„Vorstellbar, dass das auseinanderfliegt“: Grünen-Chefin warnt in interner Schalte vor Regierungskollaps | Politik

09.09.2026 - Çarşamba 21:53

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Berlin – Der Schock über den AfD-Erdrutschsieg in Sachsen-Anhalt sitzt bei den Grünen tief. In einer internen Schalte bereitete Co-Parteichefin Franziska Brantner (47) ihre Mitglieder jetzt sogar auf ein mögliches Scheitern der Bundesregierung vor. Mit Blick auf die immer heftigeren Machtkämpfe und Debatten in der Union sagte sie: „Durchaus vorstellbar, dass das komplett auseinanderfliegt.“

Eigentlich war die Videokonferenz am Mittwochnachmittag zur Aufarbeitung des Wahlkampfs in Sachsen-Anhalt gedacht – eingeladen waren Grünen-Mitglieder bundesweit. Brantner sagte zunächst, viele Menschen seien seit Sonntag „wütend, sauer, traurig“. Dann richtete sie ihren Blick direkt nach Berlin und attackierte die schwarz-rote Koalition: „Die CDU zerlegt sich, die SPD feiert sich – etwas spooky“ („unheimlich“, d. Red.). Die Entwicklung in der Regierung sei „beunruhigend“. Und weiter: „Durchaus vorstellbar, dass das komplett auseinanderfliegt.“

SPD-Reaktion auf Merz-Absturz: „Sie merken, da ist Blut im Wasser“

Quelle: BILD

Dass Kritik an Kanzler Friedrich Merz (70, CDU) aus SPD, Grünen oder von der AfD kommt, überrascht in Berlin niemanden. Bemerkenswert aber: wie tief die Sorgen inzwischen selbst über den Zustand der Regierung sind. Brantner warnte ihre Parteimitglieder nicht nur vor den Folgen des AfD-Erfolgs, sondern zeigte sich vor allem alarmiert über die Lage der Koalition.

Merz massiv unter Druck

Hintergrund: Die Bundesregierung steht nach der Sachsen-Anhalt-Wahl massiv unter Druck. Die AfD holte dort laut vorläufigem Ergebnis 43,8 Prozent, die CDU stürzte von 34 auf 17 Prozent ab. Seitdem wird in Berlin offen über den Umgang mit dem Absturz der CDU diskutiert.

Besonders brisant: Die Kritik kommt längst nicht mehr nur von der Opposition. In der Union wachsen die Zweifel am Kanzler. Nach Berichten aus CDU-Kreisen wird Merz eine Mitschuld am Wahldebakel gegeben. Der CDU-Vize in Mecklenburg-Vorpommern Tino Schomann (38) forderte zuletzt offen: „Merz muss runter vom Sessel.“

Für die Grünen ist der AfD-Erfolg in Sachsen-Anhalt nach eigenen Worten eine „Katastrophe“. Brantners düstere Prognose dürfte im Kanzleramt kaum Alarm auslösen – und muss es vermutlich auch nicht. Wenn selbst die Opposition schon mit einem Regierungs-K.O. rechnet, werden die kommenden Wochen für Merz zur vielleicht schwersten Bewährungsprobe seiner Kanzlerschaft.

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