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„Sehr freundliches Gespräch“: Musk und Trump plötzlich beste Freunde | Politik
13.08.2024 - Salı 08:12
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Es sollte der große Befreiungsschlag für die beiden berühmtesten Mega-Egos der Welt werden. Nach 40-minütiger Verzögerung wurde es zu einer zweistündigen Sympathie-Kundgebung von zwei ehemaligen Feinden, die plötzlich ziemlich beste Freunde sein wollen.
Ex-Präsident Donald Trump (78) gab Elon Musk (53) in der vergangenen Nacht ein telefonisches „Interview“. Beide Männer hatten ihre eigenen Motive für das Gespräch.
▶︎ Trump wollte seiner Wahlkampagne neues Leben einhauchen, nachdem seine demokratische Gegnerin Kamala Harris (59) seit drei Wochen mehr Zuschauer als er anlockt und ihn in den Umfragen überholt hat.
▶︎ Musk wollte Trump, der auf X trotz jahrelanger Inaktivität noch immer mehr als 88 Millionen Follower hat, unbedingt auf die Plattform zurückholen, um wieder mehr User anzulocken. Das scheint zumindest vorab funktioniert zu haben.
„Musk hatte oft Mühe, zu Wort zu kommen“
Die US-Medien waren sich nach dem netten Gespräch unter Freunden zumindest bei einer Sache einig: Trump nuschelte stark, war oft nur schwer zu verstehen. Und: Elon Musk stellte zu keinem Zeitpunkt kritische Fragen.
▶︎ „Wall Street Journal“ schreibt: „Es war weniger ein Interview als vielmehr ein ausschweifendes Gespräch zwischen zwei Männern, die sich immer näher gekommen sind. Musk hatte jedoch oft Mühe, zu Wort zu kommen – wie viele von Trumps Interview-Partnern.“
Donald Trump sitzt vor einem Smartphone mit dem er mit Elon Musk verbunden ist
▶︎ In der „New York Times“ heißt es: „Es fällt schwer, sich nicht über den politischen Wandel zu wundern, den Elon Musk in den letzten Jahren durchgemacht hat. Einer der Gründe dafür ist ziemlich einfach: Er mag es, gemocht zu werden. Demokraten scheinen ihn nicht zu mögen. Die Republikaner scheinen ihn sehr zu mögen.“
Die Zeitung bemerkte zudem, dass Musk keinerlei kritische Fragen stellte und ein sehr „sympathisierender Interviewer“ gewesen sei.
Ein sehr freundliches Gespräch, das sich auf Trumps Lieblingsthemen konzentrierte
▶︎ „Washington Post“: „Musk hat dieses Gespräch als freizügig angekündigt, in dem jedes Thema angesprochen werden könnte. Was er lieferte, war ein sehr freundliches Gespräch, das sich auf Trumps Lieblingsthemen konzentrierte. Interessant: Als Musk seinen Glauben an die Echtheit des Klimawandels betonte, während Trump ihn herunterspielte, wehrte Musk sich nur sanft.“
Die Zeitung hob ein weiteres Beispiel hervor, wie sehr Musk Trump mit Samthandschuhen anfasste: „Trump behauptete, dass 60 Millionen dem Stream zuhören würden. Doch es waren nur 1,1 Millionen. Trumps Post auf X, in dem er das Interview ankündigte, hatte derweil 60 Millionen Views. Elon Musk verzichtete auf eine Richtigstellung.“
Am Ende blieb: Trump hatte nach drei Dürre-Wochen, in denen Kamala Harris ihm die Show stahl, endlich wieder ein Publikum. Denn alle großen US-Medien hatten einen Livestream zu dem Interview. Doch ob Musk und Trump der Kampagne des Ex-Präsidenten neues Leben eingehaucht haben, scheint fraglich.
Musk sieht derweil wie ein Gewinner aus: Denn er hat nun den einst so Twitter-wütigen Trump wieder. Dessen soziales Netzwerk „Truth Social“ verlor an der Börse sogleich 4 Prozent, nachdem Trump seine Rückkehr zu X angekündigt hatte.
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