Sie widmete ihr Leben dem Gedenken: Witwe von erstem Tschernobyl-Opfer stirbt bei Russen-Angriff | Politik

[ad_1]
Kiew – Als am 14. November russische Shahed-Drohnen auf Kiew (Ukraine) fallen, wird auch eine 73-jährige Frau in ihrer Wohnung schwer verletzt. Doch sie nicht irgendwer: Es handelt sich um Natalia Khodemchuk, die Witwe des ersten Opfers von Tschernobyl. Ihr Mann Valery Khodemchuk (†35) hatte im April 1986 im Kernkraftwerk von Tschernobyl gearbeitet und war der erste, den die Explosion in den Tod riss.
Nach dem russischen Angriff auf Kiew kam Natalia Khodemchuk zunächst in ein Krankenhaus. Die Haut der 73-Jährigen war zu 45 Prozent verbrannt, ihre Atemwege schwer geschädigt. Sie erlag in der Nacht vom 14. auf den 15. November ihren Verletzungen.
Natalia als junge Frau mit ihrem Mann Valery Khodemchuk
„Liebe und Verlust“ trugen sie durchs Leben
„Mit tiefem Schmerz und aufrichtigem Beileid geben wir den Tod von Natalia Domanivna Khodemchuk bekannt, der Ehefrau des ersten Opfers der Tschernobyl-Katastrophe, Valery Khodemchuk, Mutter, Großmutter, einer Frau mit großem Herzen und einer großen Bestimmung“, gab die Staatliche Agentur der Ukraine bekannt, die für die Sperrzone von Tschernobyl zuständig ist.
In der Erklärung heißt es auch, Natalia Khodemchuk sei eine Frau gewesen, die „Liebe und Verlust“ durch das Leben trugen. Die Leiche ihres Mannes wurde nie gefunden. Es wird vermutet, dass sie bis heute unter den Trümmern der Umwälzpumpen begraben liegt.
Natalia Khodemchuk hatte ihr Leben dem Andenken ihres Mannes und dem Gedenken an die Tschernobyl-Katastrophe gewidmet. Sie wohnte in einem Gebäude, das einst Mitarbeitern des Atomkraftwerks gehörte und als „Tschernobyl-Haus“ bekannt war.
Blick auf den zerstörten Reaktor von Tschernobyl nach der schweren Explosion am 26. April 1986. In den Folgemonaten wurde der Block mit einem Betonmantel verhüllt
Valery Khodemchuk wurde nur 35 Jahre alt
In der HBO-Miniserie „Chernobyl“ spielte Schauspieler Kieran O’Brien (heute 51) Valery Khodemchuk
Ehrenmal auf einem Moskauer Friedhof
In diesem Gebäude soll auch schon Oleksii Ananenko (66) gelebt haben, er galt als einer der Helden von Tschernobyl. Nach der ersten Explosion pumpten er und zwei andere Männer unter Einsatz ihres Lebens das Kühlwasser aus dem vierten Reaktorblock ab. Sie verhinderten so eine zweite mögliche Explosion und gingen als „Suicide Squad“ (Selbstmordkommando) in die Geschichte ein.
Es gibt viele Filme über Tschernobyl. Eine Serie über die Katastrophe („Chernobyl“, HBO), in der auch der „Suicide Squad“ eine Rolle spielt, fand auch in Russland Beachtung. Hätten die Männer nicht so gehandelt, wäre die Welt heute womöglich eine andere. Auf dem Mitinskoe-Friedhof in Moskau wurde für Walerij Chodemtschuk eine Gedenktafel errichtet.
Jetzt bombardierten russische Soldaten die Witwe einer der Männer im Kernkraftwerk. Der Tod von Natalia Chodymtschuk zeigt die ganze Absurdität und Sinnlosigkeit des russischen Angriffskriegs.
[ad_2]
Apsny News