So denkt das IOC über eine deutsche Olympia-Bewerbung für 2040 | Sport

23.08.2024 - Cuma 16:48

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Nimmt Deutschland einen neuen Anlauf auf Olympische Sommerspiele?

Politik und Sportverbände haben sich darauf geeinigt, einen Anlauf auf die Ausrichtung im Jahr 2040 zu nehmen. Unklar ist noch, mit welchem Konzept man bei der Bevölkerung um Unterstützung werben will. Im Raum steht auch eine mögliche Austragung in verschiedenen Großstädten.

Aber wie denkt das Internationale Olympische Komitee überhaupt über eine deutsche Bewerbung?

Fecht-Olympiasiegerin Britta Heidemann (41), die bis zu den Spielen in Paris acht Jahre lang als Athletenvertreterin im IOC saß und künftig das Ehrenamt als Stiftungsrat des Olympic Refugee Teams übernimmt, sagt zu BILD: „Mein Gefühl ist, dass man sich freuen würde. Das Vertrauen, dass Deutschland Top-Spiele umsetzen würde, ist groß. Man sieht uns immer noch ganz vorne bei der Organisation und der Umsetzung von Groß-Sportevents. Ich würde mir sehr wünschen, dass wir uns bewerben können.“

Im großen Interview mit BILD erklärt sie, was man von Olympia im eigenen Land erwarten kann und was sich im deutschen Sportsystem ändern muss.

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Sie haben in Paris Bundeskanzler Olaf Scholz getroffen. Haben Sie schon Überzeugungsarbeit geleistet?

Ich habe ihn durchs Dorf geführt und ihm viel erklärt, zum Beispiel wie nachhaltig das Dorf ist und die Spiele in Paris sind. Ich fand super, dass er das gemacht hat. Es gibt seit Längerem eine Zurückhaltung in Deutschland gegenüber Sport-Großveranstaltungen. Da kann man sich jetzt wieder nach vorne arbeiten.

[-->Was halten Sie von dezentralen Spielen in verschiedenen Städten?

Man kann etwas großflächiger werden, damit nicht unnötig neu gebaut wird. Als Athlet gesprochen und das ist auch das, was sich das IOC wünscht: Wenn man viel in einer Stadt hat, bekommt auch jeder viel mit. Man würde das Kernstück von Olympia abschaffen, wenn man das Ereignis auf ein ganzes Land verteilt. Es wäre, als würde man 30 Weltmeisterschaften machen und jeder ist woanders.

Was können Olympische Spiele gesellschaftlich bewirken?

Olympische Spiele in jedem Land bewirken, dass Projekte angestoßen werden, die sonst nicht angestoßen würden. Das bezieht sich auf Infrastrukturprojekte, Bauprojekte genauso wie auf Sport-Infrastruktur oder Entwicklungen im Sport- und Jugendbereich. Für Deutschland wäre das gesellschaftlich ein Antrieb, aus dieser Stagnation zu kommen und wieder einen Push nach vorne zu bekommen.

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[-->Quelle: BILD19.08.2024

Wie meinen Sie das?

Wir sind in Deutschland ein bisschen in die Ecke gerutscht, dass wenn jemand etwas schafft, gesagt wird: Nö, bloß keinen Druck! Aber wir Menschen sind schon stolz, wenn wir etwas erreichen. Wenn Kinder Lust auf Wettkampf haben, dann sollen sie auch einen Wettkampf machen. Man nimmt den Kindern sonst so viel Drive. Das wäre ein gesellschaftlicher Befreiungsschlag im positiven Sinne.

Muss Deutschland auch einfach mehr Geld in den Sport investieren?

Im internationalen Vergleich stehen wir in Deutschland sehr gut da. Die Athleten haben eine Top-Infrastruktur. Auch hier in Paris gibt es zum Beispiel im Deutschen Haus Trainingsstätten mit Reha und allem, was dazu gehört. Der deutsche Athlet hat im internationalen Vergleich Top-Bedingungen.

Und wo hakt es trotzdem?

Die Verteilung der Gelder könnte sehr viel besser laufen. Wir haben die Sporthilfe, wir haben Sportstiftungen, wir haben Vereine, die vielleicht Geld bezahlen. Man müsste das System vereinfachen. Ich habe als aktive Athletin teilweise aus sechs oder sieben verschiedenen Töpfen Geld bekommen.

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[-->Quelle: BILD19.08.2024

Worum geht es in Ihrer neuen Rolle rund ums Refugee Team?

Das ist spannend, weil ich mit Deutschland aus einem Land komme, das die meisten Mitglieder des Refugee Teams beheimatet. 10 der 37 Refugee-Athleten trainieren in Deutschland. das Team wird immer größer. Es geht darum, den Athleten Trainingsmöglichkeiten zu bieten und ihnen zu helfen, eine neue Heimat zu finden. Aber auch darum, Sponsoren und Unterstützer zu gewinnen.

Mit Ex-Turnerin Kim Bui (35) wurde in Paris wieder eine Deutsche in die Athletenkommission des IOC gewählt. Was geben Sie ihr mit auf den Weg?

Wichtig ist, sich weltweit viel mit den Athleten zu sprechen. Wenn man über den Tellerrand hinausschaut, kann man Zusammenhänge besser verstehen. Mit Michael Mronz hat sie auch einen Deutschen im Executive Board, der bestens vernetzt ist und ihr jederzeit helfen wird.

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