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Dekrete-Beben am ersten Trump-Tag: Diese Unterschrift verändert die Welt | Politik

Dekrete-Beben am ersten Trump-Tag: Diese Unterschrift verändert die Welt | Politik
Okundu
21 Ocak 2025 - 11:24

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Im Western würden sie sagen: Ein neuer Sheriff ist in der Stadt!

Donald Trump (78) nahm das politische Machtzentrum Amerikas am Montag im Sturm.

Die Welt fragt sich nach seiner Vereidigung zum 47. US-Präsidenten vor allem eins: Wie schnell kann Turbo-Trump seine Pläne umsetzen, seine Wahlversprechen einlösen? 200 Erlasse lagen nach der Amtseinführung bereit zur Unterschrift.

Dann legte Trump los – und startete schon am ersten Tag seiner Präsidentschaft ein wahres Dekrete-Beben!

In der Capital One Arena nahm er erst die Parade zu seinen Ehren ab, setzte sich dann noch in der Halle an einen Schreibtisch, mehrere Mappen und Stifte vor sich.

Dann leistete Trump immer wieder die Unterschrift, die die Welt verändert.

In der Capitol One Arena unterschrieb Trump die ersten Erlasse

In der Capital One Arena unterschrieb Trump die ersten Erlasse

Foto: ANGELA WEISS/AFP

Die Stifte, mit denen er unterzeichnet hatte, warf er anschließend ins Publikum

Die Stifte, mit denen er unterzeichnet hatte, warf er anschließend ins Publikum

Foto: JIM WATSON/AFP

Harte Kehrtwende

Nach der Arena-Feier zog Trump weiter in sein Büro, dort ging das massenhafte Unterzeichnen von Erlassen vor den Augen der Welt (die Trump-Show im Oval Office wurde live im TV gezeigt) weiter.

Der US-Präsident drehte an seinem ersten Arbeitstag erst mal die Arbeit seiner Vorgänger-Regierung zurück: 78 (!) Anordnungen der Joe-Biden-Ära wurden zurückgenommen, darunter etwa die, Kuba von der Liste der Terrorunterstützer zu streichen. Biden hatte zudem 2023 Ölbohrungen auf einem Gebiet von fast 65.000 Quadratkilometern in Alaska untersagt. Auch dies machte Trump sofort rückgängig.

Zu den krassesten Entscheidungen des neuen mächtigsten Mannes der Welt gehörte auch die, rund 1500 Anhänger zu begnadigen, die am 6. Januar 2023 das Kapitol gestürmt hatten. Dazu sollen die USA aus der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und dem Pariser Klimaschutzabkommen austreten.

Traditionell hinterlassen scheidende US-Präsidenten ihren Nachfolgern Briefe. Trump fand den von Joe Biden an ihn vor laufenden Kameras. Er wollte ihn zunächst alleine lesen

Traditionell hinterlassen scheidende US-Präsidenten ihren Nachfolgern Briefe. Trump fand den von Joe Biden an ihn vor laufenden Kameras. Er wollte ihn zunächst alleine lesen

Foto: AP

Home-Office-Verbot und TikTok-Plan

Angestellte von Bundesbehörden müssen zudem wieder in Vollzeit und im Büro arbeiten. Dazu will Trump das Recht auf Staatsangehörigkeit durch Geburt in den USA abschaffen. Den Betreibern von TikTok sicherte er 75 Tage mehr bis zu ihrem Aus zu – so könnte ein US-Käufer für die App gefunden werden. Und: An der mexikanischen Grenze rief Trump den nationalen Notstand aus, zudem soll der US-Politik die Annahme zugrunde liegen, dass es nur zwei Geschlechter gibt: männlich und weiblich.

Kuriose Pressekonferenz

Im Oval Office entwickelte sich während des Unterschriften-Marathons so etwas wie eine improvisierte Pressekonferenz, in der Trump auch über den Ukraine-Krieg und Moskau-Despot Putin („Ich glaube, er zerstört Russland, indem er keine Vereinbarung trifft.“) und den Wiederaufbau des Gaza-Streifens („Bestes Wetter. Alles ist gut. Es ist nett. Damit könnten wunderbare Dinge gemacht werden.“) redete.

