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Weizenpreis im freien Fall: Bäcker Tobias Exner erklärt Auswirkungen | Politik
19.07.2025 - Cumartesi 08:51
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Magdeburg – Die Weizenpreise rauschen in den Keller, doch das Brötchen bleibt teuer.
Zwei Landwirte erklären in BILD, warum der Weizenpreis gerade im freien Fall ist. Und Bäckermeister Tobias Exner aus Beelitz (Brandenburg) sagt, warum Kunden trotzdem nicht sparen.
► Zu Jahresbeginn zahlten Händler noch 235 Euro für eine Tonne Weizen. Jetzt sind es im Schnitt nur noch 199,50 Euro – teils sogar nur 165 Euro. Zum Vergleich: Vor drei Jahren lag der Preis in der Spitze bei mehr als 400 Euro!
„Da wird es schwer, noch kostendeckend zu arbeiten“, sagt Landwirt Martin Dippe (39) aus Wulferstedt (Sachsen-Anhalt).
Landwirt Alfons-Josef Wolff (65) beklagt einen Rückgang der Tierhaltung. Dadurch sinkt die Nachfrage bei Weizen
► Hauptgrund für den Preissturz: ein weltweites Überangebot. Russland hat seine Exportzölle zum ersten Mal seit vier Jahren gestrichen – und flutet den Markt mit Billig-Weizen. Das trifft deutsche Landwirte hart: Die Ausfuhren sind im laufenden Wirtschaftsjahr um 11 Millionen Tonnen eingebrochen – rund ein Drittel weniger als im Vorjahr.
Gleichzeitig sind Löhne, Energie und Pflanzenschutz in vielen Ländern günstiger, die Auflagen lockerer. Ein klarer Nachteil für deutsche Betriebe.
„Wir haben zwar eine EU, aber die Standards sind nicht überall gleich“, ärgert sich Dippe.
Fleischverzicht drückt Nachfrage
► Ein weiteres Problem: „Die Nachfrage nach Futtergetreide sinkt, denn die Tierhaltung geht immer weiter zurück – weil immer mehr kein Fleisch essen wollen“, erklärt Alfons-Josef Wolff (65), Landwirt aus der Nähe von Halle (Sachsen-Anhalt) und Bundessprecher der Freien Bauern.
Bäckermeister Tobias Exner hat wie die meisten langfristige Verträge und bekommt sein Mehl nicht billiger.
Von den sinkenden Weizenpreisen spüren die Kunden bisher nichts. Für ein einfaches Brötchen zahlen sie weiterhin zwischen 30 Cent und einem Euro – je nach Bäcker.
„Dass Brötchen günstiger werden, ist auch nicht zu erwarten“, sagt Wolff.
Bäcker haben Jahresverträge
► Warum das so ist, erklärt Bäckermeister Tobias Exner (50): „Die meisten haben wie ich feste Verträge mit Mühlen oder Händlern. Die gelten oft für ein Jahr – das gibt uns Planungssicherheit.“ Gerade in seinem energieintensiven Handwerk müsse langfristig kalkuliert werden.
Exner schiebt die Schuld auch nicht den Mühlen zu. „Die verdienen sich am billigen Weizen auch keine goldene Nase. Denn die haben hohe Kosten: Energie, Verpackung, Transport – und vor allem Löhne. Wird auch dort alles immer teurer.“
Und noch ein Punkt: „Gerade bei großer Trockenheit ernten Bauern oft viel Schale und wenig Korn“, weiß Exner. „Das bedeutet weniger Ausbeute je Tonne Backweizen.“
Bauern fordern klare Kante von der Politik
Die Verantwortung sehen die Landwirte weder bei Müllern noch bei Bäckern, sondern bei der Politik.
► Martin Dippe fordert: „Ein Einfuhrverbot für Getreide aus Drittländern könnte helfen, den Markt zu stabilisieren.“
► Alfons-Josef Wolff sagt: „Die Politik muss für fairen Wettbewerb sorgen und die Standards für alle angleichen – entweder bei uns runter oder bei Importware rauf.“ Zum Beispiel beim Pflanzenschutz: „Da gelten in Deutschland besonders strenge Auflagen.“
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