Wikileaks-Gründer auf US-Insel gelandet: Das steckt hinter dem brisanten Assange-Deal | Politik

25.06.2024 - Salı 22:17

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Assange ist auf amerikanischem Boden!

Nach seiner Freilassung aus britischer Haft ist der Gründer der Enthüllungsplattform Wikileaks, Julian Assange (52), für einen Gerichtstermin in einem US-Außengebiet im Westpazifik eingetroffen.

Das gecharterte Flugzeug mit Assange an Bord sei am frühen Mittwochmorgen (Ortszeit) auf der Insel Saipan gelandet, teilte Wikileaks auf der Plattform X mit. Die Insel gehört zu den Nördlichen Marianen und steht unter Hoheit der USA.

Der Jet landet am Saipan International Airport auf den Nördlichen Marianen

Der Jet landet am Saipan International Airport auf den Nördlichen Marianen

Foto: Issei Kato/REUTERS

Assange soll dort vor Gericht erscheinen, um eine Vereinbarung mit der US-Justiz zu besiegeln, mit der er am Ende auf freien Fuß kommen kann. Der Deal war in der Nacht zu Dienstag durch die Veröffentlichung von US-Gerichtsdokumenten bekannt geworden.

Demnach soll sich Assange vor Gericht der Verschwörung zur unrechtmäßigen Beschaffung und Verbreitung von geheimen Unterlagen schuldig bekennen und zu etwas mehr als fünf Jahren Haft verurteilt werden. Das entspricht der Zeitspanne, die der Australier in London bereits in einem Hochsicherheitsgefängnis verbüßt hat.

Was steckt hinter dem Deal?

Die einen feiern Assange als Held. Doch für viele westliche Regierungen ist er vor allem das: ein Verräter. Ein selbstsüchtiger Mann, der die Leben hunderter US-Soldaten und von US-Agenten aufs Spiel gesetzt hat – aus Geltungsdrang.

Ein Ego-Typ, der es sich selbst mit Verbündeten verdorben hat. Der Enthüller schüttete alles an US-Dokumenten ins Netz, was ihm in die Finger kam. Ungeprüft auf Echtheit, Wichtigkeit.

Assange, der sich immer auf die Pressefreiheit berief, flutete das Netz mit ungeprüften Informationen. Besonders zum Krieg in Afghanistan spülte Assange Unterlagen ins Netz, die vor Ort Soldaten und vor allem auch Verbündete sowie afghanische Helfer in Lebensgefahr brachten.

Im US-Wahlkampf 2016 unterstützte Assange, der angebliche Freiheitskämpfer, ausgerechnet das Trump-Lager indirekt: Er veröffentlichte Unterlagen aus dem Lager der Demokraten-Kandidatin Hillary Clinton. Er hatte es aus russischen Quellen.

Eines aber veröffentlichte Assange nie: Enthüllungs-Dokumente über Russland. Dabei waren ihm laut Fachmagazin „Foreign Policy“ 2016 Beweise über Korruption im Kreml zugespielt worden.

Auch deshalb sei nicht jeder in der US-Regierung froh über den Deal mit dem vermeintlichen Verräter, so der US-Cybersicherheitsexperte Prof. Max Kilger (u.a. Uni Stanford) zu BILD.

Kilger ist weltweit einer der Experten für Cybersicherheit, Hacking – und die Psyche von selbst ernannten Enthüllern wie Assange.

Kilger zu BILD: „Man muss sich fragen, was die wahren Beweggründe von Assange in diesem Moment waren. Waren sie wirklich im Sinne des Whistleblowing oder waren seine Handlungen eher persönlicher Natur?“

Bei heimtückischen Online-Akteuren wie Assange, ließen sich die Motive meist in eine von sechs Kategorien einordnen: „Geld, Ego, Eintritt in eine soziale Gruppe, eigene Anliegen, Vergnügen und Status-Aufwertung.“

Bei Assange, so Kilger, sei das Hauptmotiv die Status-Erhöhung. Sprich: Assange tat es demnach – in erster Linie – für sein Ego.

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