Syrien: Erster syrischer Bürgermeister in Deutschland wagt Prognose | Politik

09.12.2024 - Pazartesi 14:45

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Er ist selbst Syrer – und Bürgermeister in Deutschland.

Mit 21 Jahren flüchtete Ryyan Alshebl (Grüne) aus Syrien nach Deutschland, arbeitete sich hier zum Bürgermeister von Ostelsheim (Baden-Württemberg) hoch. Nach dem Sturz des Assad-Regimes ist er sich sicher: Die meisten syrischen Flüchtlinge wollen in ihre alte Heimat zurück.

Die Syrer in Deutschland hatten „mit unfassbar großer Freude“ auf den Sturz von Baschar al-Assad (59) reagiert, sagt Alshebl zu BILD. „Kaum jemand kann glauben, was passiert ist.“ Wie wohl kein anderer Politiker hat er tiefe Einblicke in die syrische Gemeinschaft in Deutschland.

„Niemand muss sich Sorgen machen“

Was müsste aus seiner Sicht jetzt passieren? Alshebl hofft auf einen „geordneten politischen Übergang“ in seiner Heimat. Der Verwaltungsfachwirt: „Im Kern ist es erforderlich, ein neues Staatswesen aufzubauen. Dafür benötigen wir dringend die Unterstützung der internationalen Gemeinschaft, insbesondere der EU und Deutschlands.“

Das, so meint der Grünen-Politiker, würde sich auch für Deutschland auszahlen.

Alshebl: „Jeder Cent, den die EU in den Wiederaufbau Syriens investiert, kommt uns allen zugute, und niemand muss sich mehr Sorgen über geflüchtete Syrer machen oder über die damit verbundene Erpressung durch Erdogan, der gegenüber der EU ständig mit Flüchtlingen droht.“

Alshebl: „Der Tyrann wurde gestürzt“

Der Grünen-Politiker sieht die deutsche Flüchtlingspolitik selbst kritisch, forderte unter anderem die Begrenzung von Sozialleistungen von Geflüchteten auf drei Jahre. Nach so einer langen Zeit müsste jeder für sich selbst sorgen können.

Flüchtlinge warten an einem Grenzübergang in der Nähe der südtürkischen Stadt Antakya darauf, von der Türkei nach Syrien zu gelangen

Flüchtlinge warten an einem Grenzübergang in der Nähe der südtürkischen Stadt Antakya darauf, von der Türkei nach Syrien zu gelangen

Foto: Metin Yoksu/AP/dpa

Sollten Flüchtlinge jetzt zurück nach Syrien gehen? Alshebl ist sicher: „Die meisten Flüchtlinge wollen zurück, um ihre Heimat neu aufzubauen.“ Umso wichtiger sei es auch für Deutschland, diese Bestrebungen zu unterstützen – dann gebe es auch keine Fluchtgründe mehr.

Alshebl: „Damit die Flüchtlinge zurückkehren können, muss umgehend eine gemeinsame Kraftanstrengung unternommen werden, idealerweise in Form einer internationalen Konferenz, um den Wiederaufbau Syriens und die Rückkehr der Flüchtlinge einzuleiten.“

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