Zwischenruf: Digitalministerium gehört nach Berlin | Politik

27.05.2025 - Salı 08:59

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Die deutsche Hauptstadt heißt Berlin, und die Bundesregierung hat dort am 1. September 1999 ihre Arbeit aufgenommen. Offiziell.

Tatsächlich leben wir seit mehr als 25 Jahren aber in einer Republik mit zweigeteilter Hauptstadt. Denn fast ein Drittel der Ministeriums-Mitarbeiter sitzt noch immer in Bonn, Hauptstadt der alten Bundesrepublik.

Schon das ist nur schwer zu verstehen und ist seit Jahren vielen Steuerzahlern ein teures und umweltschädliches Ärgernis. Auf 20 Millionen Euro pro Jahr schätzt der Steuerzahlerbund die Mehrkosten für die zwei Regierungsstandorte (u. a. Pendelei der Mitarbeiter).

Digitalminister Karsten Wildberger (55, CDU) steht an der Spitze eines zweigeteilten Hause – mit Standort Berlin und Bonn

Digitalminister Karsten Wildberger (55, CDU) steht an der Spitze eines zweigeteilten Hause – mit Standorten Berlin und Bonn

Foto: Getty Images

Nun bekommt Deutschland mit dem Bundesdigitalministerium eine ganz neue Behörde. Doch NEU bedeutet nicht: ein Standort – und zwar selbstverständlich Berlin. Auch das Haus von Ressortchef Karsten Wildberger (55, CDU) erhält neben dem Dienstsitz in Berlin einen zweiten in Bonn.

Wie bitte? Merkt eigentlich noch jemand, wie komisch es klingt, wenn bei einem brandneuen Ministerium erklärt wird, die beiden Dienstsitze seien „historisch gewachsen“?

Als Ostdeutschen stört mich nicht nur, dass einige noch immer – jedenfalls zum Teil – in der Bonner Republik verharren. Viel schlimmer finde ich das Signal, das nun ausgesendet wird: Was ist denn Bahnbrechendes von einem neuen Ministerium zu erwarten, das schon beim Aufbau die alten Strukturen nicht überwinden kann?

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