„Sportstudio“: Wissenschaftler erklärt Sinn der WM 2034 | Sport

15.12.2024 - Pazar 01:01

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Heiße Diskussion um die WM 2034.

Unter der Woche vergab die Fifa offiziell das Turnier an Saudi-Arabien – trotz vieler Kritiken. Im ZDF-Sportstudio äußerte sich der Islamwissenschaftler Sebastian Sons zur Vergabe an den Wüsten-Staat.

Sons: „Als Wissenschaftler und jemand, der Saudi-Arabien schon seit vielen Jahren beobachtet, ist das eine logische Entwicklung. Saudi-Arabien hat in den letzten Jahren massiv in den Sport investiert, nicht nur in den Fußball.“

Der Islam- und Politikwissenschaftler weiter: „Saudi-Arabien möchte sich bekannter machen und braucht eine WM auch, um sich vom Erdöl unabhängiger zu machen (2024 das förderstärkste Land der Opec, d.Red.). Das Land ist anders als Katar. Es ist viel größer, die Bevölkerung ist zehnmal so groß. Es gibt auch durchaus Armut und Jugendarbeitslosigkeit, das sehen wir oftmals nicht. Eine WM bietet auch eine Möglichkeit, eine nationale Sport-Industrie aufzubauen und Begeisterung zu schaffen und eben auch Jobs zu schaffen. Aus strategischen Gründen macht das sehr viel Sinn für Saudi-Arabien.“

Für das Turnier 2034 hatten zunächst auch Indonesien und Australien eine gemeinsame Bewerbung mit weiteren Ländern ins Auge gefasst. Sie verwarfen die Pläne aber schließlich und Saudi-Arabien blieb als einziger Kandidat übrig.

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Quelle: BILD

Erst 2022 fand die WM in der Golfregion statt, damals war Katar (auch trotz viel Kritik) der Ausrichter. Sons aber über den Ausrichter 2034: „Es ist eine fußballbegeisterte Nation. Ich kenne niemanden, der keine Fußball-Begeisterung hat. Den Menschen gönne ich die WM, was das politische System angeht, da muss man durchaus kritisch nachfragen. Auch hier sehe ich eine Möglichkeit zum Dialog.“

Er macht aber klar: „Saudi-Arabien ist ein selbstbewusstes Land. Es möchte nicht uns gefallen, sondern sich selbst. Man sollte nicht damit rechnen, dass sich aus unserem Blickwinkel an der Menschenrechtssituation viel ändert.“

Sonsüber die Ziele des Wüsten-Staates: „Saudi-Arabien möchte eigentlich drei Dinge damit erreichen. Zum Ersten möchten sie die Marke Saudi-Arabien stärken und überall in der Welt wahrgenommen werden. Der zweite Aspekt ist innergesellschaftlich: Wie kann sich die Gesellschaft über den Sport öffnen? Und den Sport als Trend und Lifestyle zu etablieren. Und am Ende des Tages geht es um die politische Legitimation der Führung.“

Unklar ist übrigens, wann genau überhaupt gespielt wird. Wie in Katar 2022 herrschen während der eigentlichen WM-Monate im Sommer hohe Temperaturen in Saudi-Arabien. Die Verlegung in den Spätherbst brächte große Probleme für die Spieltermine der Ligen und internationalen Wettbewerbe. Im Februar 2034 werden die Olympischen Spiele ausgerichtet.

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