SPD-Jugend attackiert Partei-Chef Klingbeil | Politik

24.05.2025 - Cumartesi 17:41

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Wolfenbüttel (Niedersachsen) – Heftige Kritik an Lars Klingbeil (47, SPD)! Der SPD-Bundeschef und Vizekanzler musste am Samstag ausgerechnet in seiner politischen Heimat scharfe Angriffe seiner eigenen Parteijugend einstecken.

Vor allem die Jusos machten ihrem Ärger beim SPD-Landesparteitag deutlich Luft. Anlass: das desaströse Abschneiden bei der Bundestagswahl am 23. Februar. „Ich bin enttäuscht“, sagte die Jungsozialistin Emma-Lou. Allerdings nicht über das Ergebnis von 16,4 Prozent – „sondern von deinem Verhalten am Wahlabend“.

Jusos: „Ein eiskaltes Machtmanöver“

Klingbeil, selbst Niedersachse, griff trotz des Ergebnisses zunächst auch zum Fraktionsvorsitz und ging als Finanzminister in die Bundesregierung. Im Gegensatz zur Noch-Parteichefin und dem ehemaligen Arbeitsminister. „Saskia Esken ist weg, Hubertus Heil kaltgestellt“, kritisierte die Rednerin. Sie unterstellte Klingbeil „ein eiskaltes Machtmanöver“ und sprach von einem „politischen Schlag in die Magengrube“.

Sie forderte den Parteivorsitzenden auf: „Wenn du wirklich etwas verändern willst, dann arbeite nicht gegen uns, sondern mit uns.“

Hinweis: In einer früheren Version dieses Artikels hieß es, die niedersächsische JUso-Vorsitzende hätte die Kritik an Lars Klingbeil am Rednerpult geäußert. Die Verwechslung wurde korrigiert.

Braunschweigs Juso-Bezirkschef Bahne Brand (23): „Von einem Parteivorsitzenden, vor allem, wenn er noch einmal antritt, erwarte ich einen Plan für die Partei.“ Klingbeil hatte eine Aufarbeitung der Bundestagswahl durch eine Kommission angekündigt – für Bahne ein Beleg für „Hinterzimmer-Politik“.

Provokant fragte Bahne: „Warum willst du 2029 Kanzlerkandidat einer 5-Prozent-Partei werden? Das können wir doch besser.“ Klingbeil zeigte sich für Diskussionen und Kritik offen, konterte aber auf die 5-Prozent-Provokation: „Das sind Sprüche, die können wir uns auf der Bühne hier oben sparen.“

Der Parteitag wählte Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (58) mit 96,3 Prozent der Stimmen zum neuen SPD-Landesvorsitzenden. Zudem wurde ein Antrag verabschiedet, der die Prüfung eines AfD-Verbots fordert.

Niedersachsens Ministerpräsident und SPD-Landeschef OLaf Lies (58, l.) und Vizekanzler Lars Klingbeil bei der Pressekonferenz in Wolfenbüttel

Niedersachsens Ministerpräsident und SPD-Landeschef Olaf Lies (58, l.) und Vizekanzler Lars Klingbeil bei der Pressekonferenz in Wolfenbüttel

Foto: Michael Matthey/dpa

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