Sylt-Grölerin fliegt, Uni-Präsidentin bleibt: „Gipfel der Doppelmoral erreicht“ | Politik

31.05.2024 - Cuma 05:48

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Wird in Deutschland mit doppeltem Maß gemessen?

Die 24-jährige Sylt-Grölerin, die „Ausländer raus“ gesungen hatte, verlor ihren Job und soll von der Uni fliegen. Die Präsidentin der Berliner Technischen Universität, Geraldine Rauch (41), markierte antisemitische Beiträge mit „Gefällt mir“, will aber im Amt bleiben.

Tausenden Antisemiten, die seit Monaten an deutschen Unis judenfeindliche Parolen brüllen und sich mit den Hamas-Terroristen solidarisieren, droht kein Uni-Rauswurf.

[-->Wie kann das sein? In BILD prangert Bundestags-Vizepräsident Wolfgang Kubicki (72, FDP) Doppelstandards an.

„Ich wünschte mir hier nur einen Bruchteil der öffentlichen Empörung, die wir jetzt wegen des unsäglichen Sylt-Videos erleben“, sagt Kubicki. Denn an deutschen Hochschulen habe sich „längst ein gefährlicher linksgeprägter Judenhass manifestiert, der zur konkreten Gefahr für Leib und Leben für jüdische Studenten wird“.

Bundestagsvize Kubicki übt heftige Kritik an der Uni-Präsidentin

Bundestagsvize Kubicki übt heftige Kritik an der Uni-Präsidentin

Foto: Axel Heimken/dpa<!-->

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Kubicki spricht von einer „fast nicht zu ertragenden, billigen und wohlfeilen Pseudomoral“. Dies sei der Grund, warum die Sylt-Studentin von der Uni fliegen soll, während die TU-Präsidentin „im Amt bleibt, die hier offensichtlich aus Überzeugung ihre israelfeindliche Überzeugung zur Schau stellte“.

Johannes Winkel (32, CDU), Chef der Jungen Union, verurteilt das Sylt-Video als „ekelhaft“, macht aber klar: „Deutschland hat dieser Tage den Gipfel der Doppelmoral erreicht. Während Existenzen wegen eines Suff-Videos zerstört werden, bleibt echter Judenhass an deutschen Unis nicht nur ungestraft, sondern wird sogar gefördert.“

Junge-Union-Chef Johannes Winkel attestiert Deutschland „Doppelmoral“

Junge-Union-Chef Johannes Winkel attestiert Deutschland „Doppelmoral“

Foto: Moritz Frankenberg/dpa<!-->

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Bitter fügt Winkel hinzu: „Hätte die Dame im Video also die Vernichtung Israels gegrölt, hätte sie wohl ein Stipendium erhalten, statt von der Uni zu fliegen.“

Rauch gibt alles zu – und will im Amt bleiben

Nach 36-stündigem Abtauchen meldete sich Uni-Präsidentin Rauch am Mittwochnachmittag zu Wort und gab zu, antisemitische Beiträge auf X (Twitter) mit „Gefällt mir“ markiert zu haben. Darunter ein Foto, das Israels Premierminister Netanjahu mit Hakenkreuzen zeigt. Die Gleichsetzung Israels mit dem Nazi-Reich gilt als eindeutig antisemitisch.

Rauch räumte ein, dass die Beiträge „antisemitischen Inhalts“ seien. Das Netanjahu-Bild mit Hakenkreuzen habe sie „tatsächlich nicht genauer betrachtet“, dies sei „ein Fehler“. Das Uni-Präsidium gab ebenfalls eine Stellungnahme ab und erklärte, Rauch habe „einen Tweet gelikt, der eindeutig antisemitisch ist. Das ist ein inakzeptabler Fehler“.

Dennoch geht aus dem Statement hervor, dass Rauch als Uni-Präsidentin weitermachen will.

Für diesen antisemitischen Beitrag gab es ein „Like“ von Geraldine Rauch. Zu sehen ist Israels Premierminister Netanjahu, beschmiert mit Hakenkreuzen

Für diesen antisemitischen Beitrag gab es ein „Like“ von Geraldine Rauch. Zu sehen ist Israels Premierminister Netanjahu, beschmiert mit Hakenkreuzen

Foto: x/Geraldine Rauch<!-->

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Die anderen Präsidiumsmitglieder übten heftige Kritik an Rauch. Sie bezeichneten den Vorgang als „inakzeptablen Fehler“ und erinnerten im Zusammenhang mit den Vorwürfgen gegen Rauch an die Nazi-Zeit. Schon einmal war die TU von „Menschenverachtung, Kriegsverherrlichung und antisemitischer Ideologie geprägt“.

Die Berliner CDU-Generalsekretärin Ottilie Klein (40) kritisiert Rauchs Stellungnahme: Die Uni-Präsidentin habe sich „erst nach massivem Druck geäußert“ und scheine „die Tragweite ihrer Handlung nicht verstehen zu wollen“, kritisiert Klein. „Man kann nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. Wer als Person des öffentlichen Lebens mit Äußerungen und Posts Antisemitismus befeuert, trägt eine moralische Mitverantwortung an weiteren Eskalationen.“

CDU: „Wer Hakenkreuze liked, ist falsch in diesem Amt“

Klein zu BILD: „Wer Hakenkreuze liked, ist falsch in diesem Amt.“ Das Uni-Präsidium, das von einem „inakzeptablen Fehler“ spricht, solle „diesem unwürdigen Vorgang ein Ende bereiten“. Für sie steht fest: „Die Präsidentin kann nicht im Amt bleiben.“

Die Präsidentin der TU Berlin nutzt ihr Amt von Anfang an für politischen Aktivismus. Sie wollte die Uni „kräftig umkrempeln“, positionierte sich nicht nur gegen Rechtsextremismus, sondern allgemein „ganz klar gegen rechts“. Die FAZ berichtet, dass sie unliebsame Professoren „als Zuträger des Rechtsextremismus diffamierte“.

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