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Die Bahn muss das umstrittene Projekt „Stuttgart 21“ um ein weiteres Jahr verschieben. Das berichtet „Der Spiegel“. Statt im Dezember 2025 werde das Projekt frühestens im Dezember 2026 in Betrieb gehen.
Das Magazin schreibt unter Bezug auf mehrere Bahn-Quellen: „Eigentlich hätte der Bahnknoten nach mehrmaliger Verschiebung 2025 in Betrieb gehen sollen. Doch daraus wird definitiv nichts.“
Laut „Spiegel“ will die Bahn am Dienstag eine Erklärung abgeben. Noch im März habe der Staatskonzern behauptet, eine Inbetriebnahme sei „für Dezember 2025“ vorgesehen.
Allerdings war schon damals nur noch von einem provisorischen Stellwerk und einer stufenweisen Inbetriebnahme die Rede. Doch selbst das ist nun vom Tisch. Weil es Planungs- und Lieferschwierigkeiten gab. Vor allem, weil selbst das provisorische Stellwerk Kosten in dreistelliger Millionenhöhe verursacht hätte. Dadurch wäre der Preis für das ohnehin schon ständig teurer gewordene Projekt noch weiter durch die Decke gegangen.
Zu Baubeginn des neuen Bahnhofs war von Fertigstellung 2019 und Baukosten von 2,5 Milliarden Euro die Rede. Inzwischen ist die Bahn bei mindestens zwölf Milliarden Euro. Und es kann noch teurer werden.
Die Bahn stellte das Mega-Projekt erstmals 1994 vor. Im Februar 2010 wurde dann endlich mit dem Bau begonnen. Im Dezember 2023 lagen die Kosten bereits bei mehr als 11 Milliarden Euro.
Durch den Umbau soll der oberirdische, ursprünglich 17-gleisige Kopfbahnhof im Zentrum von Stuttgart durch einen unterirdischen, achtgleisigen Durchgangsbahnhof ersetzt werden. Der neue Hauptbahnhof verläuft um etwa 90 Grad gedreht zur bisherigen Anlage.
Obwohl weitgehend Einigkeit herrschte, dass der Stuttgarter Hauptbahnhof modernisiert werden muss, war das Projekt von Anfang an umstritten. Mit über 700 Kundgebungen gehört der Widerstand gegen das Projekt zu den am längsten andauernden Protesten in Deutschland. Am 30. September kam es zu einem Polizeieinsatz mit einigen hundert Verletzten.
Wie der „Tagesspiegel“ schreibt, wurde kurz vor der Europawahl noch das erste „Lichtauge“ des künftigen Tiefbahnhofs präsentiert, ein riesiges Fenster durch das Tageslicht in die unterirdische Halle fällt. Nach der Wahl gibt es dann wieder unerfreuliche Nachrichten über das Mega-Projekt.
Nach Informationen des „Tagesspiegel“ legt DB-Infrastrukturchef Berthold Huber am Dienstag im S21-Lenkungskreis die Karten auf den Tisch.
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