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Das neue Jahr startet für Millionen Russen ernüchternd – im wörtlichen Sinne.
Seit dem 1. Januar kostet ein halber Liter Wodka in Russland 17 Prozent mehr. Der Mindestpreis für die beliebte Spirituose stieg von 299 Rubel (umgerechnet 2,66 Euro) über Nacht auf 349 Rubel (3,10 Euro). In einem Land, in dem das Durchschnittsgehalt zuletzt bei 800 Euro lag, ist das für viele schmerzhaft – zumal dort so viel Wodka getrunken wird wie seit Jahren nicht.
[–>► Laut dem russischen Staatssender RBC erreichten die Wodka-Verkäufe zwischen Januar und Oktober des vergangenen Jahres einen neuen Rekord: 625 Millionen Liter des russischen Nationalgetränks wurden verkauft, ein Anstieg um mehr als 15 Prozent seit 2017.
UND: Den weitaus größten Anteil davon machte der Binnenkonsum (90 Prozent) aus.
Entsprechend dünnhäutig reagieren die Russen auf Preiserhöhungen.
Auch Rauchen wird teurer
Verantwortlich dafür ist das russische Finanzministerium, das seit Juni 2024 schon zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate den Wodka verteuert hat (zuerst um 6,4 Prozent).
Hintergrund ist offenbar der Krieg in der Ukraine: Ihn fortzuführen, wird für Kreml-Chef Wladimir Putin (72) immer kostspieliger. Höhere Steuern sollen das Loch stopfen, das die Kriegsausgaben in den Staatshaushalt reißen.
Ein Mann blickt in einem russischen Supermarkt auf das Etikett einer Wodka-Flasche
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Für die Russen bedeutet das: Nicht nur trinken wird teurer, auch eine Schachtel Zigaretten kostet mit 135 Rubel (umgerechnet 1,20 Euro) nun fünf Prozent mehr. Noch obendrauf kommt die Inflation, die zum Jahreswechsel bei rund neun Prozent lag.
► Besonders die Lebensmittelpreise sind gestiegen: Kartoffeln verteuerten sich laut der Statistikbehörde Rosstat innerhalb eines Jahres um 95 Prozent, Butter um 36 Prozent, Olivenöl um 31 Prozent (Stand: November 2024). Immerhin: Der Sprit ist in Russland so günstig wie fast nirgendwo sonst. Der Liter Benzin kostet lediglich 54 Cent.
Journalist bei Propaganda-ShowDieser Mann bietet Putin die Stirn
20.12.2024
„Dann gibt’s wieder Revolution“
Trotzdem: Putins Schritt ist riskant. Das zeigt auch die Geschichte.
► Denn der Wodka-Preis ist schon einmal explodiert – im Jahr 1981 unter Leonid Breschnew. Der Sowjet-Führer verteuerte die Spirituose um 18 Prozent. Dusko Doder, damals Moskau-Korrespondent bei der „Washington Post“, berichtete vom „Gemurre“ der Russen.
In den ersten zehn Monaten des Jahres 2024 wurde in Russland so viel Wodka verkauft wie seit 2017 nicht
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Offiziell wollte Breschnew den exorbitanten Wodka-Konsum der Russen einschränken. Doch westliche Beobachter gingen davon aus, dass eher die gestiegenen Verteidigungsausgaben wegen des Afghanistan-Krieges kompensiert werden sollten.
Es heißt, die Russen hätten damals ein altes Protestlied aus der Zeit Lenins wiederentdeckt. „Wodka ist bei sieben und acht, wir trinken trotzdem, wir geben nicht auf! Sag Iljitsch, wir kommen auch mit zehn klar, aber werden es 25, dann gibt’s wieder Revolution!“
Trailer zur BiografieDas Leben von Wladimir Putin
07.01.2025
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Apsny News


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