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Der Tech-Milliardär Elon Musk polarisiert – das ist keine Überraschung. Doch jetzt mischt der reichste Mensch der Welt auch im deutschen Bundestagswahlkampf kräftig mit.
In einem Gastbeitrag in der WELT am Sonntag (gehört wie BILD zu Axel Springer) schreibt er, Deutschland stehe an einem kritischen Punkt. „Seine Zukunft taumelt am Rande des wirtschaftlichen und kulturellen Zusammenbruchs“, so der Unternehmer.
► Er habe als „jemand, der bedeutende Investitionen in die deutsche Industrie- und Technologielandschaft getätigt hat“, das Recht, offen zu sprechen (Musk lässt im brandenburgischen Grünheide seine E-Autos von Tesla produzieren). Sein Fazit: „Die Alternative für Deutschland (AfD) ist der letzte Funke Hoffnung für dieses Land.“
[–>Dann schildert Musk anhand von fünf Punkten – Wirtschaft, Zuwanderung, Energie, kulturelle Identität und Innovation – warum er die AfD für die richtige Partei hält, um „Deutschland davor zu bewahren, ein Schatten seines früheren Selbst zu werden“.
WELT-Chefredakteur widerspricht
WELT-Chef Jan Philipp Burgard (39) kontert in einem Kommentar zu dem Beitrag, Musk habe zwar recht, wenn er Deutschland wirtschaftlich und kulturell in der Krise sehe. Doch seine Schlussfolgerung, dass die AfD die Lösung sei, bezeichnet er als „fatal falsch“.
Musk scheine den geopolitischen Rahmen zu übersehen, in dem die AfD Deutschland positionieren will, so Burgard. „Die AfD hält einen Austritt Deutschlands aus der Europäischen Union laut Wahlprogramm ‚für notwendig‘. Für die Exportnation Deutschland wäre das eine Katastrophe.“ Die AfD mit ihrem Höcke-Flügel, ihrer Anbiederung an Russland und China und ihrer Ablehnung von Amerika und EU sei „eine Gefahr für unsere Werte und unsere Wirtschaft“.
Auf X erklärte am Samstagmorgen die bisherige Leiterin des Ressorts Meinung bei WELT, Eva Marie Kogel, sie habe nach Andruck ihre Kündigung eingereicht.
FDP-Generalsekretär Marco Buschmann (47) kritisierte Musk gegenüber BILD: „Wer mit einer teils völkischen, fremdenfeindlichen und antisemitischen Partei kokettiert, taugt nicht als politisches Vorbild. Diese Partei will EU, Euro und NATO verlassen. Das ist wirtschafts- und sicherheitspolitischer Selbstmord.“ Und: „Jeder, der mit der Wahl der AfD sympathisiert, muss sich einer Tatsache bewusst sein: Je stärker die AfD wird, desto eher regieren am Ende linke Parteien mit.“
Unions-Kanzlerkandidat Friedrich Merz (69) wollte sich auf Anfrage von BILD zu Musks Gastbeitrag nicht äußern.
Aber der CDU-Bundestagsabgeordnete Christoph Ploß (39) sagt zu BILD: „Die AfD liebäugelt mit einem Austritt aus EU und NATO: Das geht gar nicht! Unsere Verankerung im westlichen Wertebündnis ist eine der Grundlagen für den deutschen Wohlstand und Millionen deutsche Arbeitsplätze. Nur mit der CDU wird unsere schwächelnde Volkswirtschaft wieder auf die Beine kommen.“
► Mit seinen Äußerungen zur AfD sorgt Musk nicht zum ersten Mal für reichlich Unruhe. Nach dem Anschlag von Magdeburg am 20. Dezember hatte er den Rücktritt von Olaf Scholz (66, SPD) gefordert und den Kanzler als „incompetent fool“ (etwa: unfähigen Narren) bezeichnet.
► Schon am Morgen des gleichen Tages hatte er eine erste Wahlempfehlung für die AfD ausgesprochen, woraufhin zahlreiche empörte Stimmen aus der Spitzenpolitik folgten – darunter auch von Gesundheitsminister Karl Lauterbach (61, SPD).
Am Freitag dann attackierte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (68) Musk bei seinem Statement zur Auflösung des Bundestages scharf: „Einflussnahme von außen ist eine Gefahr für die Demokratie“, erklärte Steinmeier. Sie werde „offen und unverhohlen“ derzeit „besonders intensiv auf X betrieben“. Die Plattform gehört Elon Musk.
Wissing sieht Musk nicht als Vorbild
► Einer, der Musk verteidigte, war Ex-Bundesfinanzminister und FDP-Chef Christian Lindner (45): Er lud den Unternehmer zu einem Gespräch ein, um ihn – statt der AfD – von den Liberalen zu überzeugen. Lindner hatte zuvor dafür plädiert, dass Deutschland „ein klein bisschen mehr Milei (Argentiniens Präsident, d. Red.) oder Musk wagen“ sollte.
Bundesverkehrsminister Volker Wissing (54) kritisiert Lindner für dessen Komplimente an Musk
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Bundesverkehrsminister und Ex-FDP-Mitglied Volker Wissing entgegnete jetzt in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS), wer „offen und direkt rechtspopulistische Politiker und Parteien“ unterstütze, könne „niemals Vorbild für liberale Politik sein“.
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Apsny News


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