Wolfspopulation in Sachsen-Anhalt steigt: CDU fordert Jagdrecht | Politik

24.11.2025 - Pazartesi 11:47

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Magdeburg – Die Zahl der Wölfe in Sachsen-Anhalt steigt weiter – aber wenigstens langsamer. Laut Wolfsmonitoringbericht 2024/2025 leben im Land aktuell 276 Tiere, nur zwölf mehr als im Vorjahr. Zum Vergleich: Ein Jahr zuvor kamen 58 neue Wölfe hinzu.

▶︎ Das bedeutet: Mehr als 15 Wölfe pro 1000 Quadratkilometer. Fast dreimal mehr als in klassischen Naturräumen wie Kanada oder der russischen Taiga. Dort sind es maximal 5,6 Tiere.

Für CDU-Wolfsexperte Alexander Räuscher (55) zu viel: „Die Koalition muss schnell ihre Pläne umsetzen, den Wolf ins Jagdrecht aufnehmen und vor allem zügig Management-Pläne aufstellen“, fordert der Landtagsabgeordnete. Beim Management-Plan sollte Sachsen-Anhalt sich an Ländern wie Schweden oder Frankreich orientieren. Diese hätten eine Obergrenze von einem Tier pro 1000 Quadratkilometer festgesetzt. In Sachsen-Anhalt leben derzeit 15-mal so viele Tiere.

Gericht stoppte Abschuss in Landkreis Wittenberg

▶︎ 48 gemeldete Übergriffe mit 159 getöteten Nutztieren sind zwar so wenige Fälle wie seit neun Jahren nicht mehr. Doch der Rückgang täuscht: Viele Landwirte und Schäfer melden Attacken nicht mehr, weil das Verfahren mühsam ist und sie am Ende oft keine Entschädigung bekommen. BILD hatte über solche Fälle bereits berichtet.

CDU-Wolfsexperte Alexander Räuscher (55) ist selbst Jäger. Er fordert eine Regulierung des Wolfsbestandes

CDU-Wolfsexperte Alexander Räuscher (55) ist selbst Jäger. Er fordert eine Regulierung des Wolfsbestandes

Foto: Peter Gercke

Umweltminister Armin Willingmann (62, SPD) will jetzt handeln: „Wo Wölfe hinreichenden Herdenschutz überwinden, muss es möglich sein, sie rechtssicher zu entnehmen.“ Sachsen-Anhalt hat zwar seit einem Jahr die Möglichkeit zu sogenannten Schnellabschüssen, doch in der Praxis, so Willingmann, „sind die Hürden noch immer zu hoch“.

Ein Beispiel: Im Oktober 2025 sollte im Landkreis Wittenberg ein Wolf nach mehreren Angriffen abgeschossen werden. Doch das Verwaltungsgericht Halle stoppte den Beschluss. Der Zaun, den das Tier überwunden hatte, war mit 1,10 Metern nicht hoch genug.

Mit der Aufnahme des Wolfs ins Bundes- und Landesjagdgesetz können Bestände reguliert werden, überall dort, wo der günstige Erhaltungszustand erreicht ist. Willingmann versichert: „Es wird keine planlose Jagd geben.“ Aber dort, wo Zäune nichts mehr nützen, müsse schneller reagiert werden dürfen.

▶︎ Von den 276 erfassten Tieren wurden 15 tot aufgefunden – zwei notgetötet, sechs nach Verkehrsunfällen, vier illegal getötet. Drei Todesursachen sind noch unklar. Insgesamt flossen über 6000 Meldungen in den Bericht ein.

Der komplette Wolfsmonitoringbericht 2024/2025 ist abrufbar unter: https://lau.sachsen-anhalt.de/publikationen/berichte-und-fachinformationen/wolfsmonitoringberichte.

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