Überraschende Umfrage: Viele befürworten Praxisgebühr | Politik

23.09.2025 - Salı 20:48

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Berlin – Zum Jahreswechsel drohen die Krankenversicherungsbeiträge weiter zu steigen – den Kassen fehlen vier Milliarden Euro. Politik und Experten diskutieren deshalb über neue Wege, das Riesen-Finanzloch zu stopfen.

Eine Möglichkeit: Eine Praxisgebühr von 15 Euro pro Arztbesuch („Kontaktgebühr“) – dafür würden die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung sinken. Denn: Die Gebühr würde Milliarden ins System spülen, rechnet Gesundheitsökonom Prof. Christian Hagist (47, WHU) in BILD. Die Alternative: keine Gebühr, aber womöglich weiter steigende Krankenkassenbeiträge.

▶︎ BILD wollte konkret wissen: Wenn Sie sich entscheiden müssten, was wäre Ihnen lieber: eine Kontaktgebühr beim Arzt in Höhe von 15 Euro pro Besuch, wenn dafür die Krankenkassenbeiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung sinken würden? Oder keine Kontaktgebühr bei gegebenenfalls weiter steigenden Krankenkassenbeiträgen?

Das Ergebnis der exklusiven INSA-Umfrage: Viele befürworten eine Praxisgebühr, wenn dafür die Kassenbeiträge sinken. 43 Prozent der Befragten sind für eine Kontaktgebühr, aber nur, wenn dadurch die Beiträge sinken. 34 Prozent der Deutschen sind gegen die Gebühr beim Arzt – auch wenn die Beiträge weiter steigen. 23 Prozent wissen es nicht.

[-->Bedeutet: Fast jeder Zweite würde die schmerzhafte Abgabe vertretbar finden – wenn dafür weniger Kassenbeiträge vom Gehalt abgezogen werden.

Experte Hagist sagt zu BILD: „Unsere Kassen müssen entlastet werden, damit sie das leisten können, wofür sie da sind – nämlich die Absicherung großer, existenzbedrohender Risiken wie etwa der Behandlung von Krebserkrankungen.“ Er betont, dass die Gebühr sozial abgefedert werden muss.

Nicht zu verwechseln ist die vorgeschlagene Praxisgebühr mit einer Zahlung, die fällig werden könnte, wenn man sich der von der Regierung geplanten Hausarztpflicht („Primärarztsystem“) entziehen will. Denn Union und SPD wollen, dass Patienten in der Regel immer zuerst zum Hausarzt gehen und erst dann – wenn notwendig – zum Facharzt überwiesen werden. Aus der Union gibt es Stimmen, die eine Gebühr fordern für alle Patienten, die sich dieser Steuerung entziehen wollen – und ohne Umweg zum Facharzt gehen.

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