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Studie nennt Zahlen: Wann gehören Sie zu den reichsten 10 Prozent? | Politik
10.07.2025 - Perşembe 05:31
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Berlin – Jeder zweite deutsche Haushalt verfügt über ein Vermögen von mehr als 100.000 Euro. Das ergab eine aktuelle Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) auf Basis von Befragungsdaten der Deutschen Bundesbank.
► Der Medianwert belaufe sich dabei auf 103.100 Euro. Heißt: Eine Hälfte der Haushalte liegt beim Vermögen UNTER diesem Wert, die andere darüber. UND: Zu den vermögendsten 10 Prozent der Haushalte gehört laut dieser Analyse, wer mehr als 777.200 Euro besitzt.
Bin ich jetzt reich, wenn ich in Deutschland Vermögenswerte von knapp 800.000 Euro besitze?
Vermögensforscher Prof. Dr. Thomas Druyen (68) ordnet auf BILD-Nachfrage ein: „Die Kernbotschaften der Studie basieren auf quantitativen Zahlen – die qualitativen Wirklichkeiten stellen sich mir aber weit komplexer dar.“ Haushalte mit knapp 800.000 Euro Vermögen seien „mit der Welt der Hochvermögenden (von 40 und 400 Millionen) und Superreichen (ab 40 Milliarden) nicht zu synchronisieren.“
Mit dem Alter wächst das Vermögen
Druyen schnörkellos: „Diese Zahlen und die Realität sind Lichtjahre voneinander entfernt“. ABER: Die IW-Studie kommt noch zu weiteren und konkreteren Ergebnissen. Demnach hängt es stark mit dem Lebensalter zusammen, wer wie viele Vermögenswerte jemand besitzt.
► Die Auswertung zeigt, dass das Haushaltsnettovermögen der unter 35-Jährigen mit 17.300 Euro im Median deutlich niedriger lag.
► Zum Vergleich: In der Altersgruppe der 55- bis 64-Jährigen lag der Median bei 241.100 Euro – in keiner anderen Altersgruppe war er höher. Klar ist: Ein Vermögensaufbau dauert lange, häufig wird ein ganzes Arbeitsleben über gespart und angelegt.
► Erst im Ruhestand wird das Vermögen wieder schrittweise aufgebraucht. Wer 75 oder älter war, hatte im Median noch ein Vermögen von 172.500 Euro.
Ein Eigenheim macht den Unterschied
Fakt ist auch: Ein Eigenheim zu besitzen, spielt bei der Vermögensbildung eine große Rolle. Während nicht einmal jeder Zehnte unter 35 Jahren in den eigenen vier Wänden lebte, sind es bei den 55- bis 64-Jährigen bereits mehr als jeder Zweite.
Wie schnell wir vermögend werden, hängt laut der Studienverantwortlichen von den Rahmenbedingungen ab: „Will der Staat den privaten Vermögensaufbau erleichtern, könnte er die Arbeitseinkommen entlasten“, erklärt IW-Verteilungsexperte und Studienkoautor Dr. Maximilian Stockhausen. Und weiter: „Wenn Arbeitnehmer mehr Netto vom Brutto behalten, eröffnet ihnen das zusätzliche Spielräume für die Vermögensbildung.“
Vermögensaufbau auf der einen, Angst vor Schulden auf der anderen Seite: Das Bangen um die eigenen Finanzen ist einer Umfrage zufolge im EU-Vergleich unter den Deutschen aktuell besonders ausgeprägt.
► In der Erhebung für den Informationsdienstleister „Crif“ mit 6000 Befragten in fünf europäischen Ländern (Deutschland, Frankreich, Italien, Polen und Großbritannien) äußerten die deutschen Teilnehmer mit Blick auf die kommenden 12 Monate die geringste Zuversicht.
„Die Sorge um die eigene finanzielle Zukunft ist tief in der Mitte der Gesellschaft angekommen“, erklärt Crif-Deutschland-Geschäftsführer Frank Schlein. Und weiter: „Acht von zehn Menschen in Deutschland blicken mit Sorge auf ihre finanzielle Zukunft – das ist ein deutliches Warnsignal.“
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