Warum schickt Pistorius unsere Bundeswehr-Milliarden ins Ausland? | Politik

23.12.2025 - Salı 17:27

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Berlin – Knarren aus Tschechien, Jets aus den USA, Satelliten aus Finnland: Die sprudelnden Bundeswehr-Milliarden landen längst nicht automatisch bei deutschen Firmen. Immer wieder kommt deshalb der Ruf: Wenn schon Hochrüstung auf Pump, dann bitteschön in der Heimat!

Doch ist das wirklich so einfach? Warum muss Verteidigungsminister Boris Pistorius immer wieder bei den Nachbarn einkaufen gehen?

Laut Rüstungsexperte Dr. Christian Mölling gibt es dafür einen zentralen Grund: Zeit! Mölling zu BILD: „Wir haben enormen Zeitdruck, schnell kriegstüchtig zu werden. Faktoren wie Kosten, Qualität und Produktionsland müssen sich dahinter anstellen.“

Bundeswehr ist abhängig vom Ausland

Der Großteil des Geldes bleibe hier: „75 bis 80 Prozent der Ausgaben bleiben in Deutschland. Das war auch vor der Zeitenwende ähnlich, inzwischen ist es sogar etwas mehr geworden“, sagt Mölling.

Alles kann aber nicht in Deutschland beschafft werden – nach Jahrzehnten der Abrüstung und der stiefmütterlichen Behandlung der heimischen Rüstungsindustrie ist die Bundeswehr in vielen Bereichen abhängig vom Ausland.

Für Dr. Christian Mölling ist die Abhängigkeit von den USA ein Versagen der europäischen Politik

Für Dr. Christian Mölling ist die Abhängigkeit von den USA ein Versagen der europäischen Politik

Foto: DGAP/ Zsófia Pölöske

Laut „Table Media“ sieht die Regierung bei 48 von 49 Beschaffungen keine europäischen Alternativen zu US-Systemen. Dazu gehören Flugabwehrraketensysteme, Kampfjets und Munition.

▶︎ Anders der Fall der neuen Bundeswehr-Pistole: Der bisherige Knarrenbauer Heckler & Koch hatte sich gar nicht an der Ausschreibung beteiligt. Das Unternehmen (rund 1000 Mitarbeiter) ist mit der Produktion des neuen Sturmgewehrs ausgelastet. Die Tschechen-Wumme gilt als gut und günstig – rund 200.000 Pistolen für etwa 56 Millionen Euro.

„Haben fanatisch in ganz Europa ausgeschrieben“

Mölling erklärt: „Wenn wir auch dieses Geld unbedingt in Deutschland ausgeben wollten, müsste Heckler & Koch völlig neue Fabriken hochziehen.“ Das koste Zeit, der Staat müsste in Vorleistung gehen. „Dann hätten wir zwar ein paar neue Arbeitsplätze – aber das Produkt käme viel zu spät und mit unsicherer Qualität.“

Bald im Soldaten-Holster: die CZ P13 der tschechischen Firma Ceska zbrojovka a.s. (CZ)

Bald im Soldaten-Holster: die CZ P13 der tschechischen Firma Ceska zbrojovka a.s. (CZ)

Foto: Ceska zbrojovka a.s. (CZ)

Schnelle Aufrüstung und Wirtschaftsförderung schließen sich in manchen Bereichen deshalb aus. An übertriebener Bürokratie liegt es hingegen nicht: „Bis 2023 haben wir zwar fast fanatisch alles europaweit ausgeschrieben. Seit der Zeitenwende läuft aber fast alles über Direktvergaben.“

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