„Täve“ Schur: Zoff um Orden für Ost-Legende | Politik

12.09.2025 - Cuma 13:33

[ad_1]

Magdeburg – Ein Orden für eine Ost-Legende sorgt für Krach zwischen Ministerpräsident Reiner Haseloff (71, CDU) und Sachsen-Anhalts Stasi-Beauftragten Johannes Beleites (57).

Sachsen-Anhalter Gustav Adolf „Täve“ Schur (94) war im Osten ein Superstar: Doppel-Weltmeister, zweifacher Friedensfahrt-Sieger, Silber und Bronze bei Olympia. Am kommenden Mittwoch will Haseloff dem Radsport-Idol den Landesverdienstorden verleihen. Doch das sorgt für Streit mit Beleites, seit April 2024 Beauftragter für die Aufarbeitung der SED-Diktatur.

DDR-Staatschef Walter Ulbricht (1893-1973, l.) gratuliert Täve Schur nach einem Sieg. Zwischen beiden steht Sportreporter Heinz-Florian Oertel (1927-2023)

DDR-Staatschef Walter Ulbricht (1893-1973, l.) gratuliert „Täve“ Schur nach einem Sieg. Zwischen beiden steht Sportreporter Heinz-Florian Oertel (1927-2023)

Foto: Ronny Hartmann

CDU, SPD und FDP hingegen reicht der Orden nicht: Sie beantragten im Landtag zusätzlich, Schur für die „Hall of Fame des deutschen Sports“ vorzuschlagen. Nicht nur die Koalition stimmte zu – auch die Opposition zieht mit: Linke und AfD komplett, die Grünen gaben ihren Abgeordneten die Entscheidung frei.

Radsportlegende Täve Schur bekommt am Mittwoch Sachsen-Anhalts Landesverdienstorden

Radsportlegende „Täve“ Schur bekommt am Mittwoch Sachsen-Anhalts Landesverdienstorden

Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

Damit steht Haseloff mit einer selten breiten Mehrheit im Parlament da. Für die Linke ist Schur bis heute ein Idol. Die AfD kritisierte zwar seine Vereinnahmung durch die SED, nimmt ihm das aber nicht persönlich übel. Die Botschaft von Tobias Rausch (34): Sport dürfe nie mehr politisch missbraucht werden.

Nur einer stört diese Harmonie. Kaum hatte die Landtagssitzung begonnen, verschickte der Stasi-Beauftragte eine Pressemitteilung – und schoss scharf gegen die Auszeichnung.

Sachsen-Anhalts Stasi-Beauftragter Johannes Beleites stört die Harmonie von Links bis Rechts und kritisiert die Auszeichnung für Täve Schur

Sachsen-Anhalts Stasi-Beauftragter Johannes Beleites stört die Harmonie von Links bis Rechts und kritisiert die Auszeichnung für „Täve“ Schur

Foto: Christian Fischer

▶︎ Sein Vorwurf: Schur habe jahrzehntelang für die SED in der Volkskammer gesessen, 1968 für das DDR-Strafgesetzbuch samt Todesstrafe gestimmt und noch 1989 das Massaker auf dem Tian’anmen-Platz gerechtfertigt. Auch beim Thema Doping habe er verharmlost, sprach 2002 im Bundestag von „Siegerjustiz“.

Beleites: „Es passt schlecht zusammen, wenn jemand wie Schur ausgezeichnet wird, während die Opfer des SED-Unrechts bis heute das Nachsehen haben.“

Doch Haseloff bleibt bei seiner Linie. Schur sei für ihn „irgendwie ein Held“. Seine Innenministerin Tamara Zieschang (55, CDU) nennt Schur in der Debatte sogar „die größte Radsportlegende unseres Landes“. Für SPD-Fraktionsvize Falko Grube ist der Radsportler „ein Idol, das Millionen bewegt hat“. Auch FDP-Fraktionschef Andreas Silbersack (57), der den Antrag eingebracht hatte, schwärmt: „Ein Idol, ein Mythos.“ Selten war sich der Magdeburger Landtag so einig. Nur einer schert aus.

[ad_2]
Apsny News

YORUM YAZ

Yorum Yazabilmek İçin Lütfen Giriş Yapın.