Wüst gegen Merz: Das neue Macht-Duell in der CDU | Politik

09.07.2025 - Çarşamba 00:54

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Berlin/Düsseldorf – Katerstimmung in der CDU-Spitze!

Nach dem Riesenstreit um die Stromsteuer (wird nicht gesenkt) ist Kanzler Friedrich Merz (69) spürbar genervt und dünnhäutig – auch wegen Kritik aus der eigenen Partei. U.a. hatten die Ministerpräsidenten Hendrik Wüst (49) und Boris Rhein (53) in BILD die Steuersenkung gefordert – und damit indirekt Merz kritisiert.

Der keilt nun zurück: Am Montag machte Merz seinem Ärger mehrmals intern Luft. Tenor: Er werde keine Vorhaben von CDU-Politikern unterstützen, wenn sie diese zuvor in BILD gefordert hatten.

Eine klare Breitseite – vor allem gegen Wüst. Der NRW-Regierungschef hatte zuerst die geplatzte Stromsteuer-Senkung kritisiert. Für Merz ein Affront – und die Eröffnung zum Macht-Duell gegen Wüst!

Merz weiß: Wüst wäre selbst gerne Kanzler, stichelt im Hintergrund immer wieder gegen den CDU-Chef.

Auch im Merz-Umfeld – wo Wüst wegen seiner Ambitionen ohnehin unter verschärfter Beobachtung steht – registriert man jede Äußerung aus Düsseldorf genau. So schaltete sich Wüst z.B. ungeladen in eine Bund-Länder-Runde zu Finanzen ein. Und hat mit seinem Auftauchen für großes Erstaunen gesorgt. In der Schalte sind sich Wüst und Söder ziemlich angegangen. Söder stand auf der Seite von Merz/Klingbeil, Wüst wollte immer weiter Geld vom Bund. Dass sich Wüst uneingeladen in die Online-Verhandlungsrunde zu den Bund-Länder-Finanzen einschaltete, wurde noch amüsiert zur Kenntnis genommen.

Das Lachen ist echter Besorgnis gewichen, seit Wüst nach dem Koalitionsausschuss zur Stromsteuer die Vereinbarung weiter angreift. Ein Spitzen-Genosse zu BILD: „Merz hat die Union nicht unter Kontrolle. Ein echtes Problem. Noch ignorieren wir die Störfeuer aus der CDU, aber lange geht das nicht mehr.“

Die Sorge im Merz-Lager: Je länger die CDU mit der SPD regiert, umso größer könnte die Unzufriedenheit mit Merz sein – und die Sehnsucht nach Wüst. Man verstehe nicht, was die Sticheleien aus NRW sollten, heißt es aus Merz-Kreisen. Wüst habe schließlich „beste Karten“, eines Tages dessen Nachfolger zu werden.

„Für mich steht immer Nordrhein-Westfalen an erster Stelle“

Das Macht-Duell mit Merz – im Wüst-Lager sieht man das erwartungsgemäß nicht so. Dort heißt es z.B. in Bezug auf den Stromsteuer-Streit: Alle wichtigen Union-Länderchefs hätten von Merz die Senkung gefordert, auch Bayern-Regent Markus Söder (58, CSU). Es sei daher kein Machtkampf – sondern lediglich ein Konflikt um Themen und Inhalte.

Bei Hendrik Wüst in NRW sind im September Kommunalwahlen

Bei Hendrik Wüst in NRW sind im September Kommunalwahlen

Foto: Oliver Berg/dpa

Wirklich? Als Wüst jüngst in Brüssel auf mögliche Interessenkonflikte mit Merz angesprochen wurde, reagierte er ausweichend: „Für mich steht immer Nordrhein-Westfalen an erster Stelle.“ Im September finden dort Kommunalwahlen statt, gebrochene Steuerversprechen helfen Wüst da nicht.

Den Kampf in der CDU haben auch SPD-Politiker registriert. Sie mutmaßen: Wüst fordert Merz geradeheraus. Ihre Sorge: Merz hat nicht die Kontrolle über die gesamte CDU.

Das Duell Merz gegen Wüst – es hat gerade erst (wieder) begonnen …

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