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Wahlen in Großbritannien: Erdrutschsieg für die Labourpartei | Politik
05.07.2024 - Cuma 02:06
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Erdrutschsieg bei der britischen Parlamentswahl: Laut ersten Prognosen liegt die Labourpartei unter Keir Starmer mit 410 der 650 Sitze im Unterhaus deutlich vorn.
Mit diesem Ergebnis käme die Labour-Partei nahe an ihr Rekordergebnis von 1997 unter Tony Blair heran (418 Mandate). Für eine absolute Mehrheit im Unterhaus sind lediglich 326 Sitze nötig.
Der bisherige Premierminister Rishi Sunak (44) und seine Konservative Partei haben dagegen eine heftige Niederlage eingefahren: Sie kommen demnach auf 131 Sitze – 241 weniger als bei der vorigen Wahl. Das ergaben die am Donnerstagabend veröffentlichten Nachwahlbefragungen mehrerer britischer Sender.
Heißt: Der Weg ist frei für einen Regierungswechsel unter Starmer. Der 61-Jährige wird als Nachfolger von Sunak in die Downing Street einziehen. Die Tories hingegen erleiden ihre schlimmste Niederlage seit Beginn des 20. Jahrhunderts.
Die Konservativen hatten seit 14 Jahren im Vereinigten Königreich regiert, seitdem standen Premierminister wie Boris Johnson und Liz Truss an der Spitze.
Rishi Sunak (44) und seine Frau Akshata Murthy (44) am Donnerstagmorgen auf dem Weg zur Stimmabgabe
Der Sieg kam wenig überraschend: Schon vorher orakelten Experten, dass Sunak abgewählt wird. Dabei ist Labour gar nicht so beliebt. „Es ist eine Wahl, die die Tories verlieren – und nicht eine, die Labour gewinnt“, sagte der Umfrageexperte John Curtice von der Universität Strathclyde in Glasgow dem Portal „Politico“.
König Charles III. gibt Auftrag zur Regierungsbildung
Die 650 Wahlkreise werden noch bis zum Freitagmorgen ausgezählt. König Charles III. beauftragt den neuen Premierminister im Tagesverlauf offiziell mit der Regierungsbildung.
Starmer kam an seinem Wohnort in Nordlondon zur Stimmabgabe, gemeinsam mit Ehefrau Victoria. Es gehe um die Zukunft Großbritanniens, schrieb er vorher auf der Plattform X. In seiner letzten Rede vor der Abstimmung betonte er noch, Großbritannien könne sich fünf weitere Jahre mit konservativer Regierung nicht leisten. Starmer arbeitete früher als Anwalt, leitete die Anklagebehörde CPS und führt seine Partei seit vier Jahren.
Wahlberechtigt waren mehr als 46 Millionen Menschen, die jeweils eine Stimme haben. Es ist die erste Parlamentswahl, bei der ein offizieller Ausweis für die Stimmabgabe vorgezeigt werden muss. Gut 6,7 Millionen Menschen nutzten die Möglichkeit zur Briefwahl. Abgestimmt wurde in 40 000 Wahllokalen, darunter Kirchen, ein Waschsalon und ein Krematorium.
Alle 650 Sitze im Unterhaus (House of Commons) werden per Direktmandat vergeben. Die absolute Mehrheit im Unterhaus beträgt 326 Sitze. Bei der bisher letzten Wahl 2019 hatten die Tories 365 Sitze gewonnen, Labour hatte 202 Mandate.
Jubel bei „Brexsack“-Partei
Jubel gibt es demnach auch bei der rechtspopulistischen Partei Reform UK von Brexit-Vorkämpfer Nigel Farage. („Brexsack“). Laut Nachwahlbefragung kommt seine Partei aus dem Stand auf 13 Mandate. Und: Farage schafft laut einer Prognose den Sprung ins britische Parlament!
Farage hatte mit seiner überraschenden Kandidatur mit hoher Wahrscheinlichkeit zum schlechten Ergebnis für die Konservativen beigetragen, fischte den Konservativen Wähler am rechten Rand ab.
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