Trump-Show im Stadion

Schon zuvor hatte der neue US-Präsident den Tag zu seiner Show gemacht. Trump – zurückgekehrt ins Oval Office nach einem epischen Comeback – schürte mit patriotischen Sprüchen die Aufbruchstimmung: Von einem „goldenen Zeitalter“ für Amerika war die Rede. Von einer US-Flagge am Mars! Dem „flüssigen Gold“ unter der Erde, Öl und Gas, das die USA reich machen und durch niedrige Energiekosten eine industrielle Revolution auslösen soll.

Mit den Milliardärs-Bossen der globalen Tech-Giganten im Schlepptau (Elon Musk, Jeff Bezos, Mark Zuckerberg, etc.) lag das Gefühl eines neuen amerikanischen Empires in der Luft. Und tatsächlich: Sollte die Supermacht seine Stärken hauptsächlich in den Dienst von Eigeninteressen stellen: Wer könnte mächtiger sein?

Die Tech-Giganten (v.l.): Meta-Chef Mark Zuckerberg, Amazon-Chef Jeff Bezos, Google-CEO Sundar Pichai und X-Eigentümer und Tesla Chef Elon Musk

Die Tech-Giganten (v.l.): Meta-Chef Mark Zuckerberg, Amazon-Chef Jeff Bezos, Google-CEO Sundar Pichai und X-Eigentümer und Tesla Chef Elon Musk

Foto: JULIA DEMAREE NIKHINSON/AFP

Wie BILD erlebte, geht dieser Ruck auch durch Washington.

Der drastische Polit-Schwenk wird zwar als Zäsur wahrgenommen. Denn die Drehscheibe der US-Politik ist auch die Stadt mit den liberalsten Wählern: Demokraten-Rivalin Kamala Harris (60) gewann hier bei den US-Wahlen letzten November mit 90,3 Prozent der Stimmen.

Voller spürbarer Genugtuung färbten jetzt Trumps Anhänger die Hauptstadt mit „MAGA“-Mützen und Trump-Flaggen rot.

Praktisch jeder Anhänger nennt im Hinblick auf Trumps Pläne, Amerika auf den Kopf zu stellen, vor allem die Sicherung der Grenze und die rasche Deportation illegaler Immigranten als Hauptanliegen. Ein rotes Tuch freilich für liberale Kritiker.

Doch Trump hat hier nach jahrelangem Chaos an der Grenze und in Metropolen wie New York eine breite Mehrheit hinter sich: 66 Prozent der US-Bürger stehen generell hinter seinen Abschiebeplänen. Auch mit seinem versprochenen Feldzug gegen alles „Woke“ (Gendern, Trans, Minderheiten-Programme) traf er den Nerv der Amerikaner. Seine Versprechen eines „neuen Menschenverstandes“ in der US-Politik räsonieren.

Donald Trump legte seinen Amtseid ab

Donald Trump umarmt seine Frau Melania

Foto: REUTERS / MEGA

Das liberale Amerika scheint angesichts eines gerade als übermächtig empfundenen Gegners fast paralysiert. Zumindest im Vergleich mit Trump erster Vereidigung vor acht Jahren, als die Stadt inmitten einer gewalttätigen Revolte wie im Bürgerkrieg wirkte.

Diesmal gab es am Wochenende zwar Demonstrationen. Und einige Aktivisten traktieren Trump-Fans mit Schmährufen. Aber Trumps Gegner wirken, als sei ihnen die Puste ausgegangen.

Die Zeremonie verfolgten 20.000 Trump-Fans in der Capital One Arena (Washington)

Die Zeremonie verfolgten 20.000 Trump-Fans in der Capital One Arena (Washington)

Foto: Amanda Perobelli/REUTERS

Zu erleben ist auch die globale Strahlkraft von Trumps Erfolg, vor allem nach Europa. Eine Touristen-Familie aus Großbritannien stand in der bitteren Kälte mit Trump-Mützen entlang der Paraderoute: Trump würde nicht am Volk einfach vorbei regieren, finden sie.

Doch kann Trump das Umkrempeln Amerikas inmitten der weiterhin polarisierten Politik und einer auf Erhalt getrimmten Machtstruktur in Washington überhaupt verwirklichen? BILD hörte, dass Trump beim zweiten Anlauf „erfahrener und geläuterter“ sei. Auch sein Team sei hochkarätiger.

Der Sheriff werde aufräumen, so der Tenor.

Er ist wieder Präsident: Trumps großer Tag im Video

Teaser-Bild

Quelle: BILD

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