Weil Macron Fußball gucken will: Heute Turbo-Triumph für von der Leyen? | Politik

17.06.2024 - Pazartesi 12:50

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Wer sich diesen wichtigen Brüssel-Termin ausgedacht hat, kann unmöglich Fußball-Fan sein.

Am Montagabend (18.30 Uhr) treffen sich die 27 EU-Staats- und Regierungschefs, um nach der Europawahl über die Top-Jobs zu sprechen. An dieser Entscheidung über die EU-Kommissionspräsidentschaft hängen weitere Spitzenämter: EU-Ratspräsident, EU-Außenbeauftragter, EU-Parlamentspräsident.

Vor fünf Jahren war es Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (46), der mit seiner Blockade des eigentlichen Wahlsiegers Manfred Weber (51, CSU) die Sache kompliziert und langwierig machte. Er drückte Ursula von der Leyen (65, CDU) als Chefin durch.

Doch heute kann es Macron nicht schnell genug gehen: Um 21 Uhr bestreitet Frankreich sein EM-Auftaktmatch gegen Österreich. Und Macron ist bekannt dafür, dass er wichtige Spiele so gut wie nie verpasst.

Party ohne Ende in unserem LandRettet die EM-Stimmung die Ampel?

Quelle: Bild

Auch Meloni gönnt von der Leyen die 2. Amtszeit

Für EU-Kommissionschefin von der Leyen (kein Ballsporttalent) sind das gute Nachrichten. Es könnte mit einer Einigung auf eine 2. Amtszeit für sie „bis zum Anstoß klappen“, wie das Portal „Politico“ analysiert. Es wäre ein Turbo-Triumph innerhalb von zweieinhalb Stunden!

In den vergangenen Tagen hatte Macron u.a. mit Kanzler Olaf Scholz (65, SPD) am Rand des G7-Gipfels eine Liste mit der Job-Verteilung ausgekungelt. Sie sei in Bezug auf Parteizugehörigkeit, regionale Herkunft und Geschlecht ideal ausgeglichen, heißt es.

Handschlag unterm Olivenbaum (beim G7-Gipfel): Italien-Regentin Giorgia Meloni, Chefin der Rechtsaußen-Partei „Fratelli d‘Italia“, unterstützt Ursula von der Leyen, fordert aber mehr Einfluss für Italien

Handschlag unterm Olivenbaum (beim G7-Gipfel): Italien-Regentin Giorgia Meloni, Chefin der Rechtsaußen-Partei „Fratelli d‘Italia“, unterstützt Ursula von der Leyen, fordert aber mehr Einfluss für Italien

Foto: Michael Kappeler/dpa

Hoffen können damit genau diejenigen, deren Namen BILD bereits am Sonntag als Favoriten enthüllt hatte:

▶︎ Ratspräsident würde demnach Portugals ehemaliger Regierungschef António Costa (62, Sozialist).

▶︎ Die estnische Regierungschefin Katja Kallas (46, Liberale) würde neue EU-Außenbeaufragte – und damit Nachfolger des mit dem Amt überforderten Spaniers Josep Borrell.

▶︎ Parlamentspräsidentin bliebe demnach die Malteserin Roberta Metsola (45), der viele in Brüssel eine große Zukunft zutrauen. Sogar als Alternative zu von der Leyen wurde sie zwischenzeitlich gehandelt.

Das Endspiel für von der Leyen steigt im Juli

Risiko-Faktor: Die kleineren Länder könnten die Harmonie stören, wenn sie sich vor vollendete Tatsachen gestellt fühlen. Zwar können sie die Einigung kaum verhindern, da im Rat eine qualifizierte Mehrheit (15 Mitgliedstaaten, die mindestens 65 Prozent der Bevölkerung repräsentieren) ausreicht. Doch traditionell streben die Staatenlenker eine möglichst breitere Mehrheit an.

Voraussichtlich nutzen Scholz, Macron und die anderen deshalb den Puffer, der bis zum regulären EU-Gipfel Ende nächster Woche noch bleibt. Von der Leyen ist indes immer noch nicht am Ziel – auch wenn sie am Montagabend im Turbo-Tempo nominiert wird: Sie muss am 18. Juli im EU-Parlament noch eine Mehrheit in geheimer Wahl erreichen, was ihr vor fünf Jahren nur um Haaresbreite geglückt ist.

Eine Ablenkung durch Fußball scheint dann ausgeschlossen: Das Finale der Fußball-EM steigt vier Tage früher.

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