Schwedische Soldatin Maja: „Bin bereit, für mein Land zu sterben“ | Politik

02.07.2024 - Salı 03:20

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Maja (19) ist angespannt. Ihre Augen tasten jeden Winkel im Raum ab, ihr Gewehr gehorcht jeder Kopfbewegung, folgt dem Blick nach links, nach rechts, nach oben. Hinter ihr drücken sich Cajsa (20) und Axel (19) eng an die Hauswand, ihre Gewehre im Anschlag. Jeder Fehler könnte tödlich enden – im Ernstfall. Doch es ist nur ein Training. Noch.

Die drei sind Wehrdienstleistende in der schwedischen Armee – und damit Vorbild für Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (64, SPD). Der SPD-Politiker will in Deutschland die Wehrpflicht wiedereinführen – und zwar am liebsten nach Schweden-Art.

Cajsa (20), Maja (19) und Axel (19, v.l.) leisten seit vier Monaten ihren Militärdienst

Cajsa (20), Maja (19) und Axel (19, v.l.) leisten seit vier Monaten ihren Militärdienst

Foto: Christian Spreitz

Warum? Die Antwort gibt es in Kungsängen, eine halbe Stunde Autofahrt von Stockholm entfernt. Hier sind Maja, Cajsa und Axel seit vier Monaten stationiert, zusammen mit 550 weiteren Wehrpflichtigen. Rund 6500 gibt es im Land insgesamt, seit der Waffendienst nach sechs Jahren Pause 2017 aus Angst vor Russland wiedereingeführt wurde – für Männer und Frauen!

Es ist 9 Uhr morgens, die Sonne brennt aber schon jetzt auf der Haut. Die drei stehen zwischen Häuserruinen und Autowracks auf dem Trainingsgelände neben der Kaserne. „Ich wollte den Dienst machen, weil man hier viel über sich selbst lernt“, sagt Axel.

Nur die besten acht Prozent kriegen einen Platz

Wie alle in Schweden hat er zum 18. Geburtstag Post vom Staat bekommen: einen Fragebogen mit mehr als 60 Fragen, u. a. danach, ob er auch fern von zu Hause schlafen könne und was seine Freunde über ihn sagen. Jedes Jahr lädt die Armee daraufhin die vielversprechendsten 20 Prozent zu Auswahltagen ein: IQ-Test, Cardio und Kraftcheck. Psychologen durchleuchten die Soldaten-Anwärter. Nur den besten acht Prozent bietet die Armee einen Platz an.

„Gerade wäre ich noch nicht bereit, jemanden zu töten“, sagt Maja. Im Ernstfall müsse sie dazu aber in der Lage sein – um Freunde und Familien zu beschützen

„Gerade wäre ich noch nicht bereit, jemanden zu töten“, sagt Maja. Im Ernstfall müsse sie dazu aber in der Lage sein – um Freunde und Familien zu beschützen

Foto: Christian Spreitz

Möglich sind zehn, zwölf und fünfzehn Monate Wehrdienst. Allerdings ist der längste Dienst nur den Besten vorbehalten, denen, die beim Test besonders gut abgeschnitten haben. Die will die Armee zu Führungspersönlichkeiten heranziehen. Maja, Axel und Cajsa gehören dazu.

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