Zuwanderungs-Statistik: Deutschland ist Europas Migrations-Magnet Nr. 1 | Politik

07.07.2024 - Pazar 00:55

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Streitthema Migration – was macht Deutschland so attraktiv für Zuwanderer?

BILD hat die aktuellsten Zahlen der EU-Datenbank Eurostat und der deutschen Asyl-Statistiken geprüft. Ergebnis: Kein anderes EU-Land zieht so viele Zuwanderer und Asylbewerber an wie Deutschland!

Laut EU-Datenbank Eurostat kamen zwischen 2013 und 2022 insgesamt fast 14,5 Millionen Ausländer in die EU. Davon suchten sich knapp sechs Millionen (40 Prozent) Deutschland als Zielland aus. Zum Vergleich: Die Deutschen stellen nur 19 Prozent aller EU-Bürger.

Deutschland ist Europas Migrations-Magnet – Infografik

Folge: 12,3 Millionen Menschen in Deutschland haben keinen deutschen Pass. Das sind 14,6 Prozent der Bevölkerung – EU-Rekord!

„Deutschland ist als Einwanderungsland attraktiver als andere EU-Länder, weil es unserer Wirtschaft lange Zeit besonders gut ging und wir sehr geringe Arbeitslosenzahlen hatten“, erklärt Asyl-Experte Professor Daniel Thym (50, Uni Konstanz).

Das könnte sich aber ändern: „Die Wirtschaft in den EU-Herkunftsländern verbessert sich, es gibt mehr gute Jobs. Und auch durch den demografischen Wandel gibt es in Osteuropa künftig weniger junge Menschen, die nach Deutschland kommen.“

So viele Ausländer leben in EU-Ländern – Infografik

Auch beim Asyl ist Deutschland spitze!

Insgesamt sind in der EU im Jahr 2023 rund 1,05 Millionen Asylerstanträge gestellt worden – der höchste Wert seit dem Jahr 2016. Die meisten Asylbewerber stammen aus Syrien, Afghanistan und der Türkei.

Auf Deutschland entfielen davon rund 329 000 Erstanträge – rund ein Drittel! Frankreich kommt beim Asyl auf 15 Prozent, Spanien und Italien auf je rund neun Prozent.

Damit ist die Bundesrepublik der einsame Spitzenreiter in der EU.

Was macht Deutschland so beliebt bei Ausländern?

Zweifellos ein Anreiz: Sozialleistungen für Flüchtlinge wie Bürgergeld (563 Euro/Monat) oder Zahlungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (460 Euro/Monat). Diese übersteigen zumeist das Durchschnittseinkommen in den Herkunftsländern.

Theoretisch wird Bürgergeld/Asylgeld nur gezahlt, bis der Asylantrag beschieden ist (dauert im Schnitt sieben Monate). Doch durch Klagen vor Gericht (bis zu 32 Monate je Urteil) kann sich der Zahlungszeitraum über Monate und Jahre ziehen.

Ausländeranteil der Bürgergeldempfänger

Asyl-Experte Thym stellt klar: Die Sozialleistungen alleine sind „nicht ausschlaggebend“. Aus seiner Sicht sind es drei Faktoren, warum Deutschland so attraktiv für Asylbewerber ist:

Familiennachzug/Landsleute: „Wir haben in Deutschland schon große Communitys, etwa aus Afghanistan“, so Thym.

Arbeit: „Gute wirtschaftliche Perspektiven – heißt, gute Job-Aussichten.“

Stütze: „Gute Aufnahmebedingungen in Deutschland, darunter fallen auch Sozialleistungen.“

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