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Amira Mohamed Ali (44, BSW) hielt bei Maybrit Illner (59) den Buckel für die Prügel hin, die ihrer Anführerin Sahra Wagenknecht (54) galten.
Grund für den Zorn der anderen Talkgäste: Der fiese Bundestags-Boykott von AfD und BSW gegen den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj (47). Die Klassenkeile provozierte Mohamed Ali allerdings auch durch eigene Sprüche.
Ovationen nicht mitmachen
„Diese Veranstaltung war kein Dialog-Format“, begründete die BSW-Vorsitzende den Boykott ihrer Partei an der Seite der AfD. „Da war auch keine Aussprache vorgesehen, und wir sind mit dem Kurs, den Selenskyj verfolgt, nicht einverstanden.“
Mohamed Alis zentrales Argument: „Es war vorgesehen, dass Selenskyj gefeiert wird, dass er stehende Ovationen bekommt. Und da haben wir gesagt: Das können wir nicht mitmachen. Jetzt kann man darüber debattieren, dass es höflicher gewesen wäre, nur dazusitzen und nicht zu klatschen. Aber wir haben uns entschieden, dass wir da nicht hingehen!“
Von links: Außenpolitiker Norbert Röttgen (CDU), Konfliktforscherin Nicole Deitelhoff, Moderatorin Maybrit Illner, SPD-Chef Lars Klingbeil, BSW-Vorsitzende Amira Mohamed Ali, Sicherheitsexperte Wolfgang Ischinger
Bei Putin auch nicht hingegangen
Nachfrage der Talkmasterin: „Was hätten Sie gemacht, wenn Putin gesprochen hätte?“ Die fragwürdige Antwort der Wagenknecht-Statthalterin: „Im selben Format wären wir auch nicht hingegangen!“
Ich habe die Nase voll!
CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen (58) nannte es „ein Krisenanzeichen, dass die AfD 16 Prozent und das BSW 6 Prozent bekommt.“ SPD-Chef Lars Klingbeil (46) kritisierte ebenfalls beide Parteien: „Es ist kein richtiges Signal, als gewählte Vertreter im Deutschen Bundestag die Plätze leer zu lassen, wenn Herr Selenskyj kommt!“
CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen
Wütende Gegenrede! „Mich regt das auf, wenn Sie permanent daher gehen und uns in einen Topf mit Rechtsextremisten werfen!“, bollerte Mohamed Ali los. „Ich habe davon die Nase voll! Das ist unglaublich!“
BSW und AfD Pro-Putin-Parteien
Doch Röttgen legte ungerührt nach: „Wenn Sie die gleichen Demonstrationen machen, weil Sie es nicht ertragen können, dem Präsidenten eines Landes, das angegriffen wird, auch nur zuzuhören, dann zeigen Sie: BSW und AfD sind die beiden Pro-Putin-Parteien, seit Langem, auch in ihrem Personal!“
„Das ist infam (bösartig, d. Red.)!“, wehrte sich Mohamed Ali sichtlich erbost. „Nichts für ungut, aber das ist wirklich infam!“
Atom-Angst ins Groteske verstärkt
Als nächster nahm Sicherheitsexperte Wolfgang Ischinger (78) die BSW-Vorsitzende aufs Korn: „Ich kann jetzt wirklich nicht mehr an mich halten!“, schimpfte er. „Sie haben gesagt: infam. Ich finde es infam, dass in Ihrer Erklärung für das Hinausgehen der unsägliche Satz steht, dass Selenskyj einen Nuklearkrieg riskiert!“
Sicherheitsexperte Wolfgang Ischinger
Das sei etwas, so Ischinger, „worüber ich mich unendlich aufrege“, denn: „Wer hat denn Atomwaffen? Wer hat mit dem Einsatz von Nuklearwaffen gedroht? Hier wird Angst gepredigt, und Sie haben mit diesem Satz die Angst ins Groteske verstärkt. Ich bin wirklich empört! Es kann doch nicht wahr sein, dass Sie die Wahrheit so verfremden!“
Wir verurteilen Putin in aller Schärfe
„Wir verurteilen Wladimir Putin in aller Schärfe!“, behauptete Mohamed Ali daraufhin. „Er ist derjenige der die Atomwaffen hat. Das bestreitet niemand.“
Dann jedoch folgte wie üblich gleich wieder das große Aber: „Allerdings“, so die BSW-Vorsitzende weiter, „wer diese Eskalation weiter betreibt, wer eigentlich möchte, dass die Nato in diesem Krieg reingeht – verständlich, dass Selenskyj das möchte -, der riskiert in der Tat einen Atomkrieg. Das ist leider die Realität!“
Drohungen Putins und seiner Vasallen
„Selenskyj ist nicht derjenige, der einen Nuklearkrieg riskiert“, stellte auch Konfliktforscherin Nicole Deitelhoff (49) fest. „Das machen Putin und seine Vasallen mit ihren Drohungen!“
Aber, so Deitelhoff beruhigend: „Wir sehen, dass die Abschussrampen sich nicht bewegen. Dass die Atom-U-Boote auf ihren üblichen Strecken bleiben.“ Selbst der Einsatz westlicher Waffen auf russischem Territorium sei, so die Wissenschaftlerin, laut Putin „kein Grund für den Einsatz von Nuklearwaffen“.
Spielen Sie mit der Angst?
„Eigentlich eine eher deeskalierende Rhetorik, selbst von Putin“, urteilte Deitelhoff. Prompte Nachfrage Illners: „Warum spielen Sie so mit der Angst, Frau Mohamed Ali?“
Notgedrungen verschanzte sich die Wagenknecht-Gefolgsfrau auf einer letzten Verteidigungslinie: „Trotzdem bin ich der Auffassung, dass alle Akteure eine Verantwortung haben.“ Doch Klingbeil ließ ihr auch diese Gleichmacherei nicht durchgehen: „Der Weg zum Frieden führt nicht darüber, dass man vor Putin einknickt, sondern dass wir unsere Sicherheit stärken. Das ist das Signal, das Putin versteht!“
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