Dieser Doping-Fall wird immer kurioser!
Bei einem Test während des Indian-Wells-Turniers im März wurde der italienische Superstar Jannik Sinner (23) zweimal positiv auf ein verbotenes anaboles Steroid getestet. Die „International Tennis Integrity Agency“ gab den brisanten Fall erst am Dienstag bekannt.
Er wurde demnach positiv auf geringe Mengen der verbotenen Substanz Clostebol getestet.
Was bis jetzt keiner wusste: Sinner wurde nach den positiven Tests sogar zweimal für einen kurzen Zeitraum suspendiert! Laut ITIA wurde damals jeweils eine vorläufige Sperre verhängt.
Sinner habe aber in beiden Fällen Berufung eingelegt und damit Erfolg gehabt. Deshalb durfte er weiter an Turnieren teilnehmen.
Heißt: Sinner wurde nach seinem Sieg in Miami (6:3, 6:1 gegen Grigor Dimitrow) und zu Beginn des Madrid Masters 1000 vorläufig suspendiert.
Der portugiesische Journalist José Morgado schreibt dazu auf X (ehemals Twitter): „Sinner wurde also ein paar Tage nach seinem Sieg in Miami und zu Beginn des Madrid Masters 1000 suspendiert. Er nahm an der Auslosung teil und sprach vor dem Turnier mit der Presse, während er suspendiert war, und die Sperre wurde während des Turniers rechtzeitig aufgehoben, damit er spielen konnte.“
In Madrid musste er aber dann vor dem Viertelfinale gegen Felix Auger-Aliassime wegen Hüftschmerzen aufgeben.
Sinner wird nach Doping-Fall nicht gesperrt
Die einzige Konsequenz bisher für den Italiener: Ihm wurden die Punkte und das Preisgeld für das Turnier in Indian Wells aberkannt.
Laut dem gut informierten Tennis-Journalisten Ben Rothenberg verliert Sinner dadurch 400 Ranglistenpunkte und rund 300.000 Euro.
Dass Sinner trotz des positiven Ergebnisses nicht gesperrt wird, kommt nicht überall gut an. Der australische Tennis-Star Nick Kyrgios wütet: „Lächerlich - ob es nun versehentlich oder geplant war.“
Und weiter: „Er wird zweimal auf eine verbotene Substanz getestet. Er sollte für zwei Jahre gesperrt werden.“
Der kanadische Tennis-Spieler Denis Shapovalov (25) schreibt bei X (vormals Twitter) ebenfalls vielsagend: „Unterschiedliche Spieler, unterschiedliche Regeln. Kann mir kaum vorstellen, wie sich andere Spieler jetzt fühlen, die wegen kontaminierter Substanzen gesperrt wurden.“
So kam es zum positiven Test
Laut einem Statement des Superstars auf X kam die Verunreinigung mit Clostebol durch die Behandlung bei seinem Physiotherapeuten zustande, der ein rezeptfreies Heilspray verwendete.
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Der Physiotherapeut schnitt sich demnach mit einem Skalpell und behandelte die Wunde mit jenem Clostebol-haltigen Spray. Später führte er Massagen und Behandlungen an Sinner durch.
Im Statement wird erklärt: „Der Physiotherapeut behandelte Jannik ohne Handschuhe und verursachte in Verbindung mit verschiedenen Hautverletzungen an Janniks Körper die versehentliche Kontamination.“ Dadurch kam die Verunreinigung offenbar zustande.
Weiter heißt es: „Die Regeln und Verfahren der ITIA sind außerordentlich streng, und nach einer forensischen Untersuchung und einer unabhängigen Anhörung hat das unabhängige Tribunal entschieden, dass Jannik unschuldig ist.“
Sinner (l.) warf im Halbfinale der Cincinnati Open Zverev raus
Foto: Scott Stuart/ZUMA Press Wire/dpa
Die ATP gab es in einem Statement bekannt, dass sie froh sind, dass bei Sinner keine Schuld oder Fahrlässigkeit festgestellt wurde: „Dies war eine schwierige Angelegenheit für Jannik und sein Team und unterstreicht die Notwendigkeit für Spieler und ihr Umfeld, bei der Verwendung von Produkten oder Behandlungen äußerste Vorsicht walten zu lassen. Integrität ist das A und O in unserem Sport“.
Erst am Montag gewann Sinner die Cincinnati Open, besiegte im Halbfinale Alexander Zverev (27).
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Quelle: BILD / ATP Media20.08.2024