Stefan Kretzschmar zerlegt den Handball: „Wir sehen einfach scheiße aus“ | Sport

28.01.2025 - Salı 20:15

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Knallharte Worte einer Handball-Legende!

Die Weltmeisterschaft in Dänemark, Norwegen und Kroatien geht gerade in die K.-o.-Phase, da zerpflückt Stefan Kretzschmar (51) mal eben seine Sportart.

Lustigstes WM-Interview: Handball-Profi schmettert ein Ständchen

Quelle: DYN24.01.2025

Der Ex-DHB-Star (218 Länderspiele) macht sich große Sorgen, dass der Handball zu einer Nischensportart verkommt, an globalem Stellenwert verliert.

Kretzsche im Interview mit Sport1 deutlich: „Wir sind an einem Punkt, an dem wir uns wirklich fragen müssen: 'Wo soll der Handball in 20 Jahren stehen?' Das sollten auch jüngere Leute entscheiden. Man darf das nicht belächelnd ignorieren nach dem Motto: 'Weitermachen, das haben wir schon immer so gemacht.' Das wird nicht funktionieren und der Tod unserer Sportart sein.“

Kretzschmar zerlegt den Handball: „Unsere Trikots sehen aus wie Litfaßsäulen“

Vor allem bei der Außendarstellung der Profis sieht er enormen Nachholbedarf. „Wir sehen einfach scheiße aus. Wir müssen uns grafisch revolutionieren. Unsere Trikots sehen aus wie Litfaßsäulen, da sind 15 Sponsoren drauf. Wer kauft sich das denn für die Freizeit? Keiner! Weil es natürlich in der Freizeit am Ballermann oder sonst wo einfach scheiße aussieht“, so der Sport-Boss von Bundesliga-Topklub Füchse Berlin.

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Seine Forderung: Ein Beispiel an anderen Sportarten nehmen: „Warum boomen denn gewisse Sportarten wie Golf, Formel 1 oder Tennis, die eigentlich schon tot waren? Durch hochwertige Dokumentationen auf Netflix, in denen vieles aus dem Privatleben der Sportler gezeigt wird. Da reicht es nicht, wenn du mal in einer Sporthalle Julian Köster interviewst.“

Auffällig bei der WM: Die Hallen bei vielen Spielen sind nahezu leer. Was aber auch schon zu Kretzschmars Zeiten oft der Fall war, wie er zugibt: „Man braucht meine aktive Zeit vor 30 Jahren nicht zu glorifizieren. Bei Europameisterschaften in Portugal oder Italien war es auch nicht so, dass die Hallen ausverkauft waren, wenn der Gastgeber nicht gespielt hat.“

Und weiter: „Das war noch nie so, aber wir wähnten uns eigentlich schon auf einem besseren Weg. Insbesondere Norwegen und Kroatien enttäuschen da gerade, wenn der Gastgeber nicht spielt. Das ist wieder einmal alarmierend.“

Nächstes Turnier schon wieder in Deutschland?
Kretzsche: „Die Entwicklung ist katastrophal“

Nur bei Turnieren in Deutschland ist die Auslastung der Hallen immer gut gewesen. Dass aber bereits 2027 wieder eine WM hierzulande stattfindet, nachdem erst die EM im vergangenen Jahr in Deutschland ausgetragen wurde, hält Kretzschmar für falsch und auch gefährlich für den Handballsport: „Die Entwicklung ist katastrophal. Dass du 2027 eine WM in Deutschland hast, 2032 dann schon wieder... Die Frauen-WM 2025 würde ich ausklammern. Aber die generelle Entwicklung fördert natürlich die totale Monokultur des deutschen Marktes. Die Deutschen können sich darüber freuen, ich finde es katastrophal und auch nicht gut, dass man sich darüber freut, weil es die Internationalität unserer Sportart immer mehr gefährdet.“

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