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Weihnachtsmarkt: Ministerium will Taschendiebe statt Terror bekämpfen | Politik
22.11.2025 - Cumartesi 22:18
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Magdeburg – Für Terroristen nicht zuständig – für Taschendiebe schon. Eine Mitteilung des Innenministeriums zur Eröffnung des Magdeburger Weihnachtsmarkts sorgt im Landtag für Irritationen.
Darin warnt das Ministerium von Tamara Zieschang (55, CDU) Weihnachtsmarktbesucher vor Taschendieben und bringt damit Innenpolitiker aller Parteien auf die Palme.
Beim Magdeburger Weihnachtsmarkt denkt unweigerlich jeder an den Terroranschlag vom 20. Dezember 2024: sechs Tote, mehr als 300 Verletzte. Seit Monaten untersucht ein parlamentarischer Ausschuss im Landtag von Sachsen-Anhalt die Umstände. Polizei und Innenministerium betonen immer wieder, die Terrorabwehr auf Weihnachtsmärkten falle nicht in ihre Zuständigkeit.
Die Sicherheitsmaßnahmen kosten aktuell rund eine halbe Million Euro. Magdeburg und die Weihnachtsmarkt GmbH tragen die Kosten allein.
Sachsen-Anhalts Innenministerin rät Weihnachtsmarktbesuchern, Wertsachen stets körpernah zu tragen
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Während die Stadt den Weihnachtsmarkt mit Pollern und privaten Sicherheitsdiensten vor Anschlägen schützt, setzt das Innenministerium andere Schwerpunkte.
Innenministerin rät: Taschen stets geschlossen halten
Innenministerin Zieschang mahnt: „Weihnachtsmärkte und Einkaufsstraßen sind in dieser Zeit besonders belebt. Genau das nutzen Taschendiebe aus.“ Ihr Tipp: Taschen stets geschlossen halten, Wertsachen körpernah tragen.
[-->► SPD-Innenexperte Rüdiger Erben wundert sich: „Ich halte diese Schwerpunktsetzung vorsichtig ausgedrückt für sehr erstaunlich.“
► Sebastian Striegel (Grüne): „Taschendiebe gehören sicher auch zu den Gefahren, aber mir wäre lieber, das Land würde sich nicht vor allem darum sorgen.“
► Auch für Eva von Angern (Linke) setzt das Innenministerium falsche Schwerpunkte: „Wir stehen hier in Sachsen-Anhalt vor weitaus größeren Problemen. Es geht um deutlich mehr als Taschendiebstahl. Die Innenministerin muss endlich Verantwortung übernehmen und darf sich nicht weiter abducken!“
► Andreas Silbersack (57, FDP): „Die Menschen sind aufgewühlt wie vor einem Jahr. Im Fokus liegt vor allem die allgemeine Sicherheitslage.“
► CDU-Abgeordneter Chris Schulenburg verteidigt seine Parteifreundin: „Das sind regelmäßige, präventive Hinweise, die vor allem Senioren sensibilisieren sollen.“
► Ulrich Siegmund (35, AfD): „Wenn man denkt, es geht nicht mehr absurder, kommt Frau Zieschang um die Ecke und verteilt Tipps zum Schutz vor Kleinkriminalität. Dinge, die es schon immer gab und bei denen die Leute sehr gut selbst wissen, wie sie sich schützen können. Was es hingegen nicht schon immer gab, sind Weihnachtsmärkte, die Festungen gleichen.“
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