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300 000 protestieren für Gaza-Geiseln: Tel Aviv vereint in Wut und Schmerz | Politik
04.09.2024 - Çarşamba 02:48
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Sie sind wütend, verzweifelt, vereint im Schmerz: Am Sonntag demonstrierten in der israelischen Küstenmetropole Tel Aviv etwa 300 000 Menschen gegen die Politik von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (74, Likud-Partei) und für ein Abkommen mit der Terrororganisation Hamas. Es gab Dutzende Festnahmen bei Zusammenstößen mit der Polizei.
Nach dem Fund der Leichen von sechs Geiseln im Gazastreifen am Wochenende, forderten die Demonstranten mit Nachdruck, eine Einigung mit der Hamas herbeizuführen und die verbliebenen Geiseln in Gaza zu retten.
Es waren die größten Proteste in Tel Aviv und anderen Städten seit dem 7. Oktober, seitdem die Schlächter der Hamas das Land brutal überfielen, 1200 Menschen töteten und 250 Geiseln nach Gaza entführten. 101 von ihnen sollen sich noch immer dort befinden, seit elf Monaten in Gefangenschaft.
Am Sonntagabend versammelten sich Hunderttausende Menschen in Tel Aviv
Die Menschen sind wütend über Netanjahus Politik
Es kam zu Zusammenstößen mit der Polizei
Einige Demonstranten verbanden sich symbolisch die Augen, um ihre Solidarität mit den Geiseln auszudrücken
„Werden sie nicht im Stich lassen“
„Wir werden sie nicht im Stich lassen“, riefen die Demonstranten und marschierten mit blau-weißen Nationalflaggen auf zentralen Straßen der Stadt. Auf einer Bühne waren symbolisch die Särge der sechs getöteten Geiseln aufgebahrt. Währenddessen mussten die Familien der getöteten Geiseln nach elf Monaten Hoffen und Bangen mit der schrecklichen Gewissheit umgehen, dass ihre Liebsten nie wieder nach Hause kommen.
Die Menschen trugen symbolische Särge gehüllt in israelische Flaggen durch Tel Aviv
Parallel zu den Protesten: Trauer, Entsetzen, Fassungslosigkeit bei den Angehörigen der getöteten Geiseln. Im Bild: Yigal Sarusi, der um seinen Sohn Almog weint
So lange hatte sie gehofft und gewartet – vergeblich: Die Mutter von Gaza-Geisel Eden Yerushalmi bricht am Leichnam ihrer Tochter zusammen
Wie das Nationale Forensische Institut mitteilte, wurden die Geiseln zwischen Donnerstag und Freitagmorgen aus nächster Nähe erschossen – nur Stunden bevor die israelische Armee sie in einem der Hamas-Tunnel in Rafah im Süden des Gazastreifens fand.
Am Montag startete Israels Gewerkschafts-Dachverband zudem einen Generalstreik. Das Land soll stillgelegt werden – auch das, um den Druck auf Netanjahu zu erhöhen, sich doch noch mit der Hamas zu einigen.
Am internationalen Flughafen Ben-Gurion bei Tel Aviv wurde am Morgen der Flugverkehr eingestellt. Parallel dazu waren landesweit zahlreiche Protestaktionen geplant, unter anderem mit Großdemonstrationen und Straßenblockaden.
Sie kämpften bis zum Schluss ums Überleben und starben kurz vor ihrer Befreiung: Hersh Goldberg-Polin (†23), Ori Danino (†25), Eden Yerushalmi (†24), Almog Sarusi (†27), Alexander Lobanov (†32), und Carmel Gat (†40)
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