USA: Donald Trump stellt Südafrikas Präsidenten Ramaphosa bloß | Politik

22.05.2025 - Perşembe 00:17

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Vor wenigen Wochen führte er den ukrainischen Präsidenten Selenskyj vor. Jetzt hat es Donald Trump (78) wieder getan. Der US-Präsident stellt den nächsten Staatschef bloß.

Trump hat Südafrikas Präsidenten Cyril Ramaphosa (72) bei einem Empfang im Weißen Haus mit Vorwürfen eines angeblichen „Völkermords“ an Weißen überzogen. Trump verlangte von Ramaphosa am Mittwoch (Ortszeit) Erklärungen für das Schicksal weißer Farmer in Südafrika. Die Menschen würden in ihrer Heimat „hingerichtet“ und ihr Land werde beschlagnahmt, behauptete der US-Präsident.

Trump ließ Videoaufnahmen zeigen, um seine unbelegten Vorwürfe zu untermauern. Darauf seien viele Gräber von weißen Farmern zu sehen, behauptete der US-Präsident. „Es ist ein schrecklicher Anblick. So etwas habe ich noch nie gesehen“, so Trump. Zudem hielt er ausgedruckte Artikel über angebliche Gewalt an weißen Landwirten in die Höhe und übergab seinem Amtskollegen einen Stapel an Papieren.

Trump zeigt die Artikel über angebliche Gewalt an weißen Landwirten in Südafrika

Trump zeigt die Artikel über angebliche Gewalt an weißen Landwirten in Südafrika

Foto: Evan Vucci/AP/dpa

Ramaphosa fragte: „Hat man Ihnen gesagt, wo das ist, Herr Präsident? Ich würde gerne wissen, wo das ist, denn das habe ich noch nie gesehen.“ Er versicherte, der Sache nachzugehen. Mittlerweile hat ein Faktencheck der Nachrichtenagentur AFP ergeben: Die Aufnahmen stammen aus Goma in der Demokratischen Republik Kongo.

Trumps wirre Behauptungen gehen zurück auf einen Verschwörungsmythos aus rechtsextremen Kreisen. Dabei geht es um „weißen Genozid“, also Völkermord an den Nachfahren weißer Kolonialisten, die ab dem 17. Jahrhundert nach Südafrika eingewandert waren. Zwar gibt es in Südafrika Gewaltkriminalität, die auch Landwirte betrifft – jedoch quer durch alle Bevölkerungsgruppen. Für Trumps Erzählungen vom angeblichen Völkermord gibt es keine Belege.

Dabei begründet er seine Vorwürfe gegen Ramaphosa mit einem Gesetz, das es der Regierung in Pretoria in bestimmten Fällen ermöglicht, weiße Farmer ohne Entschädigung zu enteignen. In dem Konflikt hatte die Trump-Regierung im Februar die Hilfen für Südafrika eingefroren. Im März wiesen die USA zudem den südafrikanischen Botschafter aus.

Ramaphosa reagierte besonnen auf Trumps Tirade und versuchte immer wieder, die Lage zu entspannen. Er entgegnete, die Äußerungen und Aufnahmen entsprächen nicht der offiziellen Regierungspolitik. „Wir haben von Nelson Mandela gelernt, dass sich Menschen immer dann, wenn es Probleme gibt, an einen Tisch setzen und darüber sprechen müssen.“ Er sei bereit, über alles zu reden – allerdings ohne das Beisein von Reportern.

Ramaphosa witzelt über geschenkten Luxus-Jet

▶︎ An einer Stelle reagierte Südafrikas Präsident gewitzt. In Anspielung auf das geschenkte Luxus-Flugzeug der Kataris an Trump sagte Ramaphosa: „Es tut mir leid, dass ich kein Flugzeug für Sie habe.“

Trotz der Konfrontation sagte Ramaphosa vor seiner Abreise, dass das Treffen „sehr gut“ gelaufen sei.

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