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Wirtschaftsministerin in Abu Dhabi und Katar: Reiche trifft reiche Scheiche | Politik
17.11.2025 - Pazartesi 23:00
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Abu Dhabi – Investitionen aus dem Ausland und billige Energie, das braucht die deutsche Wirtschaft ganz dringend.
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (52, CDU) ist deshalb gerade auf ihrer ersten großen Minister-Geschäftsreise mit großer Wirtschaftsdelegation in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Danach reist sie nach Katar.
Begleitet wird sie von zwei ihrer wichtigsten Berater: Chef-Investor der Bundesregierung Martin Blessing und die Wirtschaftsweise Veronika Grimm. Auch die CEOs von Covestro, Uniper, EnBW, Marvel Fusion, Isar Aerospace, dem deutschen Satelliten-Start-up LiveEO und RheinEnergie sowie Vorstandsmitglieder von Siemens, Siemens Energy, SAP etc. sind dabei.
Die Übernahme des Chemie-Riesen Covestro durch den emiratischen Staatskonzern ADNOC steht nach BILD-Informationen kurz vor dem Abschluss. Reiche kam dazu mit dem Industrieminister der Vereinigten Arabischen Emirate Sultan Al Jaber zusammen. Nur die finale Genehmigung durch das Wirtschaftsministerium soll noch ausstehen.
Ist die mögliche Übernahme wieder ein neues Symptom der Krise in Deutschland?
„Nicht nur die Vereinigten Arabischen Emirate hoffen, dass wir wieder zurück zu Wachstum kommen“, sagte Reiche zu BILD. „Denn ohne ein Deutschland, das stark und auf Wachstum orientiert ist, wird es Europa schwerhaben, zurück zum Erfolg zu kommen.“
Reiche am Montagabend bei einer Veranstaltung der deutschen Botschaft in Abu Dhabi
Die Emirate würden erwarten, „dass wir mit dem Freihandelsabkommen, das derzeit die Europäische Union mit den Vereinigten Arabischen Emiraten verhandelt, auch zügig zu einem Abschluss kommen“.
Deutschland braucht dringend Geld aus dem Ausland, um wieder zu wachsen. In den Emiraten und Katar gibt es starke Staatsfonds.
Die Koalitionsspitzen haben einen Deutschlandfonds angekündigt - damit sollen weitere Investments angereizt werden. „In einer Welt mit zunehmenden geopolitischen Spannungen muss Deutschland seine strategischen Partnerschaften aktiv gestalten“, sagte die Ministerin. Deutschland setze wieder „auf wirtschaftliche Vernunft, Reformen und Investitionsfreundlichkeit“, so Reiche.
Die VAE sind eine der wichtigsten Öl-Nationen der Welt. Minister Sultan Al Jaber ist gleichzeitig Chef der Abu Dhabi National Oil Company (ADNOC). Er will ein deutsches Top-Unternehmen kaufen und beliefert uns gleichzeitig mit Erdöl.
Klar ist: Der Öl-Hahn ist weit aufgedreht. An eine Drosselung denken die OPEC-Staaten nicht, auch wenn es für das Klima so wichtig wäre. „Darüber haben wir nicht gesprochen“, so Reiche zu BILD.
Am vergangenen Donnerstag kündigte die Bundesregierung den lange erwarteten Bau von Gaskraftwerken an, für die Reiche unbedingt neue Versorgungswege braucht. Katar gilt als einer der wichtigsten LNG-Lieferanten der Zukunft. Die Internationale Energieagentur schätzt, dass bis 2030 neue Verflüssigungskapazitäten fast ausschließlich in den USA und in Katar entstehen. Dazu kommt: Ab 2027 soll kein russisches Flüssigerdgas mehr in die EU kommen.
VAE und Katar zählen zu den wichtigsten strategischen Handelspartnern für Deutschland. Deutschland erzielt mit den Vereinigten Arabischen Emiraten die höchsten Handelsumsätze in der Golfregion: 2024 belief sich das Volumen auf 11,6 Mrd. Euro, davon 9,7 Mrd. Euro Export. Katar ist der drittgrößte Handelspartner Deutschlands in der Golfregion, mit einem bilateralen Warenaustausch von 2,01 Mrd. Euro (2024).
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