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Trump verklagt „Wall Street Journal“ auf 20 Mrd. Dollar | Politik
19.07.2025 - Cumartesi 06:49
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Washington – Es ist eine juristische Breitseite, wie sie selbst für Donald Trump (79) ungewöhnlich ist: Nur einen Tag nach einem explosiven Bericht des „Wall Street Journal“ (WSJ) über angebliche Verbindungen zum verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein schlägt der US-Präsident zurück – mit einer Milliardenklage.
Der Inhalt des Artikels: Laut WSJ soll Trump im Jahr 2003 einen schlüpfrigen Geburtstagsbrief an Epstein geschickt haben. Demnach soll er dem US-Investmentbanker zum 50. Geburtstag einen Brief geschrieben haben, in dem er mit einem Textmarker einen nackten Frauenkörper skizzierte und seinem „Kumpel“ wünschte, dass „jeder Tag ein neues wundervolles Geheimnis“ sein möge.
Die Klage wurde bei einem Bundesgericht in Florida eingereicht. Trump verlangt jeweils mindestens zehn Milliarden US-Dollar (8,6 Mrd. Euro) Schadenersatz – für zwei Klagepunkte, wie CNN berichtet. Begründung: Verleumdung und Rufschädigung. Die Beklagten hätten in böswilliger Absicht gehandelt und ihm dadurch einen enormen finanziellen und rufschädigenden Schaden zugefügt. Der Brief sei „offenkundig gefälscht“, es gebe keine Beweise für seine Echtheit, erklärte Trump.
Der Präsident wütet auch auf seiner Plattform Truth Social: Das „Wall Street Journal“ sei „nutzlos“. Besonders im Visier: Medienmogul Rupert Murdoch (94), die WSJ-Mutter Dow Jones sowie die beiden Autoren des Artikels. Sie alle sind Mitangeklagte. „Ich freue mich darauf, Rupert Murdoch dazu zu bringen, in meiner Klage gegen ihn und seine 'Müllzeitung', das WSJ, auszusagen. Das wird eine interessante Erfahrung sein!!!“, ätzt Trump in seinem Post.
▶︎ Der Brief soll laut „WSJ“ Teil eines Gästebuches gewesen sein, das Epsteins Partnerin und Komplizin Ghislaine Maxwell (63, wurde zu 20 Jahren Haft verurteilt) für den Geschäftsmann anlegen ließ. Dem Bericht zufolge sind darauf zwei skizzierte Brüste zu sehen und darunter – angedeutet als Schamhaar – die Unterschrift von Trump.
So oder so ähnlich könnte die Zeichnung aussehen: Das Wall Street Journal hat bislang keine Fotos davon veröffentlicht, betont aber, dass die Redaktion das Gästebuch und den Brief einsehen konnte. BILD hat eine mögliche Version der Skizze nachgebaut. Trump distanziert sich vehement von dem Bild: „Ich zeichne keine Bilder von Frauen“
Epstein, Macht und Missbrauch
Das Brisante: Jeffrey Epstein (†66) wurde 2019 tot in einer Gefängniszelle aufgefunden, nachdem er wegen Sex-Handels festgenommen worden war. Er soll jahrelang junge – teils minderjährige – Frauen sexuell missbraucht und seinen prominenten Freunden zugeführt haben. Um seine „Kundenliste“ ranken sich viele Gerüchte – auch Trump wurde immer wieder mit Epstein in Verbindung gebracht. Der US-Präsident bestreitet jegliche Verbindung.
Ob Trump tiefer in den Fall verwickelt ist, ist bislang nicht bewiesen. Doch Kritiker fordern seit Jahren, dass er als Präsident sämtliche geheimen Dokumente zum Epstein-Komplex freigibt – ein Versprechen, das Trump selbst im Wahlkampf machte. Auch seine Anhänger wollen, dass er endlich sein Versprechen aus dem Wahlkampf umsetzt und sämtliche Akten in dem Fall veröffentlicht.
Freigabe von Gerichtsunterlagen beantragt
Tatsächlich hat US-Justizministerin Pam Bondi – nun auf Trumps Geheiß – die Freigabe von Protokollen einer sogenannten Grand Jury beantragt. Dabei geht es um Epsteins Anklage aus dem Jahr 2019. Persönliche Angaben von Opfern sollen vor einer Veröffentlichung geschwärzt werden. Es ist aber nicht die Veröffentlichung aller Ermittlungserkenntnisse zu Epstein, die von einigen Trump-Anhängern gefordert wird. In den vergangenen Jahren schürten Republikaner rund um Trump immer wieder Verschwörungstheorien, wonach US-Eliten an Epsteins Verbrechen teilgehabt und ihn gedeckt hätten.
Es ist nicht absehbar, wie schnell die Unterlagen der Grand Jury nach einer Freigabe durch das Gericht veröffentlicht werden könnten. Auch ist unklar, welche Tragweite diese habe.
Timing sorgt für Spekulationen
Auffällig: Der Antrag auf Freigabe der Protokolle erfolgte nur Stunden nach Erscheinen des WSJ-Artikels – für Beobachter kein Zufall. In Washington brodelt es. Die Milliardenklage könnte also auch eine politische Flucht nach vorn sein. Ob das Gericht die Protokolle tatsächlich freigibt – und ob Trumps Klage Aussicht auf Erfolg hat – bleibt abzuwarten. Fest steht: Der Epstein-Skandal ist zurück im Rampenlicht. Und Trump steht – mal wieder – mittendrin.
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