns sehr gut. Wir Spieler merken bei ihm, dass wir im Training nicht nur 80 oder 90 Prozent geben können, weil wir sonst sofort einen Arschtritt verpasst bekommen. Außerdem hat er taktisch einen ganz klaren Plan, den er uns seit Tag 1 einimpft. Seine Meetings und Ansprachen sind auch sehr klar.“
Kreuzigen Sie uns, wenn wir jetzt über Ihr verpatztes Champions-League-Endspiel 2018 mit Liverpool sprechen?
Karius (verdreht die Augen): „Ich kann darüber eigentlich gar nicht mehr reden, weil ich es so oft erzählt habe. Es ist einfach auserzählt. Klar: Viele Leute verbinden dieses eine Spiel mit mir. Aber das ist jetzt so lange her. Vielleicht wäre meine Karriere noch steiler verlaufen, wenn mir die Fehler nicht passiert wären, denn bis dahin ging es bei mir im Prinzip nur bergauf. Auf der anderen Seite: Wer kann von sich behaupten, so weit gekommen zu sein und ein Endspiel in der Champions League bestritten zu haben? Vielleicht ein Prozent aller Torhüter. Ich kann gut und ruhig schlafen!“
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Karius will in der Bundesliga spielen
Wie Sie richtig sagen: Nicht viele deutsche Keeper standen in einem Champions-League-Finale. Auch, wenn das in die Hose ging: Warum hat es nie für eine Nominierung in der Nationalmannschaft gereicht?
Karius: „Das war eine Zeit, in der es hieß, du musst erst einmal zwei oder drei Jahre konstant Leistung bringen, bevor du eingeladen wirst – heutzutage geht das viel, viel schneller. Warum es bei mir letztendlich nicht geklappt hat, weiß ich nicht. Es ist schade. Auf der anderen Seite: Manuel Neuer hat eh keine Spiele abgegeben, da hätte es nur für einen Bankplatz gereicht. Obwohl ich schon sehr gerne mal bei einem großen Turnier dabei gewesen wäre, das wäre eine tolle Erfahrung gewesen.”
Aber DAS Thema ist durch?
Karius (lächelt): „Zumindest aktuell! Da denke ich im Moment gar nicht dran. Allerdings bin ich 32 Jahre jung. Ich wäre ja blöd, wenn ich irgendwas ausschließen oder sagen würde, ich spiele bis zu meinem Karriereende in der 2. Liga. Dafür bin ich zu ehrgeizig – ich will immer das Maximale erreichen.“
Das Karriereende ist dann irgendwann auf Schalke?
Karius: „Darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. Ich bin im Herbst meiner Karriere, will so lange spielen, wie mein Körper mitmacht. Und natürlich irgendwann noch mal in der Bundesliga auflaufen – aber es spricht ja absolut nichts dagegen, dass das irgendwann mit Schalke sein könnte!“
✭ Lesen Sie morgen: Karius privat wie nie! Der Star-Torwart verrät Geheimnisse seiner berühmten Frau Diletta Leotta und spricht über die Sehnsucht nach Töchterchen Aria.
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