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WM-Finale: Schweiz trifft auf USA – Spannung pur | Sport
25.05.2025 - Pazar 10:58
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Am Sonntag steigt das WM-Finale zwischen der Schweiz und den USA (20.20 Uhr, MagentaSport, Pro Sieben, sportdeutschland.tv). Für unsere Jungs waren diese Titelkämpfe eine Enttäuschung. Das Minimalziel Viertelfinale wurde nicht erreicht, wir flogen gegen. Dänemark mit 1:2 n.P. raus. Die kleineren Nationen des Puckspiels wie Ungarn, Kasachstan oder Norwegen besiegen wir inzwischen sehr souverän, aber der Abstand zu den Großen ist nicht geringer geworden. 2023 haben wir noch Silber bei den Titelkämpfen geholt. Das Interview mit NHL-Star Tim Stützle (24) von den Ottawa Senators.
Wie kam es zu dem frühen Aus gegen die Dänen?
Tim Stützle: „Es ist sehr frustrierend. Ich muss die Dinger rein machen. Wenn ich es nicht auf die Kette kriege, irgendwann ein Tor zu schießen, kann man kein Spiel gewinnen. Man muss auch ehrlich zu sich selbst sein. In den letzten Jahren war die WM von den NHL-Stars nie vollständig besetzt. Aber wenn wir immer unser Spiel, mit großem Kampf, Leidenschaft und Einsatz, aufs Eis bringen, haben wir gegen jeden Gegner eine Chance. Auch gegen die Schweiz (1:5 d.Red.) und die USA (3:6) war etwas mehr drin.
Nun gab es bei der WM ein kurioses Comeback. Marcel Noebels (33, Berlin) wurde erst nach Hause geschickt, aus dem Kader gestrichen dann wieder zurückgeholt zur WM. Ihr beide seid in Tönisvorst bei Krefeld aufgewachsen. Wie hast Du es aufgenommen, wieder mit Marcel in einem Team zu stehen?
„Ich habe mich natürlich sehr darüber gefreut. Marcel ist nicht nur ein sehr guter Eishockeyspieler, sondern er ist auch ein sehr guter Freund von mir.“
Wohin geht es in den Urlaub?
„Ich habe noch nichts Konkretes geplant, sondern mich zunächst voll auf die WM konzentriert.“
Urlaub mit den Eltern ermöglicht
In Ottawa haben Sie einen Vertrag über acht Jahre unterschrieben, der Ihnen im Schnitt 8,35 Mio. Dollar pro Jahr einbringt. Was macht man mit dem vielen Geld?
„Natürlich investiere ich etwas und lege etwas für nach der Karriere zurück. Die Leistungssportzeit ist begrenzt. Die Karriere nach dem Eishockey möchte ich dann mit dem zurückgelegten Geld aufbauen.“
Bekommen die Eltern, als selbstständige Unternehmer (Heizungsinstallateur-Firma -d. Red.) auch von Ihrem Geld etwas ab?
„Ja. Sie sollen später einmal nicht mehr arbeiten müssen. Das ist mein Ziel. Ihnen habe ich sehr viel zu verdanken und werde das etwas zurückgeben. Meine Eltern mussten immer sehr hart arbeiten. Einiges, wie zum Beispiel einen gemeinsamen Urlaub, haben wir uns als Familie ermöglicht.“
Wie viel Bargeld haben Sie in der Tasche?
„Nicht einen Cent. Ich zahle lieber alles mit Karte.“
Was fehlt Ihnen aus Deutschland in Ottawa, Kanada?
„Die Familie natürlich und die Freunde. Und dann das deutsche Essen, speziell von meiner Mutter die Klöße aus geriebenen Kartoffeln dazu der saftige Rinderbraten und Rotkohl.“
Taglich kommt ein Koch ins Haus
Wie ernähren Sie sich in Kanada?
„Sehr bewusst. Täglich kommt zu mir ein Koch ins Haus, der das Essen zubereitet. Vor den Spieltagen mag ich am liebsten Fisch und Nudeln dazu einen frischen Salat. Wenn ich im Sommer in Deutschland bin, esse ich aber auch gern ein Spaghettieis in meiner Mannheimer Lieblingseisdiele.
Werden Sie eher in Ottawa oder in Tönisvorst auf der Straße erkannt?
