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Selbst Rivale Liverpool hat Mitleid mit City und United: Manchesters Mega-Klubs im freien Fall | Sport
28.12.2024 - Cumartesi 06:54
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Von Nick Seeliger
Wer hätte gedacht, dass ein Titel der ausgerechnet aus Liverpool stammenden Beatles mal so auf die benachbarte Fußball-Stadt Manchester passen würde: „Yesterday…“
Gestern, da jubelten sie – entweder in Rot oder Himmelblau. Und ganz England schaute frustriert (ja, auch manchmal bewundernd) nach Manchester mit seinen 550.000 Einwohnern. United oder City – einer war einfach immer top.
Jetzt kämpfen die Übermächte ums Überleben.
Es ist zum Verzweifeln: Trainer Pep Guardiola (53) steckt mit Man City in der schwersten Krise seiner Amtszeit
Abstiegskampf für Man United nach dem 0:2 gegen Wolverhampton und zuletzt drei Liga-Pleiten mit 3:9 Toren – Platz 14! Schon jetzt spielen sie nur noch Europa League statt Champions League, raus im League Cup sind sie auch.
Die Nummer 10 nach United-Legende Alex-Ferguson (82): Auch Ruben Amorim (39) konnte Manchester in seinen 47 Tagen nicht an Erfolg gewöhnen: Fünf Pleiten, vier Siege, ein Remis
Absturzangst bei Man City nach dem 1:1 gegen Everton und nur einem Sieg in den vergangenen 13 wettbewerbsübergreifenden Spielen. Platz 7 in der Premier League, Platz 22 in der Champions League, ebenfalls raus im League Cup.
Die Fans des Rivalen Liverpool können nach vielen schmerzhaften Jahrzehnten im Schatten Manchesters ihr Glück nicht fassen. Die M62, die die Städte über 60 Straßenkilometer verbindet, war lange eine Autobahn der Tränen für sie.
United holte von 1993 bis 2013 unglaubliche 13 Meistertitel. Liverpool in dieser Zeit gar keinen. City triumphierte von 2012 bis 2024 anschließend achtmal, Liverpool nur einmal.
Man City: Verlängerung mit Guardiola sah nach Trotz aus
Es wirkte fast wie abgesprochen, dass nach der United- die City-Ära folgte. Man blieb unter sich in Manchester. Bis jetzt!
Während Liverpool und Trainer Jürgen Klopp (57) die Kraft aufbrachten, sich trotz einer großartigen Zeit zu trennen, verlängerten City und Pep Guardiola (53) gerade bis 2027. Es sah eher nach Trotz aus, nicht nach Überzeugung.
Die Reds haben mit Arne Slot (46) offenbar den perfekten Klopp-Nachfolger geholt. Dank neuer Impulse dreht Mo Salah (32) auf, als wäre er wieder 25. Als erster Spieler der Premier-League-Geschichte schafft er vor Weihnachten zweistellig Tore (15) und Vorlagen (10).
Wie Klopp bei den Reds hat bei United Sir Alex Ferguson (82) Legende-Status. Der Schotte ging 2013 nach insgesamt 1494 Spielen – und mit ihm der Erfolg. Zehn Trainer (u.a. Mourinho) versuchten seitdem ihr Glück mit Hunderten Millionen für Neueinkäufe. Allein 650 (!) Mio. waren es in den vergangenen fünf Jahren.
Bilder aus alten, erfolgreichen Tagen: United-Trainerlegende Alex Ferguson (damals 67, heute 82) und Ex-United-Star Cristiano Ronaldo (damals 24, heute 39) im Februar 2009
Die United-Fans sangen früher so geschmacklosen Mist wie: „Build a bonfire, put the Scousers on the top. Put the City in the middle. And burn the f*ckin lot...“
Zu Deutsch: „Mach ein Lagerfeuer, leg die Scousers (Bezeichnung für Menschen aus Liverpool) drauf. Pack die Stadt in die Mitte. Und verbrenne die verdammte Menge.“
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Das Einzige, was jetzt brennt, ist ihr Klub. Neidisch blicken sie auf den strategischen Weitblick des verhassten Nachbarn Liverpool.
Was für ein Niedergang nebenan. Stars wie Beckham, Scholes, die Neville-Brüder, Sheringham, Rooney. Und davor Cantona. Was für Typen. Was für Erfolge (u.a. 1999 und 2008 Champions League). Jetzt sagt Trainer Ruben Amorim (39) schon verzweifelt: „Es geht nur noch ums Überleben.“
Aufgepumpt mit Scheich-Milliarden gab es bei City spätestens seit Guardiolas Ankunft 2016 keine Limits. Erling Haaland (24) war 2022 DIE Verstärkung, um das erste Triple 2023 perfekt zu machen – und selbst der verschießt jetzt Elfmeter wie gegen Everton. Es scheint, als wäre ohne den verletzten Mittelfeld-Strategen Rodri (28/Kreuzbandriss) der Rest des Teams überfordert. Pep inklusive. Der sagt ernüchtert: „Was die Tabelle angeht, habe ich keine Argumente.“
Es läuft einfach nicht: Superstar Erling Haaland (24) verballerte gegen Everton einen Elfmeter – und damit den möglichen Sieg (Endstand 1:1)
Der Brasilianer Savinho (20/für 25 Mio. Euro aus Troyes) war die einzige Zukunftsinvestition.
Der ablösefreie Wechsel von Ilkay Gündogan (34) aus Barcelona steht stellvertretend für die City-Krise. Mit ihm, Kevin De Bryune (33), Bernardo Silva (30) oder John Stones (30) wirkt alles ein wenig gestrig.
Als Liverpool-Fan möchte man beiden Klubs in einer Mischung aus Spott und Trost fast entgegen singen: „You’ll never lose alone“ (zu Deutsch: „Du wirst niemals allein verlieren“). Geteiltes Leid ist für United und City ja vielleicht nur halbes Leid.
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