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Ukrainer war in Kriegsgefangenschaft: „Sehnte mich nach dem Tod“ | Politik

Ukrainer war in Kriegsgefangenschaft: „Sehnte mich nach dem Tod“ | Politik
Okundu
07 Ağustos 2024 - 21:42

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Dieses Leben wäre ohne die russische Invasion in der Ukraine ganz anders verlaufen!

Maksim Sturmak (22) ist Elektriker und verteidigte das hart umkämpfte Mariupol in der Ostukraine monatelang, bevor er in russische Gefangenschaft geriet und neun harte Monate überstand. Für sein Land gibt er alles: Nach seiner Freilassung kehrte er an die Front zurück.

Vor dem Krieg lebte Maksim in der Region Lemberg und arbeitete bei der ukrainischen Eisenbahn. Im Frühjahr 2021 trat er in den Militärdienst ein und meldete sich wenige Monate später zur Nationalgarde der Ukraine.

Maksim trat mit 19 Jahren in den Militärdienst ein und meldete sich wenige Monate später zur Nationalgarde der Ukraine

Maksim trat mit 19 Jahren in den Militärdienst ein und meldete sich wenige Monate später zur Nationalgarde der Ukraine

Foto: Privat

„Meine Freunde und ich haben Mariupol verteidigt“, sagt Maksim im Gespräch mit BILD. „Die Stadt wurde fast vom ersten Tag des Angriffs an belagert. Die Schießereien hörten nicht auf, Kommunikationswege wurden unterbrochen, die Straßen waren mit Leichen übersät.“

Maxim war erst 19 Jahre alt und sah sich einem erbarmungslosen Feind gegenüber.

„Rundherum wurden Häuser zerstört, Menschen versteckten sich in den Ruinen. Die Kinder hatten Angst, waren hungrig und durchgefroren. Eltern schrieben Namen, Alter und Blutgruppe auf die Rücken ihrer Kinder. Mein Herz schmerzte wegen ihres hilflosen Zustands“, berichtet Maksim.

In Mariupol kämpften ukrainische Soldaten im Frühjahr 2022 monatelang gegen russische Truppen. Putins Soldaten schossen, wie hier, täglich mit Panzern auf zivile Gebäude. Am Ende gewannen sie und besetzten die Stadt

In Mariupol kämpften ukrainische Soldaten im Frühjahr 2022 monatelang gegen russische Truppen. Putins Soldaten schossen, wie hier, täglich mit Panzern auf zivile Gebäude. Am Ende gewannen sie und besetzten die Stadt

Foto: Evgeniy Maloletka/AP

Maksim an der Front in der Ukraine

Maksim an der Front in der Ukraine

Foto: Privat

Gefangen genommen auf den Straßen von Mariupol

Anfang Mai 2022 waren überall in Mariupol russische Truppen. „Kurz vor meiner Gefangennahme wurde ich von Granatsplittern getroffen, aber es ging mir relativ gut. Am 17. Mai 2022 wurden wir auf der Stadtstraße von russischer Kavallerie gefangen genommen und zur Abgabe unserer Waffen gezwungen“, erzählt Maksim.

Der junge Soldat wurde mit anderen einen Bus gesteckt. „Stundenlang bekamen wir kein Wasser. Viele wollten auf die Toilette, durften aber nicht. Kriegsgefangene mussten ihr Geschäft im Bus erledigen“, sagt der junge Mann.

In Oleniwka im Gebiet Donezk ließen sie ihn über Nacht im Bus. „Am Morgen brachten sie uns in Kasernen und durchsuchten uns erneut. Fast nackt wurden wir in separate Baracken gesteckt“, so Maksim.

Das Oleniwka-Gefängnis in der russisch-besetzten ukrainischen Region Donezk wurde während einem Kriegsverbrechen der Russen zerstört, die Gefangenen getötet. Auch Maksim wurde hier einige Monate von den Russen gefangen gehalten

Das Oleniwka-Gefängnis in der russisch-besetzten ukrainischen Region Donezk wurde während einem Kriegsverbrechen der Russen zerstört, die Gefangenen getötet. Auch Maksim wurde hier einige Monate von den Russen gefangen gehalten

Foto: AP

„Allein in meiner Baracke waren etwa 600 Leute, fünf teilten sich zwei Matratzen. Ich blieb bis Oktober dort. Dann wurde ich in die Justizvollzugskolonie Kamyshin in Wolgograd verlegt. Ich dachte, es gäbe keinen schlimmeren Ort als Oleniwka, aber ich hatte mich geirrt“, berichtet Sturmack.

„Als ich freikam, wog ich nur noch 50 Kilo“

In Kamyshin begann ein Albtraum. Der Ukrainer: „Es war die Hölle auf Erden. Wir hatten kein Essen, kein Wasser, keine Heizung. Wir waren über 60 Gefangene. Obwohl wir schon geschwächt waren, mussten wir Militärkleidung nähen und andere körperliche Arbeiten verrichten. Ich sehnte mich nach dem Tod, aber ich hatte Angst um meine Mutter.“

„Viele, die wegen verschiedener Vergehen verurteilt waren, waren bei uns. Einige von ihnen kochten für uns, und es herrschte ein harter Kampf um Essen. Als ich freikam, wog ich nur noch 50 Kilo.“

Nach dem Austausch gegen russische Gefangene erfuhr seine Mutter, dass ihr Sohn frei war. „Ihre Stimme zeigte Erleichterung. Als ich ihr sagte, dass ich lebte, flüsterte sie nur ‚Danke, Gott‘. Es war der 16. Februar 2023.“

Jetzt ist Maksim wieder im Dienst. „Aber nicht an der vordersten Front, sondern im Hintergrund. Psychisch bin ich bis jetzt nicht bereit für mehr. Doch ich glaube fest an den Sieg der Ukraine.“

Maksim ist nach seiner Freilassung wieder an der Front, jedoch aktuell noch im Hintergrund

Maksim ist nach seiner Freilassung wieder an der Front, jedoch aktuell noch im Hintergrund

Foto: Privat

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