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Wolf: Schwarz-Rot will Abschuss wieder erlauben – Jäger froh | Politik
11.04.2025 - Cuma 12:23
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Schwarz-Rot will den Wolf in Deutschland jagen lassen. Das Ziel dabei: ein besserer Herdenschutz für Schafe, Ziegen, Pferde.
Im Koalitionsvertrag von Union und SPD steht unter dem Thema „Herdenschutz“: „Wir unterstützen den Herdenschutz und setzen den Vorschlag der EU-Kommission zur Herabstufung des Schutzstatus des Wolfes in der europäischen Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie unverzüglich in nationales Recht um. Mit den notwendigen Änderungen des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG) sorgen wir für eine rechtssichere Entnahme von Wölfen.“ Brüssel plant, den Wolf nicht mehr als „streng geschützt“, sondern nur noch als „geschützt“ einzuordnen.
Heißt: Der Wolf soll künftig wieder gejagt werden dürfen!
Jäger und Bauern unterstützen die Pläne
▶︎ Waldbesitzer, Bauern und Jäger unterstützen die Pläne: Max von Elverfeldt, Präsident der „Familienbetriebe Land und Forst“ (FABLF), zu BILD: „Mit dem Wolf im Jagdrecht ist Rotkäppchen endlich sicher!“
Max von Elverfeldt (61), Präsident der „Familienbetriebe Land und Forst“, will den Wolf jagen
FABLF-Chef Elverfeldt weiter: „Es geht hier nicht um den Schutz einer Märchenfigur, sondern um knallharte Fakten: Haben Wölfe in Deutschland vor 20 Jahren noch wenige Dutzend Nutztiere gerissen, sind es 2023 schon mehr als 5700 Tiere gewesen – darunter fast 5000 Schafe. Sie wurden von Wölfen verletzt oder getötet.“
▶︎ Die Folge: erhebliche wirtschaftliche Schäden für Landwirte, so Elverfeldt. „Und es verunsichert die Bürger. Es ist höchste Zeit, den Wolfsbestand in Deutschland durch die Jagd zu regulieren, so wie es die Koalition jetzt plant.“ Alles andere sei „auf Dauer unverantwortlich.“
Laut der „Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf“ (DBBW) kam es im Jahr 2023 zu 1268 Übergriffen, bei denen 5727 Tiere (darunter 4957 Schafe) Schaden genommen haben.
Beim Gassigehen: Plötzlich taucht ein Wolf auf
Jagdverband fordert schnelle Umsetzung
▶︎ Auch Deutschlands Chef-Jäger Helmut Dammann-Tamke (63) ist zufrieden mit dem von Schwarz-Rot geplanten „aktiven Herdenschutz über die Waffe“.
Dammann-Tamke, Präsident des Deutschen Jagdverbands (DJV), sagte BILD: „Wir stehen an der Seite der Nutztierhalter, die seit Jahren einen aktiven Herdenschutz über die Waffe einfordern. Bleibt zu hoffen, dass die Koalition den Worten zügig Taten folgen lässt.“
Deutschlands Chef-Jäger Helmut Dammann-Tamke (63) macht sich für die Wolfs-Jagd stark
Laut dem Jäger-Chef stehe der Wolf für den Konflikt zwischen Stadt und Land, zwischen Naturschützern und Naturnutzern. Dammann-Tamke zu BILD: „Der Wolf steht in vielen ländlichen Regionen symbolhaft für das Nichthandeln von Politik.“
Das sagt der Nabu
Der Naturschutzbund Nabu sieht es anders. Sprecherin Katrin Jetzlsperger zu BILD: „Eine Bejagung des Wolfes wird nichts daran ändern, dass Herdenschutz weiterhin notwendig sein wird – egal, wie viele Wölfe es in einer Region gibt. Weidetierhaltern wird der Eindruck vermittelt, dass durch regelmäßige Abschüsse auf Herdenschutzzäune verzichtet werden kann.“ Diese Erwartung sei trügerisch, effektiver Herdenschutz bleibe weiterhin notwendig.
Ein völliger Verzicht wäre nur dann denkbar, wenn man Wölfe wieder großflächig ausrotte – das wäre auch mit der Absenkung des Schutzstatus nicht erlaubt. „Wir finden es daher sinnvoller, die Weidetierhaltung im Herdenschutz besser zu unterstützen, als mit Scheindebatten um Wolfsbejagung eine angebliche Problemlösung vorzutäuschen“, so Jetzlsperger weiter.
► Zudem müsse klar sein: „Die Aufnahme ins Jagdrecht bedeutet noch keine aktive Bejagung. Viele Arten wie Luchs und Wildkatze sind im Jagdrecht gelistet, aber mit ganzjähriger Schonzeit. Eine aktive Bejagung kann es offiziell nur geben, wenn der Bestand der Art im sogenannten günstigen Erhaltungszustand ist und dort auch bleiben wird. Das ist für den Wolf aktuell noch nicht gegeben und wahrscheinlich auch in näherer Zukunft nicht.“
Was meinen die Deutschen
Meinungsforscher Klaus-Peter Schöppner (76) zu BILD: „Die Mehrheitsmeinung der Deutschen ist, dass der Schutz unschuldiger Tiere, wie Schafe, höher zu bewerten ist als der Schutz der Wölfe, die sie töten.“ Umfragen zeigten zudem, dass sich eine relative Mehrheit für die Jagd auf den Wolf ausspreche.
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