„In beiden Städten. In Tönisvorst bin ich aufgewachsen, da kennen mich ganz viele Leute von klein auf. Und in Ottawa haben wir bei den Senators viele begeisterte Eishockey-Fans. Auch die erkennen mich sofort.“
Aber die Frühstücksbrötchen bekommen Sie in Tönisvorst vom Bäcker wegen Ihres Bekanntheitsgrades bisher nicht ins Haus gebracht und gratis?
„Das würde ich auch gar nicht wollen. Die Leute arbeiten dafür auch sehr hart und müssen für ihre Brötchen, ihren Kuchen oder das Brot eine entsprechende Gegenleistung bekommen.“
Woran müssen an sich, als Eishockey-Profi, noch arbeiten?
„Ich bin erst 23 Jahre alt und kann mich in allen Bereichen noch verbessern. Zuletzt habe ich an meinem Defensivverhalten gearbeitet, was sich in dieser Saison schon bemerkbar gemacht hat. Meine Entwicklung ist noch nicht am Ende, ganz klar.“
In Ottawa hat man Ihnen den Spitzname „Jimmy Stü" verpasst. Wie kam es dazu?
„Dazu gibt es keine besondere Geschichte. Es hat sich einfach so ergeben.“
Wie muss man sich als Spieler das Leben bei einem NHL-Klub vorstellen?
„Wir haben das extreme Privileg, dass unglaublich viele Menschen im Umfeld der Organisation für uns da sind, sich täglich aufopfern und uns so ermöglichen, die beste Leistung aufs dem Eis zu bringen.“
Wer ist Ihr Vorbild?
„Früher als Kind war es Sidney Crosby. Jetzt schaue ich mir von vielen sehr guten Profis etwas ab, da kann man immer etwas dazulernen.“
Wer ist für Sie der beste Eishockeyspieler der Welt?„
„Schwer zu sagen. Da sind einige dabei, die sich auf Augenhöhe bewegen. Nathan Mackinnon von Colorado, Connor McDavid, Leon Draisaitl aus Edmonton würde ich in jedem Fall nennen.“
Wie wohnen Sie in Ottawa?
„Ich habe dort ein Haus gemietet. Die meiste Zeit wohne ich dort allein. Zum Ende der letzten Saison war ein Mannschaftskollege mein Mitbewohner.“
Was wäre aus Ihnen geworden,, wenn Sie nicht die Schlittschuhe geschnürt hätten?„Wahrscheinlich ein Fußballer. Bis zum 14. Lebensjahr habe ich nämlich beim SV Vorst gekickt.“
Tim Stützle (r.) versucht hier Roman Cervenka (Tschechien) zu entwischen
Hoffenheim-Fan
Für welchen Bundesligaverein schlägt Ihr Herz?
„Früher für Borussia Dortmund. Jetzt, durch meine Mannheimer Zeit bei den Adlern, für die TSG Hoffenheim. Dort kenne ich auch einige Spieler persönlich.“
Wird Hoffenheim früher Deutscher Meister oder Deutschland eher Eishockey-Weltmeister?
„Ich hoffe doch, wir werden eher Eishockey-Weltmeister.“
Werden die deutschen NHL-Spieler in Kanada durch unsere Erfolge bei WM und Olympia mehr respektiert und wahrgenommen?
„Ich glaube schon. In Deutschland gibt es inzwischen viele sehr gute Eishockeyspieler. Das weiß man auch in Kanada und der NHL insgesamt. Die Wahrnehmung ist in jedem Fall da.“
Welches Ziel haben Sie sich bei den Ottawa Senators für den Zeitraum ihres Vertrages über acht Jahre gestellt?
„In dieser Zeit möchte ich den Stanley Cup, die wichtigste und begehrteste Eishockey-Trophäe der Welt, gewinnen.“
Tim Stützle drückt Leon Draisaitl (Foto) in den NHL-Playoffs fest die Daumen. Gegenwärtig steht es in der Serie gegen Dallas nach Spielen 1:1.
Wer wird den Pott in diesem Jahr holen?
„Ich drücke Leon Draisaitl und seinen Edmonton Oilers fest die Daumen. Gerade nach der knappen Finalniederlage aus dem letzten Jahr gönne ich es Leon extrem. Er hätte es einfach verdient.“
Wann geht es wieder nach Kanada?
„Nach dem Urlaub und Sommertraining werde ich Anfang September wieder nach Ottawa fliegen und mich dort weiter auf die neue NHL-Saison vorbereiten.“
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