Svenja Schulze (SPD): Darum wollten die Pakistani die Tasche der Ministerin | Politik

22.08.2024 - Perşembe 13:37

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Und plötzlich reden alle über eine Handtasche statt über Politik …

Die rote Ledertasche von Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze (55, SPD) hat bei einem Termin mit Pakistans Premier Shehbaz Sharif (72) einen Eklat ausgelöst.

Sicherheitskräfte wollten der Ministerin ihre Longchamp (Modell „Le Pliage“, knapp 500 Euro) abnehmen, sie sollte beim Abendessen mit dem Premier draußen bleiben. Das erfuhr BILD aus Delegationskreisen.

Schulze schlagfertig: So nicht, dann gehen wir! Die Ministerin machte auf dem Absatz kehrt.

Der deutsche Botschafter in Pakistan, Alfred Grannas (63), rief noch: „Thank you very much! Bye-bye! We go.“ (dt.: Vielen Dank! Tschüss! Wir gehen.)

„Thank you very much. Bye, bye! We go“, ruft der deutsche Botschafter in Pakistan, Alfred Grannas (63), als er und Ministerin Schule kehrt machen

„Thank you very much! Bye-bye! We go“, ruft der deutsche Botschafter in Pakistan, Alfred Grannas (63), als er und Ministerin Schulze umdrehen

Foto: Andreas Kynast/X

Dann doch die Entscheidung der Sicherheitsleute: Sie rufen Schulze zurück. Sie und ihre Handtasche dürfen in den Palast

Dann doch die Entscheidung der Sicherheitsleute: Sie rufen Schulze zurück. Die Ministerin und ihre Handtasche dürfen doch in den Palast

Foto: Andreas Kynast/X

BILD weiß: Es gibt keinen internationalen Standard für Sicherheitskontrollen. In der Regel wird vor Arbeitsbesuchen abgesprochen, was mitgenommen werden darf und wer kontrolliert wird. Ministerinnen und Minister sind immer von Kontrollen ausgenommen und geben vor allem ihre elektronischen Geräte niemals aus der Hand. Auf den Dienstgeräten befinden sich sensible Daten. Dürfen sie nicht mitgenommen werden, sammelt ein Mitglied der deutschen Delegation alle Handys etc. ein und behält sie bei sich.

Warum Schulze ihre Tasche abgeben sollte, ist unklar. Womöglich sollte sie aus Sicherheitsgründen draußen bleiben – und vielleicht hat das Wachpersonal die Ministerin schlicht nicht erkannt.

Hohe Terrorgefahr in Pakistan

Dazu kommt: Die Sicherheitslage in Pakistan ist sehr angespannt. Schon mehrere Politiker wurden Ziel von Attentaten, im November 2022 wurde Ex-Premier Imran Khan (71) während eines Protestzuges seiner Partei angeschossen.

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Dass die Ministerin ihre Tasche abgeben sollte, war für die deutsche Delegation eine klare Grenzüberschreitung.

Wie BILD aus Delegationskreisen erfuhr, herrschte kurz ziemliche Aufregung. Dann durfte Schulze doch mit ihrer Tasche in den Palast des Ministerpräsidenten in Islamabad.

Auf das Treffen und den eigentlichen Termin hatte der Zwischenfall keine Auswirkungen.

Zwei Stunden lang tauschten sich Schulze mit Premier Sharif und der pakistanischen Regierung beim Dinner aus.

Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze (55, SPD) ist nach Pakistan gereist, um sich dort über die Arbeitsbedingungen in Textilfabriken zu informieren

Insgesamt drei Tage ist Schulze nach Pakistan gereist, um sich dort über die Wirksamkeit des deutschen Lieferkettengesetzes zu informieren. Am Donnerstag besuchte sie eine Textilfabrik – dieses Mal ohne Tasche

Foto: IMAGO/BMZ/photothek.de

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