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Ukraine-Krieg: Journalistin (27) stirbt in Russen-Knast – kurz vor Gefangenen-Tausch | Politik
11.10.2024 - Cuma 10:53
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Als die russische Armee kam, blieb sie. Viktoria Roschtschyna (27) wollte berichten, was in den ostukrainischen Gebieten passiert, die das Militär des Kreml-Diktators Wladimir Putin (72) besetzte. Was die Truppen anrichteten, welchen Horror sie verbreiteten.
Anfang August vorigen Jahres war Roschtschyna spurlos verschwunden. Damals berichtete sie aus der besetzten Region Saporischschja, heißt es in ukrainischen Medien. In dem Gebiet steht auch Europas größtes Atomkraftwerk, das seit Beginn der russischen Invasion mehrfach unter Beschuss geraten ist.
Erst acht Monate später wurde Roschtschynas Vater darüber informiert, dass seine Tochter von den russischen Behörden festgenommen worden war. Wo sie sich befand, erfuhr er nicht.
► Jetzt ist die Ukrainerin in russischer Haft gestorben. Das bestätigte der Leiter des ukrainischen Stabs für Gefangenenbelange, Petro Jazenk. Die Umstände ihres Todes würden geprüft.
Aleksandra Matwijtschuk von der Organisation „Center for Civil Liberties“ (Friedensnobelpreis 2022) war mit Roschtschyna (im Foto) befreundet. Nach ihrem Tod sagte sie: Roschtschyna „starb im Kampf für das, woran sie glaubte: Freiheit, Transparenz und Demokratie“
Sie wurde in Moskauer Gefängnis verlegt
Brisant: Ein Vertreter des ukrainischen Militärgeheimdienstes sagte dem TV-Sender „Suspilne“, dass Roschtschyna in Kürze im Rahmen eines Gefangenenaustauschs in die Ukraine zurückkehren sollte. Dafür sei sie zuletzt in den berüchtigten Lefortowo-Knast in Moskau verlegt worden, sagte der Geheimdienstler.
In dem ehemaligen Folter-Knast der Sowjetunion hatte auch der amerikanische Reporter Evan Gershkovich (32) gesessen, der im August dieses Jahres im Zuge des größten Gefangenenaustauschs zwischen dem Westen und Russland seit dem Kalten Krieg freikam.
Das Lefortowo-Gefängnis in Moskau ist berüchtigt für seine geringe Beleuchtung, mangelhafte sanitäre Einrichtungen und die strikte Isolation der Insassen. Gefangene werden teils in winzigen Zellen ohne Fenster gehalten
Roschtschyna war als freie Mitarbeiterin für verschiedene unabhängige Nachrichtenmedien tätig, darunter die Nachrichtenseite „Ukrainska Prawda“. Zudem hatte sie mit dem ukrainischen Dienst des den USA finanzierten Medienunternehmens „Radio Free Europe“ zusammengearbeitet. Für ihre mutige Berichterstattung aus der Ostukraine wurde sie 2022 von der Stiftung International Women’s Media Foundation mit einem Preis ausgezeichnet.
2022 war Roschtschyna in der von russischen Truppen besetzten Hafenstadt Berdjansk schon einmal festgenommen, aber später wieder freigelassen worden
Laut den russischen Behörden starb Roschtschyna bereits am 19. September. Ihr Vater wurde erneut erst viel später vom Kreml informiert: Erst am gestrigen Donnerstag erhielt er das Schreiben des Verteidigungsministeriums, das vom 2. Oktober datiert. Die Todesursachen und -umstände wurden darin nicht bekannt gegeben. Laut Berichten hatte sich die junge Frau zeitweise auch in einem Hungerstreik befunden.
Nach ukrainischen Angaben sind weiterhin mehr als zwei Dutzend ukrainische Journalisten in russischen Gefängnissen inhaftiert.
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